Das Tierheim in Duisburg schlägt verzweifelt Alarm: Die eisigen Temperaturen und ein Ausfall der Heizung bringen die ohnehin marode Einrichtung an der Lehmstraße in Neuenkamp an ihre Grenzen. „Unsere Hunde müssen frieren“, klagen die Beschäftigten des Tierschutzzentrums in sozialen Netzwerken. Der Verein betreibt das Tierheim auf städtischem Gelände.

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Gerade für die Hunde ist die Situation problematisch: Die Zwinger der Vierbeiner liegen zu einem Großteil im Außenbereich. Trotz Pullovern und Mänteln, Körbchen und Kuscheldecken, die sie zu Weihnachten erhalten haben, sei es aktuell zu eisig, um gegen diese Temperaturen zu schützen. „Das Wasser in den Leitungen und Näpfen gefriert, und wir kommen gegen die Kälte einfach nicht an“, erklärt eine Mitarbeiterin in dem Facebook-Beitrag, der tausende Menschen erreicht hat.

Tierheim in Duisburg: Heizung ist in Hundezwingern ausgefallen

Besonders tragisch: In mehreren Hundezwingern ist die Heizung zwischenzeitlich komplett ausgefallen. Die Belegschaft hat die Hunde so umverteilt, dass alle Tiere zumindest notdürftig Wärme finden. Die Mitarbeiter haben Stroh verteilt und Planen angebracht, um den Wind abzufangen. Rotlichtlampen sind zum Einsatz gekommen, mit Handtüchern haben sie Hütten verhangen. Hunde mit kurzem oder wenig Fell wurden in den begrenzten Innenbereich sowie zu Personal und Ehrenamtlichen ausquartiert.

Der Einsatz von Heißlüftern sei hingegen nicht möglich: Gerade die offenen Zwinger führen zu einem starken Wärmeverlust, erklärt das Tierheim. Zudem stellen Kabel und Geräte eine Verletzungs- und Brandgefahr dar. Auch Gasheizungen wären zu riskant. Das Hauptproblem ist der Strom: „Die Leitungen sind leider so alt und wirr verlegt, dass kein Elektriker einen Durchblick hat.“ Sobald eine Sicherung raus ist, funktionieren weder Heizung noch Rotlichtlampe.

Das Tierheim in Duisburg ist in einem desolaten Zustand

Es ist ein altbekanntes Problem in Duisburg: Das Tierheim ist völlig marode. Anfang des Jahres hatte die Stadt zwar Reparaturen an den Heizungen und Leitungen durchgeführt, und bei Ausfällen steht ein Notdienst bereit, informiert das Tierheim. Doch die veraltete Infrastruktur macht das gesamte Gebäude sehr anfällig. Durch die Unterstützung von Oberbürgermeister Sören Link sei jetzt sogar die Feuerwehr ausgerückt, um zu helfen, berichten die Verantwortlichen.

Im Tierheim Duisburg sind zu viele Katzen.
Das Tierheim Duisburg an der Lehmstraße ist in die Jahre gekommen. Die Stadt braucht dringend einen Neubau.© FUNKE Foto Services | STEFAN AREND

Das Tierheim ist „schrottreif“, hatte Leiter Kaczmarsch es einmal gegenüber dieser Zeitung drastisch formuliert. Rissiger Putz, kaputte Kacheln und sowieso: das städtische Gebäude ist viel zu klein. „Es fällt quasi auseinander“, sagte der Tierheimleiter, der sehnsüchtig auf einen Neubau wartet. Dieser ist zwar im Westen der Stadt geplant, doch die Realität kennt keine Geduld. Und so müssen er und sein Team immer wieder improvisieren: „Jeder Tag, den wir länger im alten Gebäude bleiben müssen, ist eine Katastrophe für die Mitarbeiter und Tiere.“

Das Tierheim in Duisburg ist voll belegt.
Der Leiter des Tierheims Lutz Kaczmarsch wartet sehnsüchtig auf einen Neubau. (Archivfoto)© FUNKE Foto Services | STEFAN AREND

Dank großzügiger Weihnachtsspenden besteht kein Mangel an Decken oder Körbchen, doch wärmende Hundemäntel werden benötigt. Auch Pflegestellen wurden für die am besten geeigneten Hunde gefunden, doch für viele andere Tiere, die besondere Anforderungen oder Einschränkungen haben, ist eine Unterbringung in Privathaushalten nicht einfach möglich.

Die Gesamtsituation sei für Mitarbeiter frustrierend. Für das Team ist aber eines klar: „Wir geben weiterhin alles für unsere Schützlinge“, lautet die gemeinsame Botschaft – trotz widriger Umstände und der angespannten Lage.