Spanien, Frankreich, Griechenland – noch flammen einem die großen Waldbrände nur aus dem Fernseher entgegen. Doch auch in Düsseldorf herrscht anhaltende Dürre. Wie hoch ist die Gefahr für Waldbrände am Rhein?
DWD-Agrarmeteorologe zeigt hohe Waldbrandgefahr in Düsseldorf auf
„Hoch“, sagt Andreas Brömser, Agrarmeteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD), und verweist dabei auf den hauseigenen Waldbrandgefahrenindex. Durch das heiße und trockene Wochenende liegt dieser in Düsseldorf für Montag (3. August) und Dienstag (4. August) bei vier von fünf. Zwar sinkt der Index danach zunächst wieder auf zwei bis drei, doch die Gefahr ist damit nicht gebannt, sagt Brömser: „Flächendeckender Regen ist erst einmal nicht in Sicht, deshalb bleibt das Risiko bestehen.“
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Gemessen wird die Waldbrandgefahr unter anderem anhand der Beschaffenheit der sogenannten Streuschicht. Gemeint ist die oberste Schicht des Waldbodens aus abgestorbenem Pflanzenmaterial wie Laub, Nadeln oder Zweigen. „Herrscht Dürre, trocknet diese Schicht aus. Das Feuer kann sich dann über den Boden immer weiter ausbreiten.“
Waldbrandgefahr in Düsseldorf: Erst im Juli brannte in Angermund ein Getreidefeld
Wie schnell so auch in Düsseldorf ein großer Brand entstehen kann, zeigte sich erst vor Kurzem in Angermund. Dort war Anfang Juli ein Getreidefeld an der Angermunder Straße in Flammen aufgegangen. Aufgrund des Windes breitete sich das Feuer schnell aus, wodurch zwischenzeitlich vier Hektar Feld brannten. Glücklicherweise konnten Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr und die ansässigen Bauern das Feuer schnell unter Kontrolle bringen und löschen. Ende Juli ging zudem ein 100 Quadratmeter großes Waldstück am Unterbacher See in Flammen auf.
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Die Gefahr solcher Wald- und Vegetationsbrände habe in den vergangenen Jahren erkennbar zugenommen, sagt DWD-Agrarmeteorologe Brömser: „Wir haben die Daten für ganz Deutschland seit 1961 ausgewertet und sehen, dass in den letzten Jahren häufiger und länger erhöhte Waldbrandgefahr herrscht.“ Mit dem Voranschreiten des Klimawandels gehe man beim DWD davon aus, dass dieses Risiko in den kommenden Jahren noch weiter zunimmt, ergänzt Brömser.
So bereitet sich die Düsseldorfer Feuerwehr auf die erhöhte Waldbrandgefahr vor
Die Düsseldorfer Feuerwehr bereitet sich deshalb bereits gezielt auf solche Szenarien vor. So stellte sie im vergangenen Jahr eine spezialisierte Facheinheit für Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung auf. Noch bis zuletzt waren auch Düsseldorfer Feuerwehrkräfte in Spanien bei der Bekämpfung von Waldbränden im Einsatz.

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Solch große Waldbrände wie auf der Iberischen Halbinsel hat es in Düsseldorf und Umgebung bislang nicht gegeben. Kleinere Vegetationsbrände – wie zuletzt in Angermund – kommen jedoch immer wieder vor. Bis Ende Juli 2026 ist die Feuerwehr Düsseldorf bereits zu rund 100 Vegetationsbränden ausgerückt, wie eine Stadtsprecherin auf Anfrage mitteilt. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 224 Einsätze. Mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre lasse sich in Düsseldorf jedoch bislang „keine generelle Zunahme solcher Einsätze“ erkennen, bilanziert die Sprecherin.
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Und weit muss man nicht gehen, um auf größere Waldbrände zu stoßen. Im Mai brannten bei Attendorn im Sauerland rund 41.000 Quadratmeter Wald. Nur wenige Tage später stand bei Werdohl eine weitere Waldfläche von etwa 8000 Quadratmetern in Flammen. Beide Brände beschäftigten die Feuerwehren über mehrere Tage und machten den Einsatz hunderter Einsatzkräfte erforderlich. Erst am Montag (3. August) entfachte ein großer Brand im niederländischen Naturschutzgebiet Boschhuizerbergen unweit der deutschen Grenze.
DWD-Experte: „Mehr als 90 Prozent der Waldbrände sind menschengemacht“
Viele dieser Brände seien jedoch vermeidbar, sagt Brömser: „Mehr als 90 Prozent der Waldbrände sind menschengemacht.“ Die größte Gefahr gehe von weggeworfenen Zigarettenstummeln, ausgeschütteter Grillkohle oder klassischen Lagerfeuern aus. Aber auch ein heißgelaufener Katalysator oder ein Mähdrescher auf dem Feld könnten unbeabsichtigt ein Feuer entfachen. Natürliche Brandursachen wie Blitzeinschläge seien in Deutschland hingegen eher selten, erklärt Brömser.




