Bei der Kommunalwahl hat die SPD wohl deutlich stärker von ihrem Oberbürgermeister profitiert als Sören Link von seiner Partei. Deren Unterstützung braucht er jetzt am 28. September in der Stichwahl gegen Carsten Groß (AfD). Die größte Gefahr für den Amtsinhaber: Die Wähler könnten glauben, angesichts des 25-Prozent-Vorsprungs aus dem ersten Wahlgang sei das Rennen bereits gelaufen.
Duisburger SPD hatte sich auf Stichwahl eingestellt
Auf dem Weg von der Stimmauszählung im Ratssaal zur Wahlparty der SPD hatte der OB schon wieder in den Wahlkampfmodus geschaltet: „Jetzt gehen wir in die Nachspielzeit und gewinnen das Spiel.“ Sein Dank an die Genossinnen und Genossen sollte auch Motivation sein, im Endspurt „noch einmal alles auf die Straße zu bringen“, wie Parteichef Mahmut Özdemir formulierte.
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Die Partei war darauf vorbereitet, dass es im ersten Anlauf gegen zehn Mitbewerber nicht für die absolute Mehrheit reichen würde. „Wir wählen wieder Sören Link“ stand auf den ersten Plakaten neben dem Datum 28. September, die am Sonntag bereits bei der Wahlparty gezeigt wurden.
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Grüne: Können keinen rechtsextremen OB zulassen
Kurz nachdem Link als Wahlsieger und sein AfD-Kontrahent für die Stichwahl feststanden, gab die erste Schützenhilfe für den OB von den Mitbewerbern. „Wir können nicht zulassen, dass Duisburg einen rechtsextremistischen Oberbürgermeister bekommt, das werden wir mit allen demokratischen Mitteln verhindern,“ sagte Sebastian Ritter (Grüne). Auch der grüne Fraktionssprecher Felix Lütke wurde deutlich: „Wenn ein Demokrat und ein Faschist zur Wahl stehen, ist unsere Entscheidung klar.“
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Auch FDP-Chef und OB-Kandidat Oliver Alefs konnte gegen den Amtsbonus des OB wenig ausrichten. Enttäuscht über 0,9 Prozent der Stimmen blieb nur die Gratulation und das Versprechen: „Ich werde Sören Link gegen die AfD unterstützen.“ Schützenhilfe kommt auch von Junges Duisburg (JUDU). „Bei der Oberbürgermeister-Stichwahl empfiehlt JUDU seinen Mitgliedern und Wählern, für Sören Link (SPD) zu stimmen“, sagt der Vorsitzende Frederick Engeln.

CDU empfiehlt ihren Mitgliedern Votum für Link
Am Montag entschied sich auch der CDU-Kreisverband in einer Vorstandssitzung dafür, seine Mitglieder zum Votum für dem amtierenden OB aufzurufen. „Duisburg muss weiterhin einen Oberbürgermeister aus der politischen Mitte behalten“, begründet die Parteivorsitzende Petra Vogt den Beschluss, „deshalb unterstützt die CDU Duisburg die Wahl von Sören Link.
Man werde „mit allen demokratischen Parteien über eine Unterstützung für Sören Link bei der Stichwahl sprechen“, kündigen der SPD-Parteivorsitzende Mahmut Özdemir und Fraktionschef Bruno Sagurna an. „Wir werden uns die Hacken ablaufen“, hatte Özdemir am Sonntagabend versprochen. Wohl auch, weil die AfD noch nicht ans Aufgeben denkt. Man werde „in den nächsten Wochen nochmal richtig Gas geben“, hatte Kandidat Groß im Angesicht der Schlappe am Sonntag angekündigt: „Ich bin guter Dinge, dass da noch was geht.“





