Duisburg ist von allen NRW-Städten und -Kreisen am stärksten von Klimarisiken betroffen. Das zeigt der neue Klimarisikoindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), berechnet im Auftrag von Wirtschaftswoche und Immoscout.

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Der Index bewertet, wie anfällig die städtische Infrastruktur aller 400 Kreise und kreisfreien Städte in den Jahren 2025 und 2050 hinsichtlich zehn verschiedener Klimagefahren ist. Dazu zählen etwa Hitze, Starkregen, Überschwemmung und Wasserknappheit – Phänomene, die aufgrund des Klimawandels zunehmen. Entwickelt hat den Indikator die Versicherungsagentur Köln-Assekuranz.

Klimabelastung in Duisburg steigt bis 2050

„Duisburg weist im gegenwärtigen Klimarisikoindex ein erhöhtes Risikoniveau auf und belegt im bundesweiten Vergleich Rang 25 von 400“, erklärt Jessica Färber, Mitarbeiterin der Köln-Assekuranz. Unter allen NRW-Städten schafft es Duisburg sogar auf Platz eins. „Diese Position bleibt auch in der Zukunftsbetrachtung für das Jahr 2050 bestehen, wobei der absolute Indexwert weiter ansteigt und damit eine zunehmende klimatische Belastung signalisiert.“

Was ist der Klimarisikoindex?

Für die Berechnung des Index verwendeten die Forschenden unter anderem 20 komplexe globale Klimamodelle. Dabei untersuchten sie die potenzielle Verwundbarkeit der Infrastruktur deutscher Städte und Kreise gegenüber Hitze, Dürre, Starkregen, Überschwemmungen oder Stürmen. Eingeflossen sind außerdem Daten aus den Bereichen Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt, Immobilienmarkt, Lebensqualität und Nachhaltigkeit. Berechnet wurde der Index für die Jahre 2025 und 2050. 

Jede Gefahr wurde auf einer Skala von 0 bis 10 bewertet, wobei besonders schädliche Risiken wie Überschwemmungen und Starkregen stärker gewichtet wurden. Je höher der Wert, desto höher das Klimarisiko.

Gewichtet werden die Gefahren folgendermaßen: Starkregen, Überschwemmung und Sturmflut mit jeweils 15 Prozent, Hitzestress, Hitzewellen, Stürme und Tornados mit jeweils zehn Prozent, Wasserknappheit, Dürrestress und Hagel mit jeweils fünf Prozent.

Sturm und Starkregen leisten demnach den größten Beitrag zum Gesamtrisiko. Das sei zwar in Städten deutschlandweit zu beobachten, Duisburg habe aber vergleichsweise überdurchschnittliche Einzelwerte bei beiden Gefahren. Unter allen deutschen Großstädten belegt Duisburg beim Starkregenrisiko Platz eins (von 71), beim Sturmrisiko Platz elf.

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Überschwemmungsrisiko in Duisburg überdurchschnittlich hoch

„Besonders hervorzuheben ist jedoch das Überschwemmungsrisiko“, so Färber. Das falle nämlich „deutlich überdurchschnittlich“ aus, was vor allem auf die direkte Lage am Rhein zurückzuführen sei. Hier belegt Duisburg unter allen deutschen Großstädten Platz sechs.

Weil Starkregen und Überschwemmung die größten Schäden anrichten, werden sie im Index besonders hoch gewichtet. „Stürme können Ober- und Freileitungen beschädigen, umstürzende Bäume den Bahnverkehr lahmlegen, Starkregen die Kanalisationen überlasten und zu Systemausfällen führen“, erklärt Immoscout.

Sturm, Starkregen und Überschwemmung sorgen für die größten Schäden an Duisburgs Infrastruktur. (Archivbild)
Sturm, Starkregen und Überschwemmung sorgen für die größten Schäden an Duisburgs Infrastruktur. (Archivbild)© FUNKE Foto Services | Alexandra Roth

Bis 2050 nehmen die meisten Klimarisiken in Duisburg weiter zu, weswegen auch der Klimarisikoindex insgesamt ansteigt: von aktuell 3,88 auf 4,16. Die deutlichsten Zuwächse zeigen dabei die Hitzegefahren und Wasserknappheit, „die im Zuge des Klimawandels künftig eine deutlich größere Rolle im Risikoprofil der Stadt Duisburg einnehmen werden.“ Bundesweit liege Duisburg bei Hitze- und Dürrestress aber im Mittelfeld.

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Anpassungsmaßnahmen an Klimarisiken nötig

Platz zwei in NRW belegt die Nachbarstadt Düsseldorf (2025: 3,71, 2050: 4,03). Bundesweit auf Platz eins liegt Wilhelmshaven – die Küstenlage macht die Stadt besonders anfällig für Sturm, Starkregen und Sturmflut.

„Der Klimarisikoindex zeigt, wie unterschiedlich Städte bis 2050 von Sturm, Starkregen, Hitze oder Dürre betroffen sein können. Er liefert damit eine wichtige Grundlage, um die Dringlichkeit von Anpassungsmaßnahmen an Klimarisiken in den einzelnen Regionen zu verdeutlichen“, fasst Sarah Reuter, Expertin für Naturkatastrophen bei der Köln-Assekuranz, zusammen. Mögliche Maßnahmen sind zum Beispiel Hochwasserschutz und Entsiegelung oder Hitzeschutz mittels Verschattung.