Der Zoo Duisburg spricht von einem „Gänsehautmoment“: Der Tierpark ist an einem ambitionierten Artenschutzprojekt maßgeblich beteiligt; für die Auswilderung von Wildkatzen in Schottland haben 16 Jungtiere jetzt den Kaiserberg verlassen. Die Tiere sind jüngst in das schottische Auswilderungszentrum gekommen und werden nun fernab der Zivilisation auf ihre Auswilderung vorbereitet. 2026 sollen die ersten dieser Tiere in die Freiheit zurückkehren.

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Seit 2023 wilderte die Organisation „Saving Wildcats“ 40 in einem Zoo geborene Wildkatzen in einem Naturreservat aus – nun kommen 16 Tiere aus Duisburg hinzu. „Wir freuen uns sehr, dass wir so einen großen Anteil haben“, sagt ein Zoosprecher. Auch die Pfleger seien „wirklich stolz“, dass ihre Schützlinge ausgewildert werden. Bis auf das Zuchtpaar haben den Kaiserberg alle jungen Wildkatzen verlassen, erklärt ein Sprecher.
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Zoo Duisburg: 16 Wildkatzen werden ausgewildert
Die Auswahl der Tiere erfolgte aufgrund genetischer Tests. Zuletzt haben die Tiere in unterschiedlichen Anlagen auf dem Zoogelände gelebt. Es sei zudem nicht ausgeschlossen, dass noch mehr Wildkatzen aus Duisburg Teil des Projekts werden. Die Vorbereitungen der Auswilderung – samt aller Papiere für die Aus- und Einfuhr – haben mehrere Monate in Anspruch genommen.

Einst waren die Tiere in ganz Großbritannien verbreitet, doch die Situation habe sich dramatisch geändert: „Schätzungen gehen davon aus, dass im besten Fall nur noch wenige hundert Tiere in der Wildbahn Großbritanniens leben – in Südengland sind die Räuber bereits ausgestorben“, erklärt der Zoo Duisburg. Die Jagd und der Lebensraumverlust bedrohen die Art.
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Um die Bestände zu unterstützen und ein Aussterben zu verhindern, engagieren sich Zoos im Rahmen gezielter Auswilderungsprojekte. Grundlagen hierfür waren eine Machbarkeitsstudie zum Status des Lebensraumes und die Empfehlung der ‚Fachgruppe Katzen‘ des Weltnaturschutzverbandes IUCN, Wildkatzen vom europäischen Festland nach Großbritannien einzuführen, um eine stabile und genetisch gesunde Population aufzubauen.
„Wir freuen uns sehr, dass wir so einen großen Anteil haben“
Christian Schreiner, über die Beteiligung des Zoos am Auswilderungsprojekt
Wildkatzen gibt es auch in Deutschland
Wildkatzen gibt es auch in deutschen Wäldern. Doch die Tiere, einst fast überall in Deutschland verbreitet, wurden durch Zerstörung und Isolierung ihrer Lebensräume auf wenige naturnahe, waldreiche Regionen zurückgedrängt. Sie leben vor allem in Mittel- und Süddeutschland – etwa im Harz, Hunsrück, Pfälzer Wald oder Taunus.
Lange habe es in Deutschland nicht gut um die Bestände gestanden – Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Tiere sogar fast ausgerottet. Um die Population zu unterstützen, wildern Tierparks gemeinsam mit weiteren Naturschutzverbänden Wildkatzen innerhalb Deutschlands aus.
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Auch der Zoo Duisburg stellte Tiere für solche Ansiedlungsprojekte bereit. Tierpfleger Mike Kirschner begleitete in den 90er Jahren insgesamt acht Wildkatzen bis in den Bayerischen Wald und in die angrenzende Oberpfalz. In einer Station fernab der Zivilisation begann die Vorbereitung für die Auswilderung. „Das Training dauerte zum Teil mehrere Wochen“, erinnert sich der Experte. Die Mühen zahlen sich aus, der Bestand der Wildkatzen in Deutschland erholt sich deutlich und liegt nach derzeitigen Schätzungen bei rund 5000 bis 8000 Tieren.

Auswilderungsprojekte im Zoo Duisburg
In den vergangenen Jahren hat sich der Zoo Duisburg an einer Vielzahl von Ansiedlungsprojekten beteiligt. So sind durch die Bereitstellung von finanziellen Mitteln aus dem Artenschutz-Euro mehrfach Brillenpinguine und weitere Vogelarten in Südafrika ausgewildert worden.
Zusätzlich stellte das Zoo-Team zahlreiche Tiere für Ansiedlungen bereit: Wildkatzen, Schleiereulen und auch Wisente reisten von Duisburg aus in entsprechende Projekte. Im Ruhrgebiet wilderte das Zoo-Team Ringelnattern und Fledermäuse in geeigneten Lebensräumen aus.
Zudem hat der erste für ein Ansiedlungsprojekt in Südamerika bereitgestellte Riesenotter seine Wurzeln am Kaiserberg. Schon bald könnten die Nachkommen des Weibchens ausgewildert werden. Bereits heute streifen sie durch die Lagunen des Nationalparks Ibera in Argentinien.







