Was lange währt, wird endlich fertig: Die Bauarbeiten an der Haltestelle „Suitbertusstraße“ in Düsseldorf-Bilk werden pünktlich abgeschlossen sein. Das teilte nun die verantwortliche Rheinbahn mit. Die beiden modernen Bahnsteige sind fertiggestellt und können ab Mittwoch, 2. September, barrierefrei genutzt werden, heißt es. An diesem Tag enden auch die Sommerferien. Nach knapp zwei Monaten Bauzeit können die Fahrgäste dann auch die Stadtbahnlinien U71 und U83 wieder vor Ort nutzen.

Freitags

Vitamin D - Dein Newsletter für Düsseldorf

Jede Woche Deine Dosis Düsseldorf: Spannende Geschichten, besondere Menschen und ausgesuchte Gastro-Tipps.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Damit geht auch eine lange Leidenszeit für die Anwohnerinnen und Anwohner sowie für die Geschäftsleute rund um die Großbaustelle vorüber. Die Baustelle verursachte Lärm, und Dreck. Dazu mussten die Menschen aus dem Viertel Umwege in Kauf nehmen, weil die Aachener Straße zwischen Karolingerstraße und Dahlacker komplett gesperrt war. Bahnen fuhren Umleitungen über den Karolingerplatz, der wochenlang stark frequentiert war. Dort fuhren die Bahnen dann im Minutentakt.

Baustelle musste pünktlich fertig werden: Es wurde auch an Sonntagen gearbeitet

Am Montag, 6. Juli, hatte der barrierefreie Ausbau der Station „Suitbertusstraße“ begonnen. Und gerade auch die Ladenbesitzer und Gastronomen rund um die Großbaustelle hatten in den vergangenen Wochen mit den Auswirkungen von Lärm, Dreck und Enge zu kämpfen. Hasan Askin betreibt nah der Kreuzung Aachener Straße einen Kiosk an der Suitbertusstraße. „Ich habe darüber nachgedacht, zu schließen, denn mir fehlte die Hälfte der Kunden, eine Katastrophe“, sagte er. Etwas weiter um die Ecke, im Imbiss „Premium Döner“ an der Aachener Straße mit kleiner Terrasse, meinte ein Mitarbeiter: „Schlimm, unter diesen Umständen zu arbeiten, und damit meine ich nicht nur den Lärm. Ich könnte hier theoretisch alle zehn Minuten die Tische draußen wischen, weil alles voller Staub und Schmutz ist.“ Jetzt sind alle Ladenbetreiber froh, dass es bald vorbei ist mit der „Horrorbaustelle“.

Damit die Station auch pünktlich fertig wird, wurde am Ende auch an Wochenenden und oft bis in den Abend gearbeitet. Das machte es für die Anwohnenden und Ladenbesitzer nicht besser.

+++ Folgen Sie der NRZ Düsseldorf jetzt auch bei Instagram! +++

Auf der anderen Straßenseite gegenüber betreibt Stefan Pütz den kleinen, sehr beliebten Buchhandel „Buch in Bilk“. Zu ihm kamen in den vergangenen Wochen „nur diejenigen Leute, die wirklich müssen“. Das waren in der Regel Eltern von Kindern, die im Sommer neue Schulbücher bestellen, sagt er. Ihm fehlte ansonsten die Laufkundschaft. „Wir liegen ja strategisch gut, direkt an einer Haltestelle, da kommen die Leute sonst zum Stöbern, während sie auf die Bahn warten.“ Aber die fuhr halt nicht.

Baustelle Bilk
Hassan Askin ist froh, dass er bald wieder mehr Kundinnen und Kunden begrüßen kann.© NRZ | Stephan Wappner

Die Rheinbahn sei sich der Situation vor Ort bewusst, hieß es vor Wochen auf NRZ-Anfrage. „Eine Infrastrukturmaßnahme dieser Größenordnung lässt sich jedoch leider nicht ohne Auswirkungen auf den Alltag vor Ort realisieren“, schreibt das Unternehmen. Man habe Verständnis „für Kritik über Lärm, geänderte Wege und Einschränkungen im Straßenverkehr. Wie bei vergleichbaren Bauprojekten erreichen uns auch hier Rückmeldungen und Beschwerden von Anwohnerinnen, Anwohnern sowie Gewerbetreibenden, die wir ernst nehmen.“ Deshalb bemühe man sich, Zugänge so früh wie möglich wieder freizugeben und die Erreichbarkeit während der Bauzeit bestmöglich sicherzustellen. Das ist nun passiert.

Und das war auch nötig. Zum Teil waren nämlich die Einschränkungen massiv. Der Bio-Supermarkt an der Ecke Aachener-/Suitbertusstraße konnte bis dato nur auf abenteuerliche Art beliefert werden, weil der Lkw 50 Meter weit weg parken muss. Das Restaurant „Geissel“ musste wegen der Bauarbeiten seine Terrasse abbauen. Und die ist ein Hotspot im Sommer im Viertel. Geissel-Betreiber Stephan Fritz war not amused.

Baustelle Bilk
Buchhändler Stefan Pütz nimmt die Situation (noch) gelassen: „Besser jetzt als während des Weihnachtsgeschäfts.“© NRZ | Stephan Wappner

Die Rheinbahn schreibt, dass die Baustelle bewusst großflächig eingerichtet worden sei, „um einen Großteil der Arbeiten während der Sommerferien durchführen zu können“. Immerhin: Im westlichen Teil der Suitbertusstraße konnte der Gehweg bereits nach gut zwei Wochen wieder freigegeben werden. Im Bereich des Bäckers Terbuyken war der Gehweg ab Anfang August wieder nutzbar. Dort liefen die Leute anfangs auf unebenem Schotter – Stolperfallen inklusive.

  • Ein bisschen Vitamin D gefällig? Mit unserem neuen Newsletter gibt es jeden Freitag eine ganz persönliche Auswahl der besten Geschichten der Woche – zusammengestellt von einem Mitglied unserer Redaktion. Neben den wichtigsten News gibt es außerdem Gastro- und Veranstaltungstipps sowie das Neueste von der Fortuna. Hier geht es zur kostenlosen Anmeldung.

Rheinbahn über die Bauarbeiten: wichtige Investition in einen modernen und barrierefreien Nahverkehr

Rund 4000 Fahrgäste nutzen diese Haltestellen täglich. Die Rheinbahn betont die Verbesserung vor Ort: „Bisher mussten die Gäste über die Fahrbahn einsteigen – ein Zustand, den wir im Sinne eines modernen und barrierefreien ÖPNV nachhaltig verbessern. Mit dem Anheben der Bahnsteige schaffen wir endlich einen stufenlosen Zugang für mobilitätseingeschränkte Menschen, Seniorinnen und Senioren sowie Familien mit Kinderwagen. Um künftige Sperrungen möglichst zu vermeiden, bündeln wir die Arbeiten und erneuern gleichzeitig Gleise, Leitungen und die Fahrbahn.“

Lesen Sie auch diese Nachrichten aus Düsseldorf

Vor Ort ist zudem das erste sogenannte „Radkap“ im gesamten Rheinbahn-Netz entstanden – eine innovative Lösung, die laut Rheinbahn „trotz der beengten Platzverhältnisse Barrierefreiheit und eine sichere Radwegführung“ vereinen will. Der Radweg führt in dem Fall – erhöht und getrennt von der Fahrbahn für Autos – an der Haltestelle vorbei.

Christian Finke (Vorstand Betrieb und Infrastruktur der Rheinbahn), Cornelia Zuschke (Dezernentin für Planen, Bauen, Wohnen, Grundstückswesen und Mobilität), Thorsten Graeßner (Bezirksbürgermeister Stadtbezirk 3) und Marc Nüßen (Abteilungsleiter Investitionsförderung, Verkehrsverbund Rhein-Ruhr) eröffnen die neue Haltestelle am Mittwochmittag offiziell vor Ort.