Es ist eine Hiobsbotschaft für das Forum und die Innenstadt in Duisburg: Moderiese Zara hat überraschend das Einkaufszentrum verlassen. Die Filiale ist bereits geschlossen, einen Ausverkauf hat es nicht gegeben. Das Center verliert mit dem Auszug eine Marke mit Strahlkraft, die gerade eine junge Zielgruppe angesprochen hat.

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Die Front der geschlossenen Filiale ist bereits abgeklebt, am Samstag hat es den letzten Verkaufstag gegeben. Mit einem kargen Aushang werden Kundinnen und Kunden über das Aus informiert: „Sie finden uns weiterhin in unseren Stores in Oberhausen und Essen“, teilt die spanische Textilkette mit. Auch bei Google heißt es bereits: „dauerhaft geschlossen“.

Zara verlässt Forum in Duisburg: „Der Mietvertrag ist ausgelaufen“
„Der Mietvertrag ist ausgelaufen. Wir finden es sehr schade und hätten sie gerne behalten“, bedauert Center-Manager Holger Höfner das Zara-Aus. Es habe Verhandlungen über eine Verlängerung gegeben, leider sei es zu keiner Einigung gekommen. Die Beschäftigten in Duisburg sollen ein Angebot zur Weiterbeschäftigung an anderen Standorten erhalten haben.
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Ein Grund der Schließung ist wohl die Eröffnung des Flagship-Stores im Westfield Centro in Oberhausen, heißt es aus gut informierten Kreisen. Das Modeunternehmen hatte vor wenigen Monaten in der Nachbarstadt die nach eigenen Angaben größte Zara-Filiale in ganz Deutschland eröffnet und das Angebot massiv ausgebaut.
Das in Oberhausen umgesetzte Ladenkonzept hat nur noch wenig mit der Filiale in Duisburg gemein. Das Geschäft hat einen sehr cleanen Showroom-Charakter. Die neutralen, hellen Farben der Wände, Böden und Decken und die klaren Einrichtungselemente vermitteln weniger das Bild von Mode von der Stange – wenngleich Zara weiterhin für Fast Fashion steht. Neben Self-Checkout-Kassen gibt es etwa auch ein automatisiertes Abholsystem für Online-Bestellungen mit Platz für 800 Pakete.
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Zara hatte in Duisburg 2017 eröffnet: Einzug war mit Veränderung verbunden
In Duisburg hatte Zara die Filiale erst 2017 eröffnet. Auf zwei Verkaufsebenen und 3000 Quadratmetern wurde Mode für Damen, Herren und Kinder angeboten. „Dass Zara sich für eine Anmietung im Forum entschieden hat, ist ein weiteres Indiz dafür, dass Duisburg ein absolut wettbewerbsfähiger Einzelhandelsstandort ist“, hieß es bei der Vertragsunterzeichnung.

Der Einzug war für Center-Betreiber Klépierre auch ein Kraftakt: Mehr als zehn bestehende Mieter mussten umverlagert oder im Flächenprofil angepasst werden, um die Ankerfläche auf zwei Verkaufsebenen zu schaffen. Wenngleich eine erneute Trennung der Fläche denkbar wäre, wird wohl nach einem neuen Mieter gesucht, der beide Verkaufsebenen bespielt. „Wir befinden uns in sehr guten Gesprächen“, sagt Höfner. Nach einem Umbau könnte eine Eröffnung schon Anfang 2026 erfolgen.
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Wie geht es mit der Fläche weiter? Verhandlungen laufen
Einen Namen könne er natürlich noch nicht präsentieren, mit dem Angebot solle aber wie bei Zara eine junge Zielgruppe angesprochen werden. Ein Szenario verneint der Center-Manager: Es wird keine Marke aus dem Inditex-Universum sein, wenngleich es Gespräche gegeben hat. Zur Zara-Muttergesellschaft gehören auch Marken wie Pull&Bear, Bershka oder Stradivarius, die in den vergangenen Jahren in Deutschland expandiert und mehrere Filialen, zum Beispiel in Oberhausen und Essen, eröffnet haben. Inditex erwirtschaftete 2024 einen Gesamtumsatz von über 38,6 Milliarden Euro.
Ein Neuzugang – ebenfalls für eine junge Zielgruppe – steht hingegen fest: Mango wird eine Filiale im Forum eröffnen. „Der Mietvertrag ist unterschrieben“, erklärt Höfner. Die spanische Modekette zieht auf die ehemalige Depot-Fläche im Erdgeschoss, direkt am Aufgang zum Elektromarkt Saturn. Die Modekette hatte bis 2023 einen Standort in der Königsgalerie betrieben und kehrt jetzt in die Duisburger Innenstadt zurück. Der Ausbau soll zeitnah beginnen.

>>> Handelsverband sieht Verlust für die Innenstadt
- „Für Duisburg ist es sehr bedauerlich“, sagt Doris Lewitzky. Die Geschäftsführerin des Handelsverbands Niederrhein sieht in Zara eine Marke mit Strahlkraft für die junge Zielgruppe, die „nah am Zeitgeist“ ist.
- Wenn eine weltweit agierende Kette eine Filiale aufgibt, habe dieser Schritt auch eine Signalwirkung für andere Modeunternehmen. Der Handel sei im Ringen um die Attraktivität und Zukunft der Innenstadt ein wichtiger Baustein.






