Alberto ist mit seiner Cousine Daria im Februar 2024 auf dem Heimweg von der Schule, als Ron S. die Grundschülerin auf der Dahlstraße in Marxloh plötzlich mit einem Messer angreift. Der damals zehn Jahre alte Junge zögert nicht und greift mutig ein: Um seine Cousine zu verteidigen, schlägt Alberto den Angreifer mit seinem bunten Schultornister – und wird selbst zur Zielscheibe. Für seinen Einsatz hat NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst dem kleinen Lebensretter jetzt die Rettungsmedaille verliehen.

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In seiner Laudatio wandte Wüst sich bewegt an den Jungen: „Lieber Alberto, in den vergangenen Jahren habe ich viele Retterinnen und Retter ausgezeichnet, aber noch nie einen so mutigen Jungen wie dich.“ Den Einsatz des Grundschülers nannte er „sehr, sehr mutig“. Alberto, inzwischen zwölf Jahre alt, stand mit roten Wangen auf der mit Fahnen geschmückten Bühne im Gelsenkirchener Schloss Horst: ein kleiner, stolzer Mann in schwarzem Blouson neben dem hochgewachsenen Ministerpräsidenten, im Publikum die Eltern mit Tränen in den Augen.

Stolzer Preisträger: Alberto (12) aus Duisburg hört von Ministerpräsident Hendrik Wüst noch einmal die Geschichte, wie er seiner Cousine das Leben rettete.
Stolzer Preisträger: Alberto (12) aus Duisburg hört von Ministerpräsident Hendrik Wüst noch einmal die Geschichte, wie er seiner Cousine das Leben rettete. © FUNKE Foto Services | Vladimir Wegener

Messerattacke auf Grundschüler in Marxloh: Täter stach wild auf Alberto ein

Mit seinem Eingreifen an dem Februarmittag rettete Alberto Daria wohl das Leben. Aber: Er brachte dabei sein eigenes in höchste Gefahr. Achtmal stach Ron S. auf den Jungen ein und verletzte ihn an den Händen und am Kopf. Der psychisch kranke Mann hatte zuvor mit Chatpartnern gewettet, dass er einen Mord begehen werde. Daria und Alberto konnten sich aber blutüberströmt hinter ein Auto retten. Dann schleppten sie sich in die nahe Grundschule. Ron S. wurde noch vor Ort festgenommen. Ein Gericht entschied im November 2024, den jungen Mann aus Marxloh dauerhaft in der geschlossenen Psychiatrie unterzubringen.

Die beiden Kinder retteten sich damals schwer verletzt in ihre Grundschule.
Die beiden Kinder retteten sich damals schwer verletzt in ihre Grundschule. © WAZ | Egemen Semih Köse

Die körperlichen Wunden waren bei Alberto zu jenem Zeitpunkt verheilt. Allerdings: Der Prozess im Spätherbst 2024 verdeutlichte, wie sehr die Seele des Jungen unter der brutalen Attacke gelitten hatte. Schlafstörungen und schlimme Alpträume quälten den Schüler aus der bulgarischen Community auch noch Monate nach der Bluttat. Lange Zeit traute er sich nicht alleine aus dem Haus. Um das Leben seiner Cousine zu retten, hat Alberto einen hohen Preis gezahlt.

Am Rande der Verleihung sprachen sowohl Ministerpräsident Wüst als auch NRW-Innenminister Herbert Reul mit dem kleinen Retter. Sie lobten ihn nochmals persönlich, dankten ihm, aber rieten ihm auch freundlich zur Vorsicht: Er solle sich nicht noch einmal selbst in Lebensgefahr bringen.

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