Den ersten Glühwein der Wintersaison gibt's bei ihr, „jedes Jahr“, betont Heike Wiehe und lacht fröhlich. Sie ist die Vorsitzende der Meidericher Kaufleute und damit Hauptorganisatorin des örtlichen Martinsmarkts. Ob mit Schuss oder ohne, ob Weißwein oder Rotwein oder die Kinderpunsch-Variante, wer nicht bis zum großen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt oder gar bis zum Advent warten möchte, schlürft Deutschlands Lieblingswinterheißgetränk im Duisburger Norden.

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Der traditionelle Martinsmarkt, das beliebte fünftägige Familienfest, will auch diesmal, bei seiner 40. Auflage, vom 6. bis 10. November wieder viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur Von-der-Markt-Straße nach Mittelmeiderich locken. Gleich „mehrere Höhepunkte“ hat das Orga-Team für die Besucher auf die Beine gestellt: So gibt es am Freitagabend (7. November) ein Höhenfeuerwerk, das mit seinem Funkenregen um 20 Uhr den düsteren Abendhimmel erhellt. „Das ist ein echtes Feuerwerk mit echten Raketen“, betont Heike Wiehe angesichts eines neuen Trends, Feuerwerkskörper durch Drohnen-Lichtshows zu ersetzen.

Für Jungen und Mädchen ist allerdings der Besuch hoch zu Ross das aufregendere Erlebnis. Denn Sankt Martin kommt am Samstag nach Meiderich und führt den Martinszug an. Los geht es um 17 Uhr am alten Marktplatz an der Bahnhofsstraße; das Ziel ist der Bahnhofsvorplatz, wo St. Martin seinen Mantel teilt, dem Heiligen zu Ehren ein Feuer entzündet wird und Martinslieder gesungen werden. Bevor am Abend das letzte „Rabimmel, Rabammel, Rabumm“ verklingt, bekommen alle Kinder einen kostenlosen Weckmann.

Auf dem Bahnhofsvorplatz erleben die Kinder, wie St. Martin seinen Mantel mit einem Bettler teilt. Danach bekommen alle Mädchen und Jungen einen Weckmann.
Auf dem Bahnhofsvorplatz erleben die Kinder, wie St. Martin seinen Mantel mit einem Bettler teilt. Danach bekommen alle Mädchen und Jungen einen Weckmann.© FUNKE Foto Services | Michael Dahlke

40. Meidericher Martinsmarkt: Fünftägiges Familienfest lockt nach Duisburg-Meiderich

Für alle Jugendlichen und Junggebliebenen ist von Donnerstag bis Montag eine kleine Kirmes auf der Meidericher Einkaufsstraße aufgebaut, mit ein paar Karussells, Kirmesbuden und Gastroständen. Am Abschlusstag, 10. November, ist der Familientag und dann senken die Schausteller um den Kirmesveteranen Walter Söhngen ihre Preise und bieten Sonderaktionen.

Zusätzlich ist beim Martinsmarkt wieder verkaufsoffener Sonntag; am 9. November öffnen die Geschäfte auf der Von-der-Mark-Straße.

Die Meidericher Einkaufsstraße verwandelt sich fünf Tage lang in eine kleine Kirmes.
Die Meidericher Einkaufsstraße verwandelt sich fünf Tage lang in eine kleine Kirmes.© FUNKE Foto Services | Michael Dahlke

„Hat sich bewährt“: So wirkt sich das verschärfte Sicherheitskonzept aus

Also alles wie immer? Nicht ganz. Die Bühne samt Programm fehlt, und das bei Jugendlichen angesagte Fahrgeschäft steht nicht wie früher am Bahnhofsvorplatz. Das ist den Auflagen der Stadt Duisburg und der Polizei geschuldet. Zumindest indirekt.

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„Aufgrund der Vorkommnisse in den vergangenen Jahren werden wir wieder einen Sicherheitsdienst einsetzen“, erläutert Heike Wiehe die höheren Anforderungen an die Sicherheit und verweist auf frühere Erfahrungen mit randalierenden Kinder- und Jugendbanden. Um das nötige Geld aufzubringen, musste es das Orga-Team seit 2022 woanders einsparen und hat erneut aufs Bühnenprogramm verzichtet. Die Security wird unterstützt durch die Polizei, durchs Ordnungsamt und rund um den Meidericher Bahnhof durch Sicherheitsleute der Stadttochter Octeo. Dieses verschärfte Sicherheitskonzept „hat sich bewährt“, betont Wiehe, zuletzt sei alles relativ ruhig geblieben.

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Allerdings auch deshalb, weil der Martinsmarkt ganz bewusst nicht mehr rund um Halloween stattfindet. Allein dadurch sei es zu weniger Vorfällen mit Jugendlichen gekommen. So hätten die Veranstalter „viele Kompromisse gemacht, um Gefahrenquellen abzuziehen“. Ein solcher Kompromiss neben dem neuen Termin ist, dass das bei Teenagern angesagte Fahrgeschäft „Breakdance“ nicht mehr aufgebaut wird. Dass die randalierenden Jungen und Mädchen diesmal zurückkehren, daran glaubt die Hauptorganisatorin nicht: „Die Rabauken sind älter geworden“. Und hoffentlich weniger krawallig. Ruhiger.

Deutlich ruhiger geworden sei definitiv die Einkaufsmeile und der Bahnhof selbst. Das berichten auch andere Händler, Anwohner und Kunden, seitdem die Polizei eine Einbrecherbande gefasst hat und seitdem Polizeikameras an der Von-der-Mark-Straße aufgestellt waren.

Heike Wiehe (links) ist als Vorsitzende des örtlichen Werberings eine erfahrene Organisatorin für Stadtteilfeste in Duisburg-Meiderich. (Archivfoto)
Heike Wiehe (links) ist als Vorsitzende des örtlichen Werberings eine erfahrene Organisatorin für Stadtteilfeste in Duisburg-Meiderich. (Archivfoto) © FUNKE Foto Services | Christoph Wojtyczka

„Wir kriegen das hin“, gibt sich Heike Wiehe zuversichtlich, dass alle Familien einen wunderschönen Martinsmarkt erleben und dass dann fröhliches Kinderlachen die Meidericher Einkaufsstraße bestimmen wird. Eine Hürde dafür hat der örtliche Werbering schon genommen: Die Stadt hat den neuen Trinkbrunnen frühzeitig für den Winter entfernt, so kann dort jetzt wieder, wie gewohnt, ein Kinderkarussell stehen.

>> Öffnungszeiten des Meidericher Martinsmarktes

  • An allen fünf Tagen (6. bis 10. November) des 40. Meidericher Martinsmarkts warten zahlreiche Schausteller und Händler jeweils von 11 bis 22 Uhr mit ihren Verkaufs- und Gastroständen sowie mit ihren Karussells auf die Besucher.
  • Der Martinszug beginnt am Samstagabend, 8. November, um 17 Uhr am alten Markt.
  • Am verkaufsoffenen Sonntag öffnen die Geschäfte auf der gesamten Einkaufsstraße von 13 bis 18 Uhr.