Im Rahmen des städtischen Projektes „Sicherheit im Bahnhofsumfeld“ (SiBu) werden die sogenannten SiBu-Streifen verlängert und ausgeweitet. Das gab die Stadt Düsseldorf am Dienstag (7. Juli) bekannt. Seit Anfang März sind diese Streifen, bestehend aus jeweils einer Einsatzkraft der Landes- und Bundespolizei, des Ordnungsamtes und von DB Sicherheit, rund um den Düsseldorfer Hauptbahnhof in Vierer-Teams unterwegs, um vor Ort für mehr Sicherheit zu sorgen. Seit Jahrzehnten gilt das Bahnhofsviertel als Anlaufstelle und Treffpunkt für Drogendealer und Suchterkrankte. Der offene Handel und Konsum sind an mehreren Stellen seit vielen Jahren an der Tagesordnung.

Nach Angaben der Stadt werden die SiBu-Streifen nach „einer erfolgreichen dreimonatigen Pilotphase“ nun „dauerhaft fortgeführt und künftig weiter ausgebaut“. Dafür unterzeichneten Oberbürgermeister Stephan Keller, Polizeipräsidentin Miriam Brauns, Lukas Raabe, stellvertretender Leiter der Bundespolizeiinspektion Düsseldorf, sowie Henryck Fiedler, Leiter DB Sicherheit Nordrhein-Westfalen, eine gemeinsame Ordnungspartnerschaft.

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SiBu-Streifen am Düsseldorfer Hauptbahnhof: Stadt zieht positives Fazit

Die SiBu-Streifen haben sich bislang offenbar bewährt. Die Stadt zog jedenfalls ein positives Fazit. Während der Pilotphase, in der die Vierer-Teams zwei Mal pro Woche in vierstündigen Schichten patrouilliert haben, seien „zahlreiche Platzverweise erteilt oder präventive Gefährderansprachen durchgeführt“ worden. Wie die Stadt mitteilte, wurden alleine zwischen Ende April und Mitte Juni „bei Personenkontrollen über 60 Fahndungstreffer erzielt“. Zudem wurden mehrere Strafanzeigen unter anderem wegen Diebstahls, Sachbeschädigung, Betäubungsmittel- und Aufenthaltsdelikten „sowie fünf freiheitsentziehende Maßnahmen“ ausgesprochen.

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Aus Sicht der Stadt ein weiterer Erfolg: An den Hotspots im Bahnhofsviertel seien Probleme unmittelbar vor Ort von der jeweils zuständigen Stelle bearbeitet worden. Gleichzeitig haben sich „die SiBu-Streifen zu einem festen Ansprechpartner für Reisende, Anwohnerinnen und Anwohner sowie Gewerbetreibende entwickelt“, so die Stadt weiter.

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Viele Anwohner, vor allem diejenigen, die rund um den Worringer Platz leben, sowie Geschäftsbetreibende, dürften dies jedoch anders sehen. Zwar hat sich die Lage unmittelbar am langjährigen Drogen-Hotspot durch umfassende Umgestaltungsmaßnahmen im Vergleich zu den Vorjahren durchaus beruhigt. Dafür hat sich die Szene auf umliegende Straßen im Bahnhofsviertel verlagert. Vor allem vor der Düsseldorfer Drogenhilfe an der Erkrather Straße hat sich auf beiden Straßenseiten ein neuer Hotspot gebildet. Unter der Brücke bis hin zum Capitol-Theater und dem dortigen Innenhof wird nun seit Monaten offen Crack geraucht und gehandelt. Zum Unmut des Theaterbetreibers und mehrerer Anwohner.

Düsseldorf Hauptbahnhof: SiBu-Streifen künftig dreimal pro Woche im Einsatz

Wie ein Anwohner der NRZ schilderte, der lieber anonym bleiben möchte, traue er sich schon gar nicht mehr, an der Erkrather Straße entlangzulaufen. „Auf beiden Straßenseiten, vor allem unter der Brücke, ist die Lage wirklich schlimm geworden. Alles ist verdreckt, es riecht nach Fäkalien und man fühlt sich nicht mehr sicher. Gerade am Abend und nachts. Teilweise liegen die Abhängigen mit Matratzen mitten auf dem Gehweg.“ Zwar sind die SiBu-Streifen auch dort im Einsatz, die Situation habe sich jedoch seit „Monaten nicht geändert“, so der Anwohner weiter.

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Die Rückmeldungen der beteiligten Einsatzkräfte der SiBu-Streifen fielen laut Stadtangaben hingegen „durchweg positiv aus“. Die „kurzen Abstimmungswege, das bessere Verständnis der jeweiligen Zuständigkeiten sowie die sichtbare Präsenz aller Partner im Bahnhofsumfeld“ seien dabei „besonders hervorgehoben worden“. Wie die Stadt ankündigte, werden die SiBu-Streifen nicht nur weiter fortgeführt, sondern „auch der Umfang der gemeinsamen Einsätze erhöht“.

So ist geplant, dass künftig dreimal pro Woche im Bahnhofsviertel patrouilliert wird. Die Streifen sollen dann „weiterhin lageangepasst an den jeweiligen Schwerpunkten im Bahnhofsumfeld eingesetzt werden“, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Grundlage der SiBu-Streifen sei dabei „das gemeinsam erstellte Lagebild aller Partner, anhand dessen Einsatzorte und Einsatzzeiten regelmäßig abgestimmt werden“.