Berüchtigt sind sie für ihr brutal anmutendes Paarungsverhalten: Nach der Paarung fressen die Gottesanbeterinnen mitunter die Männchen. Bundesweit steigt die Zahl der grünen drahtigen Fangschrecken rasant an. Wie sieht die Entwicklung in Düsseldorf aus? Wir haben beim Naturschutzbund Nabu nachgefragt.

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Jahresvergleich: Zahl der beobachteten Gottesanbeterinnen in Düsseldorf hat sich bereits jetzt vervierfacht

Bereits jetzt seien viermal so viele „Männerfresserinnen“ in der Landeshauptstadt fotografisch dokumentiert worden wie noch 2025, erklärt Alexander Wirth, Leiter der Data-Science-Abteilung des Umweltverbands. 28 sind es an der Zahl. Den Sichtungen des Nabu zufolge hatte es 2024 noch keine einzige Gottesanbeterin gegeben.

Geografische Verteilung der Gottesanbeterinnen-Sichtungen in Düsseldorf 2025 und 2026
Geografische Verteilung der Gottesanbeterinnen-Sichtungen in Düsseldorf 2025 und 2026© NABU | NABU

In Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland steigt die Zahl der Fangschrecken seit Jahren. Seit Anfang Juli wurden dem Nabu mehr als 26.000 Sichtungen des exotischen Insekts gemeldet - dreimal so viele wie im gesamten vergangenen Jahr. Laut Nabu sind 99,9 Prozent der Bestimmungen korrekt.

Hier kann man Sichtungen von Gottesanbeterinnen melden

Sichtungen können auf der Webseite des Nabu gemeldet werden. Mit bis zu acht Zentimetern bei den Weibchen und sechs bei den Männchen ist die Mantis religiosa im Vergleich zu anderen bei uns vorkommenden Insekten sehr groß. Wegen ihrer grünen bis braunen Tarnfarbe entdeckt man sie in freier Wildbahn jedoch nur selten.

Die grünen, drahtigen Tierchen sind berüchtigt für ihren sexuellen Kannibalismus. Regelmäßig verspeisen die weiblichen und größer gewachsenen Fangschrecken ihr kleineres männliches Pendant nach der Paarung.

Zahl der Gottesanbeterinnen in Düsseldorf steigt rasant - Das sind die Ursachen

Die Ursachen des rasanten Anstiegs seien laut Wirth vielschichtig. „Zum einen ist es die mediale Aufmerksamkeit, die mehr Menschen dazu veranlasst, ihre Funde der Gottesanbeterin zu melden. Zum anderen war es der warme Winter und Frühling, der viele Eier hat überleben lassen und viele kleine Larven frühzeitig schlüpfen ließ“, erklärt der Wissenschaftler.

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Noch vor wenigen Jahrzehnten war die Gottesanbeterin in Deutschland eine Rarität gewesen und kam nur im äußersten Süden des Landes vor. Ursprünglich kommt die wärmeliebende Gottesanbeterin aus dem Mittelmeerraum. Durch den Klimawandel hat sich ihr Verbreitungsgebiet in den vergangenen Jahren jedoch deutlich vergrößert.

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Eines der Belegfotos aus Düsseldorf deute laut Wirth derweil darauf hin, dass sich die Fangschrecke hier fortgepflanzt hat. „Wenn alles gut läuft, schlüpft dann im nächsten Frühjahr eine neue Generation Düsseldorfer Gottesanbeterinnen.“