Es ist eine fast unheimliche Serie, die die Polizei in Duisburg aufhorchen lässt: Immer mehr Details und Fälle von Kindern und Jugendlichen werden bekannt, die sich durch Böller schlimmste Verletzungen zugezogen haben. Wie die Redaktion jetzt aus zuverlässiger Quelle erfuhr, hat ein Mädchen (12) am Montagnachmittag in Obermarxloh vier Finger einer Hand verloren.

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Die Polizei hatte über den Fall einen Tag später berichtet. Beamten waren demnach zusammen mit Rettungskräften gegen 15 Uhr zu einem kleinen Park im Bereich Norbertuskirchplatz gerufen worden. Zeugen hatten zuvor einen lauten Knall gehört. Anschließend sollen mehrere Kinder weggerannt sein. Die Zwölfjährige blieb schwer verletzt zurück und kam nach der Erstversorgung durch einen Notarzt ins Krankenhaus.
Unheimliche Serie in Duisburg: Schlimmste Verletzungen bei Kindern und Jugendlichen durch Böller
Über den aktuellen Gesundheitszustand des Mädchens ist nach Angaben eines Polizeisprechers nichts bekannt. Unklar sei auch, wie es dem Jungen (14) geht, dem ein Böller in Aldenrade am Freitagabend, 31. Oktober, an Halloween die Hand zerfetzt hatte. Wie genau sich die beiden die schweren Verletzungen zugezogen haben, ist laut Polizei weiter Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Im Gegensatz zum Mädchen ist der 14-Jährige strafmündig. Sollte in seinem Fall kein Fremdverschulden vorliegen, muss er sich auch noch mit einem Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz auseinandersetzen.
Polizei berichtet über zwei weitere Fälle
Darüber hinaus teilt die Polizei mit, dass sich zwei weitere Teenager (13 und 15) schwere Verletzungen durch gezündete Pyrotechnik oder Feuerwerkskörper zugezogen haben. So hatte sich der Vater des 13-jährigen Duisburgers am Dienstagmorgen, 4. November, um 9.30 Uhr an die Polizisten der Wache in Marxloh gewandt.
Sein Sohn habe ihm erzählt, dass er am Montagabend, 3. November, um 19.45 Uhr einen Gegenstand an einer Bushaltestelle an der Wiesbadener Straße in Obermeiderich aufheben wollte, der dann explodiert sei. Der Junge kam zur weiteren Behandlung zunächst in ein Krankenhaus.
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In einem weiteren Fall im Duisburger Norden wandte sich das Krankenhauspersonal einer Klinik an der Dieselstraße am Dienstagvormittag, 4. November, um 11 Uhr an die Polizei, weil ein 15-Jähriger mit schweren Handverletzungen eingeliefert worden war. Der Jugendliche soll sich zuvor mit einem Freund auf der Wilfriedstraße in Marxloh getroffen haben. Dabei soll ein Knallkörper gezündet worden sein.
Die Wucht der Böller: Polizei zieht Rückschlüsse
Auch in den beiden neuen Fällen sind die genauen Hintergründe laut Polizei unklar. Um was für pyrotechnische Gegenstände es sich handelt, woher die Knallkörper stammen und wer die „Böller“ gezündet hat, sei Bestandteil der laufenden Ermittlungen. „Wir gehen aber davon aus, dass es sich insbesondere bei abgetrennten Gliedmaßen nicht um an Privatpersonen frei verkäufliche Böller der Kategorie F1 und F2 handeln kann“, stellt der Polizeisprecher klar.
Nach Informationen der Redaktion gibt es deshalb zwei Möglichkeiten: Entweder handelt es sich um selbst gebastelte Pyrotechnik oder um Böller der höheren Kategorie, die normalerweise nur an ausgewählte Personengruppen wie geübte Pyrotechniker verkauft werden dürfen. Diese Böller haben laut Experten eine enorme Sprengkraft und können zum Beispiel sogar einen Motorblock durchschlagen.
Steckt eine TikTok-Challenge dahinter?
Die Polizei in Duisburg ermittelt in alle Richtungen und prüft aufgrund der Häufung von derartigen Fällen auch, ob es aktuell eine entsprechende „Challenge“ in den Sozialen Medien wie TikTok gibt. Dabei werden Kinder und Jugendliche zu „Mutproben“ mit oft schwerwiegenden Folgen aufgefordert.
Die Polizei warnt noch einmal eindringlich: Der unsachgemäße und missbräuchliche Umgang mit Feuerwerkskörpern könne neben den rechtlichen Verstößen zu schwersten Verletzungen wie Knalltraumen, Verbrennungen oder abgerissene Körperteile führen – und zu unabsehbaren Folgen für das weitere Leben.





