Die Sanierung der Kardinal-Frings-Brücke zwischen Düsseldorf-Hamm und Neuss wird immer mehr zum Problem für die Verkehrsinfrastruktur im Düsseldorfer Süden. Im Zuge der laufenden Arbeiten an der Brücke sind neue Schäden unterhalb der Geh- und Radwege festgestellt worden. Um die Querung der Brücke für den Fuß- und Radverkehr weiterhin zu ermöglichen, wurde nun am Freitag, 10. Juli, die Brücke in Fahrrichtung Neuss ab 11 Uhr für mehrere Stunden voll gesperrt. Die Gegenrichtung blieb normal befahrbar.

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Und wie geht es nun weiter? Laut den Verantwortlichen von Straßen.NRW wird es künftig für den Autoverkehr Richtung Neuss einspurig bleiben, weil die bislang zweite Autospur nun für den Geh- und Radverkehr (in beide Richtungen) zur Verfügung gestellt wird. Die ursprünglichen Fuß- und Gehwege am Rande des Bauwerks sind „bis auf Weiteres nicht mehr nutzbar“, informierte Projektleiter Leonard Schulte-Hammerschmidt von Straßen.NRW bei einem Vororttermin am Freitagmorgen. „Die Brücke ist fast hundert Jahre alt, zum Teil ist der Stahl unter dem alten Fuß- und Gehweg komplett wegkorrodiert.“ Ob und wann diese Wege wieder genutzt werden können, „wissen wir nicht.“

Die Brücke ist fast hundert Jahre alt, zum Teil ist der Stahl unter dem alten Fuß- und Gehweg komplett wegkorrodiert.

Leonard Schulte-Hammerschmidt, Projektleiter

Straßen.NRW hat einen Gutachter eingeschaltet, der sich das Bauwerk an den besagten Stellen noch einmal genau anschauen wird. Schulte-Hammerschmidt betont, dass für Menschen, die sich unter der Brücke befinden, keine Gefahr besteht. „Allerdings können wir nicht mit Sicherheit sagen, wie viele Fußgänger und Radfahrer die Brücke auf den alten Wegen am Rand noch verträgt. Und wir können ja auch keine Schilder anbringen, auf denen steht: ‚Bitte nur ein Radfahrer pro halbe Stunde‘ oder: ‚Bitte Fußgänger nicht hüpfen!‘“

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Um die Anwohner im angrenzenden Stadtteil Hamm vor zusätzlichen Ausweichverkehren durch die verkehrliche Einschränkung auf der Brücke zu schützen, schränkt die Stadt Düsseldorf ab Dienstag, 14. Juli, die Brückenauffahrt vom Aderkirchweg, Fahrtrichtung stadtauswärts, temporär weiter ein. Heißt: In der Zeit von Montag bis Freitag, je 15 bis 19 Uhr, kann die Rampe stadtauswärts nicht befahren werden. Radfahrer ausgenommen.

Durch eine gezielte Geschwindigkeitsüberwachung in Höhe der Fährstraße, Fahrtrichtung Brücke, sollen gleichzeitig Schleichverkehre und überhöhte Geschwindigkeiten reduziert werden, teilt die Stadt in einer Pressemitteilung von Montag, 13. Juli, mit. Weiter heißt es, die Stadt prüfe aufgrund der veränderten Verkehrssituation „weitere Vorkehrungen zur Optimierung des Verkehrsablaufs“. Dazu gehöre auch eine Anpassung der Radverkehrsbeschilderung auf der Brücke und der fortlaufenden Strecke.

Kardinal-Frings-Brücke: IHK Düsseldorf beobachtet Entwicklung mit Sorge

Die IHK Düsseldorf beobachtet die neuesten Entwicklungen mit großer Sorge. „Kaum ist die Josef-Kardinal-Frings-Brücke wieder vollständig freigegeben, steht bereits die nächste Einschränkung im Raum: Nach den aktuellen Planungen wird der Verkehr in Fahrtrichtung Neuss künftig nur noch einspurig geführt“, so Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK. „Wenn als Konsequenz eine Fahrspur auf der ohnehin bereits auf 7,5 Tonnen abgelasteten Brücke für den Pkw-Verkehr entfallen soll, verschärft das die Lage für den Wirtschafts- und Lieferverkehr erheblich. Gleichzeitig plant die Stadt Düsseldorf ab dem Winter Sanierungsarbeiten an der Theodor-Heuss-Brücke.“

Für die Unternehmen in Düsseldorf und der Region seien leistungsfähige Rheinquerungen eine unverzichtbare Voraussetzung für funktionierende Lieferketten, verlässliche Kunden- und Pendlerverkehre sowie wirtschaftliche Wertschöpfung“, heißt es in einer IHK-Pressemitteilung weiter. Bereits heute sei die Josef-Kardinal-Frings-Brücke auf Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen und die Theodor-Heuss-Brücke auf 3,5 Tonnen beschränkt. Damit stünden dem Wirtschaftsverkehr immer weniger leistungsfähige Rheinquerungen zur Verfügung.

IHK Düsseldorf: Fuß- und Radverkehr vorübergehend auf alternative Rheinquerungen verlagern

„Dass bereits kurz nach der vollständigen Freigabe der Brücke erneut Fahrspuren reduziert werden müssen, ist kein gutes Signal für den Wirtschaftsstandort“, so Berghausen weiter. „Wir appellieren daher an Straßen.NRW, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Leistungsfähigkeit der Josef-Kardinal-Frings-Brücke zu erhalten. Wenn die Kragarme nicht mehr sicher genutzt werden können, darf die Lösung nicht automatisch zulasten des ohnehin stark eingeschränkten Kfz- und Wirtschaftsverkehrs gehen.“

Die jetzt von Straßen.NRW bevorzugte Lösung, eine Autospur Richtung Neuss zugunsten des Fuß- und Radverkehrs zu opfern, stößt nicht auf Gegenliebe bei der IHK: Es müsse „nun geprüft werden, ob der Fuß- und Radverkehr vorübergehend auf alternative Rheinquerungen verlagert werden kann, etwa über eine reaktivierte Hammer Rheinfähre oder andere geeignete Verbindungen“, heißt es in der IHK-Mitteilung.

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Zum Hintergrund: Seit 2024 finden an der Josef-Kardinal-Frings-Brücke umfassende Sanierungsarbeiten statt. Die Sanierung der Fahrbahn in Fahrtrichtung Düsseldorf ist im Sommer 2024 gestartet und konnte im Frühjahr 2025 abgeschlossen werden. Seitdem wurde die Fahrtrichtung Neuss saniert. Im April dieses Jahres wurden die Arbeiten zur Erneuerung der Fahrbahn, der Brückenabdichtung und weitere Sanierungsarbeiten auf der gesamten Brücke abgeschlossen.

Auch in den kommenden Jahren konzentrieren sich die Arbeiten dann verstärkt auf die Bereiche der Rheinbrücke, die unterhalb der Fahrbahn liegen.