In Düsseldorf lässt sich gut Geld verdienen. Das zeigen zumindest die Gewerbesteuereinnahmen, die in der Landeshauptstadt bei 2570 Euro pro Einwohner liegen. Das ist NRW-Rekord unter den kreisfreien Städten. – Allerdings ist das nur die eine Seite der Medaille. Fast noch wichtiger ist, wie vielen Menschen tatsächlich Arbeit geboten wird.
Wie viele Arbeitsplätze es pro Einwohner in Düsseldorf gibt
Und auch da sieht es eigentlich ziemlich gut aus: Die Arbeitsplatzdichte liegt bei 1373. Das bedeutet: Pro 1000 Einwohner gibt es 1373 Arbeitsplätze. Leider heißt das nicht, dass jeder Einwohner auch einen Arbeitsplatz hat. Und doch: 576.600 Düsseldorfer haben einen Job, fast 80 Prozent davon sind sozialversicherungspflichtig. Doch wo werden sie eigentlich beschäftigt? Wir haben bei den Unternehmen direkt nachgefragt, die Zahlen verglichen – und eine Top 10 der größten Arbeitgeber in Düsseldorf aufgestellt. Das Kriterium waren die Mitarbeiterzahlen am Standort Düsseldorf.
10. Platz: ARAG – Mörsenbroicher Platzhirsch mit Tradition
Die Allgemeine Rechtsschutzversicherung (ARAG) ist ein Düsseldorfer Original und beschäftigt am Standort Mörsenbroich 2005 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bereits 1935 gegründet, ist die ARAG die zweitälteste Rechtsschutzversicherung Deutschlands.
Und mit ihrem ARAG-Tower am Mörsenbroicher Ei hält sie mit 124,9 Metern auch noch den Rekord für das höchste Bürogebäude in Düsseldorf. Das höchste Gebäude der Stadt ist der ARAG-Tower indes nicht. Der Rheinturm ist mit seinen 240,5 Metern fast doppelt so hoch. Und doch läuft es für die ARAG. 2025 nahm der Konzern 3,16 Milliarden Euro an Beiträgen ein. Ein Plus von 13,2 Prozent gegenüber 2024.
9. Platz: Noch ein Versicherer – die Provinzial
Düsseldorf galt früher als Schreibtisch des Ruhrgebiets. Und tatsächlich ist die Stadt vor allem Versicherungs-, Beratungs- und Verwaltungsstandort. Das zeigt sich auch an Platz 9: der Provinzial Versicherung. Wie wichtig sie ist, zeigt sich sogar im amtlichen Straßenverzeichnis: Nach ihr ist immerhin ein eigener Platz benannt. Diese Benennungspraxis findet sich in Düsseldorf übrigens häufiger als in anderen Großstädten. So hat auch die ARAG ihren eigenen Platz. Oder Rheinmetall. Oder die Diakonie.

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Am Provinzialplatz in Wersten arbeiten etwa 2500 Mitarbeiter. Hinzu kommen rund 125 Azubis und Dual-Studierende. Der Provinzial-Konzern toppt die ARAG nochmal deutlich, was die Bruttobeiträge angeht: 2025 nahm der Versicherer aus dem Düsseldorfer Süden fast 7,5 Milliarden Euro ein.
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8. Platz: Ein Staatskonzern im Medienhafen – Uniper
Uniper, Platz 8, ist erst vor zehn Jahren gegründet worden. Damals stieg e-ON aus den Bereichen konventionelle Stromerzeugung und internationaler Energiehandel aus. Diese Geschäftsfelder wurden unter dem Namen Uniper ausgegliedert. Während e-ON nach Essen wechselte, blieb Uniper in Düsseldorf, genauer: im Medienhafen. Hier beschäftigt das Unternehmen etwa 2900 Mitarbeiter.
De facto ist Uniper übrigens (noch) ein Staatskonzern. Als Uniper 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine in wirtschaftliche Schieflage geriet, sprang die Bundesrepublik ein. Dem Steuerzahler gehören über 99 Prozent der Uniper-Aktien. Mittlerweile läuft es zwar besser für Uniper, die Nettoverschuldung liegt allerdings immer noch bei über 2,8 Milliarden Euro.
7. Platz: Die neue Metro
Die siebtplatzierte Metro hat – im Gegensatz zu Uniper – ihre Wurzeln in Essen. Dort wurde 1963 der erste Großhandelsmarkt des Unternehmens eröffnet. Danach ging es vor allem in eine Richtung: nach oben. Zwischenzeitlich war die Metro ein riesiger Konzern, zu dem neben dem Großhandelsgeschäft auch MediaMarkt-Saturn, Kaufhof und Real gehörten. 2011 erwirtschaftete die Metro-Group damit rund 65 Milliarden Euro.
Aber 2017 wurde die Metro geteilt. Die Real-Supermärkte wurden geschlossen oder von Kaufland und Co. übernommen, Kaufhof war schon zu diesem Zeitpunkt bereits verkauft, MediaMarkt-Saturn wurde unter dem Namen Ceconomy ausgegliedert. Die heutige Metro beschäftigt in Düsseldorf etwa 3115 Mitarbeiter. Vor drei Jahren waren es noch 3400. Immerhin: Eine eigene Straße hat die Metro immer noch.
6. Platz: Deloitte
Deloitte, der 6. Platz, sitzt in Düsseldorf genau gegenüber von Rheinmetall und Mercedes-Benz. Dort beschäftigt die Unternehmensberatung 3500 Menschen. Das eigentlich gar nicht so viel für das Unternehmen, das international in ganz anderen Größenordnungen unterwegs ist. Fast eine halbe Million Beschäftigte hat Deloitte. Der Umsatz international liegt bei 61 Milliarden Euro. Vergleicht man das mit den 65 Milliarden der alten Metro, dann sieht man übrigens nicht, dass Deloitte klein wäre, sondern vielmehr, wie groß die Metro einmal war.
5. Platz: Der nächste Player aus den Big Four – PWC
Die Big Four sind die vier größten Unternehmensberatungen der Welt: KPMG, EY, Deloitte und Price Waterhouse Cooper (PWC): Platz Nummer 5. Eigentlich sind Platz 5 und 6 austauschbar – beide PWC und Deloitte beschäftigen rund 3500 Personen, wobei PWC dem Vernehmen nach ein bisschen stärker besetzt sein soll. International hat Deloitte allerdings die Nase vorn. Der weltweite Umsatz von PWC liegt bei 48 Milliarden Euro.
4. Platz: Wieder ein Versicherer mit eigenem Platz – Ergo
Auf dem vierten Platz folgt wieder ein Versicherer. Und wieder einer, der einen eigenen Platz in Düsseldorf hat. Sogar einen jüngst umbenannten. Ältere Düsseldorfer erinnern sich: Bis 2018 hieß der ERGO-Platz noch Victoriaplatz. Der entsprechende Bahnhof hieß sogar noch bis 2023 Victoriaplatz/Klever Straße. Wie sich aus der Geschichte ablesen lässt, hieß Ergo früher Victoria. 1997 schlossen sich die Victoria und die Hamburg-Manheimer zur Ergo zusammen. Die hat ihren Sitz in Düsseldorf und beschäftigt hier 4893 Mitarbeitende.
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3. Platz: Deloittes Nachbar
Bisher waren alle großen Arbeitgeber der Düsseldorfer Top 10 Dienstleister. Jetzt wird mit dieser Regel gebrochen. Die Nummer 3 sitzt gegenüber von Deloitte und baut schweres Gerät. – Die Rede ist natürlich von Mercedes-Benz. Knapp mehr als 5000 Mitarbeiter beschäftigt Mercedes in der Landeshauptstadt.
Das Derendorfer Werk ist dabei das größte Werk für Benz-Vans weltweit. Es gibt also trotz des Weggangs von Vallourec noch ziemlich klassische Industrie im Düsseldorfer Norden. Und die ist in Form der Mercedes-Straße ebenfalls durch einen Eintrag im Straßenregister geadelt worden.
2. Platz: Vodafone – großer Arbeitgeber ohne eigenen Platz
Auch hier zeigen sich die Tücken einer Rangliste: Ob jetzt Mercedes oder Vodafone der größere Arbeitgeber ist, war trotz wiederholter Nachfrage nicht in Erfahrung zu bringen. Beide Unternehmen geben an, rund 5000 Leute zu beschäftigen. Da Vodafone auf seinem Campus bis zu 5500 Leute beschäftigen könnte und im Gegensatz zu Mercedes nicht die Ehre einer eigenen Straße bekommen hat, ist es nur fair, wenn Vodafone den zweiten Platz als Trostpflaster bekommt.
Dass Vodafone trotz 86.000 Quadratmeter-Campus seinen Namen nicht im Straßenregister wiederfindet, könnte überraschen. Doch es gibt ja bereits das Mannesmann-Ufer. Und Mannesmann und Vodafone haben eine gemeinsame Geschichte. Denn im Jahr 2000 übernahm Vodafone die Mannesmann AG. – Und Mannesmann war kein kleines Unternehmen. Im Gegenteil: Die feindliche Übernahme kostete inflationsbereinigt über 297 Milliarden Euro.
Bis heute ist das die teuerste feindliche Übernahme überhaupt. Mannesmann wurde zerschlagen. Die Stahlsparte gehört seither zu Salzgitter, die Telekommunikationssparte namens D2 ging an Vodafone. Und genau darum ging es dem Mobilfunkanbieter aus Newbury auch. – Vielleicht bekommt Vodafone ja wegen dieser feindlichen Übernahme keinen eigenen Straßennamen.
Stadt Düsseldorf beschäftigt mehr als 13.000 Menschen
Und doch reicht nicht eines dieser privaten Unternehmen in der NRW-Landeshauptstadt an den größten Arbeitgeber heran. Der ist nämlich die Stadt Düsseldorf selbst. Im Juli 2026 hat die Stadt 13.212 Menschen beschäftigt, davon 3041 Beamtinnen und Beamte.
1. Platz: Im Süden nichts Neues – Henkel bleibt größter privater Arbeitgeber in Düsseldorf
Der erste Platz wird niemanden überraschen. Den besetzt nämlich Henkel mit seinen über 6000 Mitarbeitern. Dieses vermeintliche Düsseldorfer Urgestein mit 20,5 Milliarden Euro Umsatz, wurde dabei gar nicht in Düsseldorf, sondern in Aachen gegründet. Allerdings zog das Unternehmen bereits 1878, zwei Jahre nach der Gründung, an den Rhein. Zunächst nach Flingern.
Seit 1900 sitzt Henkel nun in Holthausen und prägt den Stadtteil mit seinem Industriepark: Über 400 Gebäude stehen dort auf über 1,5 Quadratkilometern. Dabei arbeiten nicht nur Mitarbeiter von Henkel auf dem Gelände. Insgesamt sind hier etwa 11.000 Menschen beschäftigt. Größter privater Arbeitgeber nach Henkel ist BASF mit ca. 1.300 Mitarbeitern.
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Insgesamt gibt es in Düsseldorf etwa 848.500 Jobs. Einschließlich der Stadt selbst, sind in dieser Liste etwa sieben Prozent aller Düsseldorfer Jobs erfasst. Insgesamt gibt es in der Stadt 41.529 Unternehmen. Düsseldorf hat also relativ viele Arbeitgeber, die Masse der Angestellten findet sich aber noch bei großen Arbeitgebern. Denn auch hinter dem zehnten Platz sind große Arbeitgeber vertreten: KPMG, EY, die Stadtsparkasse, Douglas, Rheinmetall. In Düsseldorf wird Arbeitskraft immer noch akkumuliert.




