Bier-Wirrwarr beim MSV Duisburg: Vor dem ersten Heimspiel der „Zebras“ gegen Jahn Regensburg (Samstag, 24. Januar, 16.30 Uhr) hatte der Verein eine Bierpreis-Erhöhung angekündigt. Doch dann folgte die Rolle rückwärts.

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Was war passiert? In einer offiziellen Mitteilung hatte der Drittligist auf Neuerungen vor dem Heimauftakt fürs Jahr 2026 hingewiesen. Darin enthalten war auch eine brisante Nachricht: „Feinkost Kersten hat den MSV informiert, dass mit dem Eintritt ins neue Jahr der Bierpreis an den Kiosken steigt“, schreibt der MSV. Laut Plan sollte der Preis für das geliebte Stadionbier um 50 Cent steigen. Für einen halben Liter König Pilsener wären 5,50 Euro fällig gewesen, plus zwei Euro Pfand pro Becher.
Unter den MSV-Fans war die Aufregung entsprechend groß. In den sozialen Netzwerken und Fanforen wurde die Preiserhöhung im Stadion heftig diskutiert. Dabei fällt auf: Viele ärgern sich in der Diskussion nicht allein über die gestiegenen Kosten. Sondern vor allem über das Verhältnis des (neuen) Preises zu Service und Qualität.

„Nur Schaum im Becher und endloses Warten, weil es nicht vernünftig organisiert ist“, klagt etwa ein Facebook-Kommentator und fordert, es sei „mal Zeit [den Caterer] zu wechseln“. Ein anderer Zebra-Fan pflichtet ihm bei: „Preis/Leistung stimmt überhaupt nicht!“ Und ein Dritter schreibt: „Die 50 Cent mehr fände ich ja noch okay, wenn man keine 15 bis 20 Minuten anstehen müsste.“
Bier-Wirrwarr beim MSV Duisburg: Caterer antwortete auf die Fan-Kritik
Auf Nachfrage dieser Redaktion erklärte Oliver Kersten, seit 2013 Caterer in der MSV-Arena, am Mittwochmorgen, mit der Preiserhöhung müsse er gestiegene Kosten unter anderem fürs Personal kompensieren und „gegensteuern“. Ähnlich argumentierten zuletzt auch die Finanzvorstände von Schalke 04, wo sich der halbe Liter Bier zum 1. Januar von fünf auf 5,50 Euro verteuerte.
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Zudem, so betonte Oliver Kersten, gingen in Duisburg knapp ein Drittel (32 Prozent) des Umsatzes, den sein Unternehmen Feinkost Kersten mit Speisen und Getränken in der Schauinslandreisen-Arena erziele, an den MSV. Der Verein verdiene also entsprechend mit. „Und 32 Prozent sind ein extrem hoher Wert im Vergleich mit allen deutschen Stadien“, stellt Kersten fest.
Zum Thema Bierqualität erklärt Kersten, ein gutes Bier zapfe man „in drei Zügen“, also möglichst gleichmäßig und in Etappen. Im Stadion sei das „nicht immer möglich“. Der Duisburger weist außerdem darauf hin, dass er „schon viel gemacht“ habe, um die Wartezeiten an den Bierbuden zu verkürzen: Inzwischen gebe es nicht nur einen zweiten Bierwagen in der Kurve, sondern auch insgesamt 20 Bier-Caddys und Bier-Rucksäcke.

Traditionsverein verkündet Rolle rückwärts
Am Mittwochmittag meldete sich der Verein dann noch einmal zu Wort. Dabei verkündete der MSV eine Überraschung: Demnach wurde die Bierpreis-Erhöhung zurückgenommen. „Hi Zebras, nach guten Gesprächen mit unserem Caterer Feinkost Kersten – dessen Beweggründe für eine zunächst angedachte Erhöhung des Bierpreises bei unseren Heimspielen in der Schauinslandreisen-Arena nachvollziehbar sind – können wir euch jetzt mitteilen, dass die König-Pilsener-Halbe auch in der Rückserie 2025/26 weiter 5 Euro und nicht, wie zunächst kommuniziert, 5,50 Euro kostet“, hieß es in dem Statement. Für die Anhänger des Traditionsvereins eine gute Nachricht.
Zur Einordnung: In der Bierpreis-Tabelle der Dritten Liga liegt der MSV somit weiter auf Rang neun. Laut der Seite fußballmafia.de zahlen Fans in Duisburg für den 0,5-Liter-Becher Stadionbier den gleichen Preis wie in Essen, Saarbrücken oder bei 1860 München. 5,50 Euro werden bislang an der Bremer Brücke in Osnabrück und bei Alemannia Aachen fällig. (Aachen arbeitet ebenfalls mit Feinkost Kersten als Caterer zusammen.)
Aber es geht auch teurer: In Hoffenheim zahlen die Fans laut dem Online-Portal liga3 ebenfalls fünf Euro – allerdings für 0,4 Liter Bier. Das entspricht einem Literpreis von 12,50 Euro. Der Durchschnittspreis für einen Liter beträgt in der Dritten Liga 10,24 Euro.
Ein Blick in die Bundesliga: Bei Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach kostet der halbe Liter mittlerweile 5,20 Euro. Dort ist es also teurer als im Duisburger Stadion.
Neue Regelung für die Bezahlung im Stadion

Die Diskussionen über die Bierpreise in der MSV-Arena, aber auch über Engpässe an den Verpflegungsständen, sind nicht neu. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Beschwerden über teures Bier und lange Schlangen an den Buden. Mit einer Protestaktion gegen die Bierpreise schafften es die Zebra-Anhänger 2023 sogar in die Sportschau.
Für alle, die im Stadion lieber auf Alkohol verzichten, war übrigens von vornherein keine Änderung geplant: Der Preis für Softdrinks, Wasser und andere alkoholfreie Getränke bleibt gleich, hatte der MSV bereits in der ersten Information mitgeteilt.
Eine weitere Änderung gibt es hingegen bei der Art der Bezahlung: An den Kiosken der Sparkassen-Tribüne (West) und der DCC-Tribüne (Ost) kann ab sofort ausschließlich mit EC-Karte bezahlt werden. „Nur an den Versorgungsständen der König-Pilsener-Tribüne (Nord) und der Süd-Tribüne akzeptiert Feinkost Kersten weiterhin auch Barzahlung, hier ist zusätzlich aber auch EC-Kartenzahlung möglich“, erklärt der MSV.




