• Im Eisstadion an der Brehmstraße beginnt am 2. Oktober die öffentliche Eislauf-Saison.
  • Bei den Öffnungszeiten gibt es eine deutliche Veränderung zu den Vorjahren.
  • Das stößt auf Kritik, nicht nur vom Schlittschuhverleih direkt am Eisstadion.

Montags zu, mittwochs zu, donnerstags zu: Am 2. Oktober startet die Eislaufsaison im Eisstadion an der Brehmstraße. Im Vergleich mit früheren Jahren fällt vor allem auf, wie oft das Eisstadion unter der Woche geschlossen bleibt – die öffentlichen Eislaufzeiten für Hobbyläufer und Familien sind offenbar um satte 50 Prozent gekürzt worden.

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„Im regulären Betrieb sollen weiterhin insgesamt zehn Stunden öffentlicher Eislauf pro Woche erhalten bleiben. Ergänzend dazu soll das öffentliche Angebot in den Ferien deutlich ausgeweitet werden“, sagt ein Sprecher der Stadt Düsseldorf zu den neuen Öffnungszeiten. „Weiterhin“? In der Saison 2025/26 konnte man insgesamt 20 Stunden Eislaufen an der Brehmstraße, verteilt auf sechs Tage pro Woche. Jetzt sind es nur vier Tage.

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Die öffentlichen Eislaufzeiten am Mittwoch und Donnerstag (jeweils von 16 bis 18 Uhr) sind gestrichen worden. Samstags gibt es bald nur noch eine Laufzeit von 14 bis 17 Uhr, sonntags einen dreistündigen Slot von 12 bis 15 Uhr und am frühen Abend zwei Stunden von 17 bis 19 Uhr. Dass die aktuelle Online-Übersicht des städtischen Sportamts (Stand 17.9.) nur eine einzige Laufzeit nenne, sei „ein Fehler“, der noch korrigiert werden soll, ist zu erfahren. Bisher gab es an den Wochenenden zwei oder sogar drei Zeitfenster mit je zwei Stunden pro Tag.

Kritik an den neuen Öffnungszeiten – vor allem fürs Wochenende – kommt von Besuchern, die regelmäßig ihre Runden im Eisstadion drehen. „Früher gab es eine wunderbare, intuitive Staffelung über den Tag verteilt. Wenn nun aber am Wochenende alles in ein einziges Zeitfenster gedrängt wird, müssen plötzlich alle Altersgruppen gleichzeitig auf die Fläche. Schwere Zusammenstöße sind da leider programmiert“, erklärt eine Düsseldorferin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Denn ein verlängerter Drei-Stunden-Einzelblock am Wochenende könne diese Lücke überhaupt nicht auffangen, bemängelt die Frau. Hinzu komme ihre Erfahrung als regelmäßige Läuferin: Nach spätestens zwei Stunden intensiver Nutzung sei das Eis ohne eine Zwischenreinigung durch die Eismaschine so tief abgenutzt, dass es gerade für die Kleinsten kaum noch sicher befahrbar sei. „Die Sturzgefahr steigt drastisch an.“

Die neuen Öffnungszeiten an der Brehmstraße

Am 2. Oktober startet die Eislaufsaison 2026/27 im Eisstadion an der Brehmstraße. In den Vorjahren konnte man dort dienstags bis sonntags zu mehreren Zeiten täglich eislaufen. In der neuen Saison gibt es öffentliche Laufzeiten nur an vier Tagen in der Woche:

  • Montag, Mittwoch, Donnerstag: Geschlossen
  • Dienstag: Öffentliche Laufzeit 17 bis 19 Uhr
  • Freitag: Öffentliche Laufzeit im Stadion von 19 bis 22 Uhr und in der Trainingshalle von 20.30 Uhr bis 22 Uhr (inklusive Laufzeit für Menschen mit Behinderung).
  • Samstag: Öffentliche Laufzeit von 14 bis 17 Uhr
  • Sonntag: Öffentliche Laufzeit von 12 bis 15 Uhr und 17 bis 19 Uhr.

Eisstadion an der Brehmstraße: Vereine sollen mehr Zeitslots bekommen

Laut kommuniziert hat die Stadt als Betreiberin der Eishalle die geänderten Öffnungszeiten bislang nicht. Auf NRZ-Anfrage erklärt sie den Grund für die Anpassung so: „Die bisherigen Laufzeiten sind nicht alle gleich stark nachgefragt. Insbesondere die öffentlichen Laufzeiten am Mittwoch und Donnerstag von jeweils 16 bis 18 Uhr wurden schlecht angenommen.“ Demgegenüber hätten Vereine aber so viele Wünsche angemeldet, dass das Eisstadion dem Nachwuchs- und Breitensport deshalb in der neuen Saison mehr Zeit einräume. Details nennt der Sprecher dazu aber nicht.

Der Eissport hat für Düsseldorf eine zunehmende Bedeutung: Am Freitag startet die DEG in die neue Saison, im November richtet die Landeshauptstadt den Eishockey-Deutschland-Cup aus, im Dezember finden zwei NHL-Spiele im PSD-Bank-Dome statt, 2027 ist Düsseldorf zusammen mit Mannheim Austragungsort der Eishockey-WM. „Es ist so unendlich schade, dass wir diese globalen Großereignisse hier vor Ort feiern, während unsere eigenen Düsseldorfer Familien und Hobbyläufer nun gezwungen werden, in Nachbarstädte wie Ratingen auszuweichen, weil das breitensportliche Fundament an der Brehmstraße derart beschnitten wird“, findet die Düsseldorferin.

Schlittschuhverleiher zu den neuen Öffnungszeiten: „Denkt keiner mehr an die Kinder?“

„Diese neuen Eislaufzeiten sind ein Unding“, schimpft auch Oliver Kasper, Inhaber des Schlittschuhverleihs am Eisstadion. Dass das Eisstadion in der neuen Saison an drei Tagen in der Woche schließt, hat auch für sein Eissport-Geschäft Folgen: „Das zwingt uns dazu, an diesen Tagen ebenfalls geschlossen zu haben“, sagt der 59-Jährige, dessen Vater Hans das Geschäft vor 62 Jahren eröffnete und auch heute, mit 85 Jahren, noch immer im Laden mithilft.

Auch Kasper sieht vor allem die Eislaufzeit am Sonntagmittag als Problem. In den Vorjahren habe es sich etabliert, dass vormittags vor allem Familien mit kleinen Kindern die Eisfläche nutzten und Leute, die ‚wilder‘ fuhren, meist am Nachmittag oder frühen Abend kamen, sagt Kasper. In der neuen Saison fürchtet er, dass sich sonntags von 12 bis 15 Uhr alle durcheinander auf dem Eis tummeln – Cracks und Anfänger, Jugendliche und Familien. „Das kann nicht funktionieren. Denkt bei der Stadt keiner mehr an die Kinder und Jugendlichen?“, wundert er sich.

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„Bei der Neuordnung der Wochenendlaufzeiten standen vor allem die betriebliche Organisation und die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher im Mittelpunkt“, sagt die Stadt. Und die Kosten: „Die geplanten Zeitfenster sollen einen effizienteren und besser planbaren Betriebsablauf ermöglichen und die vorhandenen personellen Ressourcen gezielter eingesetzt werden.“

Positives gibt es aber auch zu nennen: Erstmals kann auch die barrierefrei erreichbare Trainingshalle öffentlich genutzt werden, freitags von 20.30 Uhr bis 22 Uhr – als „inklusives Angebot“, das für Menschen mit Behinderung sogar kostenfrei sein soll. Und dass die Eislaufzeiten im Eisstadion unter der Woche auf den frühen bis späteren Abend geschoben werden, könnte für Schüler besser sein, für die die bisherigen Zeiten ab 16 Uhr nicht so günstig lagen, ist zu hören.

Eislaufen an der Brehmstraße: Eintrittspreise könnten teurer werden

Zu den Eintrittspreisen – zuletzt 2,80 Euro für Erwachsene und 1,30 Euro pro Besuch für Kinder und Jugendliche – kündigte die Stadt auch eine Veränderung an: Es dürfte teurer werden. „Derzeit werden die Eintrittspreise für die kommende Saison aufgrund der gestiegenen Energie-, Personal-, Material- und Instandhaltungskosten neu bewertet und das Ergebnis entsprechend rechtzeitig kommuniziert“, sagt der Stadtsprecher. Die Antwort steht bislang aus.

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Ob das letzte Wort in Sachen öffentliche Laufzeiten im Eisstadion gesprochen ist, scheint aber offen. Online gibt es auf der neuen Website, die erstmals die beiden Düsseldorfer Eislaufhallen in Benrath und an der Brehmstraße zusammenfasst, eine Umfrage. Die Überschrift: „Gemeinsam die Brehmstraße noch besser machen!“