Am 12. August 2026 wird es abends früher dunkel als gewöhnlich – und dann wird es wieder heller. Der Grund: die (fast) totale Sonnenfinsternis am Abendhimmel. Etwa 90 Prozent der Sonne werden verdeckt sein. Und das kommt ziemlich selten vor.

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Die Sonnenfinsternis wird ab ca. 19.20 Uhr zu sehen sein. Pünktlich zur Primetime dann – genauer: um 20.12 Uhr – ist der Moment der höchsten Abdeckung erreicht. Und da wird nur noch eine dünne Sichel zu sehen sein.
Die Chancen, das Spektakel in Düsseldorf beobachten zu können, stehen ziemlich gut. Der Himmel über der NRW-Landeshauptstadt soll abends laut wetter.com klar sein. Die Temperaturen liegen um 19 Uhr noch bei 29 Grad, zwischen 20 und 21 Uhr sinken sie auf 26 Grad. Vollständig wird man die Sonne an diesem Mittwoch nicht mehr bewundern können. Sie geht unter, bevor die Sonnenfinsternis vorbei ist.
Der Astro-Stammtisch Düsseldorf lädt zur Landesgartenschau nach Neuss
Da kommt es auf die richtige Positionierung an. Und die kennt Michael Wynands vom Astro-Stammtisch in Düsseldorf: „Wichtig ist, dass man einen freien Blick auf den westlichen Horizont hat. Richtwert ist dabei eine Faust am ausgestreckten Arm. Das entspricht ungefähr 10 Grad – und das ist der Bereich, in dem sich das Ganze abspielt.“ Er empfiehlt einen Standort, an dem viele Felder sind. „Wenn man die A52 rausfährt, Richtung Kaarst, zum Beispiel.“ Auch am Rhein könnte es gut klappen. Bei den Rheintreppen müsste man es vorher ausprobieren (Faust am ausgestreckten Arm), bei der Urdenbacher Kämpe sollte es gut gehen, sagt er.
Wer zusätzlich noch ein bisschen was über das Spektakel erfahren will, vielleicht auch einen Blick durch ein Teleskop wagen möchte, der ist eingeladen, den Astro-Stammtisch bei der Sonnenfinsternis zu treffen. Auf dem Gelände der Landesgartenschau in Neuss – genauer: auf der alten Rennbahn – gibt es nämlich ein gemeinsames Sonnengucken mit dem Astro-Stammtisch. Der Eintritt beläuft sich auf fünf Euro und gilt für das ganze Gelände – Schutzbrillen sind auch vorhanden.
Der Astro-Stammtisch Düsseldorf
Der Astro-Stammtisch Düsseldorf ist kein Verein, sondern eine lose Zusammenkunft astronomisch Interessierter. Man trifft sich in Küppers Bierstuben in Heerdt. Termine finden sich hinter diesem Link.
Der Astro-Stammtisch ist die richtige Anlaufstelle für alle, die einfach mal etwas über unseren Sternenhimmel erfahren möchten. Beitrittspflicht oder Beiträge gibt es nicht. Wynands sagt: „Man kann auch einfach mal vorbeikommen, wenn man fragen will, welches Teleskop man dem Kind jetzt kaufen soll.“
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Wie es zu der Sonnenfinsternis am 12. August in Düsseldorf kommt
Es gibt natürlich noch mehr Veranstaltungen zur Sonnenfinsternis. Eine davon ist zwar etwas außerhalb, aber trotzdem erwähnenswert. Im Galileum in Solingen findet ebenfalls eine Veranstaltung mit Vorträgen, Teleskopen und Schutzbrillen statt. Hier ist der Eintritt frei. Wer in der Regel dort dabei ist, aber zurzeit „leider“ Antimaterie am CERN baut, ist Physik-Doktorand Marcel Leonhardt von der HHU. Er hat uns erzählt, wie es eigentlich zu so einer Sonnenfinsternis kommt.
„Die Erde umkreist die Sonne auf einer bestimmten Bahnebene.“ Das ist nicht die Umlaufbahn. Die ist nämlich der Weg, den die Erde um die Sonne zurücklegt. Die Bahnebene ist die (gedachte) Ebene, auf der diese Bahn liegt. „Der Mond umkreist die Erde ebenfalls auf einer Bahnebene. Die beiden Bahnebenen sind aber nicht identisch, sondern um etwa fünf Grad versetzt. Deswegen gibt es zwei sogenannte Knotenpunkte, nämlich dort, wo die Bahnebenen sich schneiden.“
Auf die Sonnenfinsternis folgt eine weitere Finsternis
Der eine Knotenpunkt ist vorn, der andere hinten. Schneiden sich die beiden Bahnebenen vorn – bei Neumond – kommt es zu einer Sonnenfinsternis. Schneiden sie sich – bei Vollmond – hinten, kommt es zu einer Mondfinsternis. „Und genau das ist gegen Ende des Monats schon wieder der Fall. Am 28. August wird es zu einer Mondfinsternis kommen. Für die muss man aber früh aufstehen.“ Leonhardt empfiehlt die Zeit kurz vor sechs Uhr morgens: „Dann an den Osthimmel gucken.“
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Dass so eine Sonnenfinsternis aber überhaupt möglich ist, ist reiner Zufall, erklärt Leonhardt: „Die Entfernung zwischen Mond und Sonne ist ungefähr 400-mal so weit wie die Entfernung zwischen Mond und Erde. Und die Sonne ist 400-mal größer als der Mond.“ Das ist der einzige Grund, warum es so scheint, als könnte der kleine Mond die riesige Sonne komplett verdecken.
Die nächste vergleichbare Sonnenfinsternis wird auf sich warten lassen
Das Himmelsphänomen ist ein Kind des Zufalls – und entsprechend selten kommt es vor. Das nächste Mal, dass man in Düsseldorf eine vergleichbare Finsternis wird beobachten können, ist am 3. September 2081 gegen acht Uhr morgens. Diese Finsternis wird dann sogar noch spektakulärer, weil dann der sogenannte Kernschatten über Mitteleuropa läuft. Das heißt: Es wird wirklich dunkel. Und das, erzählt Leonhardt, ist wirklich beeindruckend: „Alles wird still, nur die Vögel fangen plötzlich mit ihrem Abendgezwitscher an.“ Man kann Sterne sehen, vielleicht erheben sich sogenannte Finsterniswinde.
Das wird dieses Mal nicht der Fall sein, vor allem, weil die Finsternis ohnehin abends und damit in der Dämmerung anhebt. Einen Tipp hat Leonhardt trotzdem: „Wenn man was Besonderes sehen will, sollte man auf die Schatten achten. Gerade Baumschatten können durch die vielen Lichtlöcher viele Lichtkringel am Boden bilden. „Das ist ein beeindruckender Effekt.“
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Egal, wo man die Sonnenfinsternis beobachtet: Schutzbrille nicht vergessen
Aber egal wo und wie man die Sonnenfinsternis nun beobachtet, eines darf nicht fehlen: die Schutzbrille. Das Problem, so Leonhardt: Selbst bei einer Sonnenfinsternis ist das Licht noch stark genug, um schwere Verbrennungen der Sinneszellen im Auge hervorzurufen. Das könne bis zur Erblindung gehen, „man hat dann wirklich schwarzes, verbranntes Gewebe im Auge“. Und auch bei Kameras gilt: besser den Schutzfilter drauf, denn bei jeder Sonnenfinsternis werden nicht nur Augen, sondern auch Kameras zerstört.




