Bei einem Einsatz der Taskforce Problemimmobilien in Marxloh haben die 50 Einsatzkräfte nicht nur massive Baumängel festgestellt, sondern auch elf illegale Mieter entdeckt. In 32 Fällen wird jetzt zudem geprüft, ob die Bewohner ihren EU-Freizügigkeitsstatus verlieren.

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Die Taskforce ist am Montag zur Gertruden-, Pestalozzi- und Diesterwegstraße ausgerückt. Nach Angaben der Stadt hat sie fünf Häuser unter die Lupe genommen. Drei wurden wegen erheblicher Mängel, zum Beispiel in Sachen Brandschutz, sofort geräumt. Dazu kamen massive Feuchtigkeitsschäden und ein erheblicher Schimmelbefall. In einem weiteren Haus an der Diesterwegstraße wurde eine Dachgeschosswohnung als unbewohnbar deklariert, „da hier der erforderliche zweite Rettungsweg nicht vorhanden war“, wie die Stadt erklärt.

Räumung von Schottimmobilien in Duisburg-Marxloh
In dieses geräumte Haus an der Gertrudenstraße kommt niemand mehr so schnell rein.© FUNKE Foto Services | Martin Möller

Kontrollaktion in Duisburg-Marxloh: 76 Personen waren vor Ort nicht gemeldet

Die Immobilien gehören zu einem berüchtigten Komplex aus 52 Mehrfamilienhäusern mit 300 Wohnungen, der seit vielen Monaten wegen angedrohter Wassersperren oder Zwangsräumungen von sich reden macht. Eigentümerin ist die IPG I aus Hessen.

Seit August 2025 stehen die Häuser unter Zwangsverwaltung. Damit beauftragt hat das Gericht Stefan Pásztor aus Essen. Er konnte einigen der Betroffenen, die nach dem Taskforce-Einsatz ihr Zuhause verloren haben, eine Ersatzwohnung anbieten. Die Stadt hat elf Erwachsene und zwölf Kinder und Jugendliche in Notunterkünften untergebracht.

Die IPG-Siedlung wird seit Monaten von Zwangsverwalter Stefan Pásztor betreut.
Die IPG-Siedlung wird seit Monaten von Zwangsverwalter Stefan Pásztor betreut.© FUNKE Foto Services | Alexandra Roth

Während des Einsatzes wurden 124 Personen melderechtlich überprüft. „Davon waren 76 Personen nicht gemeldet“, sagt die Stadt. Außerdem habe man 32 Ordnungsverfügungen zur Feststellung des Verlustes der Freizügigkeit erlassen. Ob die Betroffenen dieses EU-Recht tatsächlich verlieren, entscheidet die Ausländerbehörde.

Die Polizei leitete mehrere Strafverfahren ein: unter anderem fünf Anzeigen wegen Einmietbetrugs, eine Anzeige wegen Stromklau sowie eine Anzeige aufgrund des Verdachts des illegalen Aufenthalts. In einem Fall ermittelt sie wegen des Verdachts auf Diebstahl einer erheblichen Menge an Zigaretten. Beim Einsatz wurden laut Polizei mehr als 300 Stangen gefunden.

Ein Mann wurde vorläufig festgenommen

Bei der Überprüfung eines Mannes hatte die Polizei den Verdacht, dass er ihnen einen gefälschten Ausweis vorzeigt. Außerdem habe es Hinweise gegeben, dass der angeblich 39-Jährige sich unerlaubt in Deutschland aufhält. Deshalb nahmen die Beamten ihn vorläufig fest und schrieben eine Strafanzeige wegen Verdachts der Urkundenfälschung und eines Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz.

In den Häusern hat ein bunter Nationalitätenmix gewohnt: Die Bewohnerinnen und Bewohner haben die deutsche, kosovarische, bulgarische, türkische, rumänische, nordmazedonische und niederländische Staatsangehörigkeit.

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Schon länger wird im Viertel gemunkelt, dass vor allem ausländische Mitmieter, meistens rumänische Roma, in bar abkassiert wurden. Mieter hatten unserer Redaktion berichtet, das mit eigenen Augen gesehen zu haben. Der Zwangsverwalter soll diesen illegalen Machenschaften ein Ende bereitet haben.

Der Zwangsverwalter hat nach dem Einsatz alle nicht bewohnten Wohnungen entrümpelt und gesichert. „In Fällen unrechtmäßiger Nutzung wird der Eigentümer Räumungstitel erwirken“, heißt es in der Mitteilung der Stadt.

Kümmert sich die Stadt eigentlich auch um die Menschen, die Wohnungen ohne Mietvertrag besetzt haben? „Ja“, erklärt ein Sprecher. „Die Stadt ist nach dem Ordnungsbehördengesetz NRW verpflichtet, bei drohender oder eingetretener Obdachlosigkeit zur Gefahrenabwehr eine vorübergehende Unterbringung sicherzustellen.“ Diese Verpflichtung bestehe unabhängig davon, ob die Personen rechtmäßig oder unrechtmäßig in einer Wohnung gelebt hätten.