Fünf Ringe als einzigartige Chance für Duisburg: Der Stadtsportbund (SSB) will in der Stadt „eine Welle der Begeisterung auslösen“ für die Beteiligung an den Olympischen Spielen ab 2036. Aktuell läuft die Befragung von 351.000 wahlberechtigten Bürgern im Rahmen des Ratsbürgerentscheids. Ihr Ja zu Olympia will der SSB mit diesen Argumenten gewinnen.
Olympia in Duisburg: Wettkämpfe auf Regattabahn und in Schauinsland-Reisen-Arena
Kanu und Rudern auf der Regattabahn, Sportklettern in der Schauinsland-Reisen-Arena: Für diese Wettbewerbe ist Duisburg vorgesehen, falls Olympia 2036, 2040 oder 2044 in der Region „KölnRheinRuhr“ stattfindet. Damit ist klar: Keine Sportstätte müsste neu gebaut werden; es würden bereits bestehende genutzt, argumentiert der Sportbund.
Die Regattabahn ist weltweit bekannt, seit 1935 werden hier internationale Wettkämpfe ausgetragen. Und im Stadion beweist der MSV bei jedem Heimspiel, wie gut die Stimmung bei Sport in Duisburg sein kann. Nicht umsonst trägt seit Jahren auch Rhein Fire seine Football-Matches hier aus.


„Wir verfügen bereits über die geeigneten Sportstätten“, betont SSB-Geschäftsführer Peter Serfort. „Das ist einer der großen Pluspunkte der Bewerbung: Wir bieten erstklassige Möglichkeiten und bringen die reviertypische Gastfreundschaft ein.“ 369 Vereine mit fast 100.000 Mitgliedern gehören zum Stadtsportbund. Auf sie setzt der SSB beim laufenden Bürgerentscheid.
Stadtsportbund und IHK: Olympische Spiele würden Begeisterung und Geld nach Duisburg bringen
Denn: Duisburg als Austragungsort würde zum Gewinner der Olympischen Spiele werden, davon ist Serfort überzeugt. „Olympia und die Paralympics hier bei uns bedeuten für Duisburg sowie für die gesamte Region eine große Chance. Wir gewinnen durch die Spiele wirtschaftlichen Impulse. Vor allem aber profitieren wir durch die Begeisterung und das Erlebnis, Gastgeber eines solchen Weltereignisses zu sein.“
+++ Lassen Sie sich den Duisburg-Newsletter per E-Mail schicken: hier gratis anmelden +++
Den wirtschaftlichen Aspekt betont auch die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer. „Für den Niederrhein und ganz NRW wäre Olympia ein starker wirtschaftlicher Impuls: Die Region rückt international in den Fokus, was Investitionen in Infrastruktur, Mobilität und Tourismus anzieht“, sagt Jürgen Kaiser, Geschäftsführer International der Niederrheinischen IHK.

Täglich (außer Samstag)
Duisburg-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Das sehen auch die Inhaber des Webster Brauhauses so: „Olympia würde viele neue Gäste in die Region bringen – eine echte Chance für die Wirtschaft. Mehr Besucher bedeuten volle Tische und frische Impulse für die gesamte Region“, sagen Jutta Rozanski und Marc Weber.

Doch Olympia in Duisburg wäre mehr als Geld und Medaillen. Bilder von strahlenden Athleten an der Regattabahn und in der Schauinsland-Reisen-Arena würden um die Welt gehen – ein Kontrapunkt zum sonst verbreiteten Duisburg-Bashing mit Fotos von Schrottimmobilien und Problemecken. Die IHK geht daher von einem „langfristigen Imagegewinn“ aus.
Olympia-Abstimmung in Duisburg läuft noch bis zum 19. April
Zuvor allerdings stimmen die Duisburger darüber ab, ob ihre Stadt im Verbund mit 16 anderen NRW-Kommunen Olympia-Gastgeber werden soll. Bis zum 19. April läuft der Ratsbürgerentscheid zu den Olympischen und Paralympischen Spielen noch. Die fünf Ringe über Duisburg können nur erstrahlen, wenn bei einer Beteiligung von mindestens zehn Prozent die Mehrheit dafür stimmt – und anschließend der Deutsche Olympische Sportbund die Bewerbung der Region KölnRheinRuhr beim Internationalen Olympischen Komitee einreicht.
- Olympia in Duisburg: Linke warnen vor Risiken, CDU sieht „einmalige Chance“
- Warum über 351.000 Duisburger jetzt Post von der Stadt bekommen
- Olympia an Rhein und Ruhr: Duisburger stimmen ab Mitte März über Bewerbung ab
Eines der Kriterien: Wie groß eine etwaige Mehrheit ausfällt. In München gab es 66,4 Prozent Ja-Stimmen, bei einer Wahlbeteiligung von 42 Prozent. SSB-Geschäftsführer Peter Serfort gibt ein sportliches Ziel vor: „Wir haben den Ehrgeiz, dieses Ergebnis zu übertreffen.“
Auch interessant für Sie? 5 viel gelesene Duisburg-Artikel:
- Pink-5k-Lauf in Duisburg: 170 flotte Fotos von Läuferinnen und Läufern im Regen
- DVV-Gehaltsaffäre: Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen acht Beschuldigte
- Ex-Chefarzt überrascht im Missbrauchsprozess: „Ich habe mich in sie verliebt“
- Massive Mängel in Seniorenresidenz entdeckt: Prüfbericht enthüllt Details
- Delta Musik Park: 70 exklusive Fotos – Erinnerungen an legendäre Party-Nächte
17 Städte für Olympia in NRW
17 Städte tragen die Bewerbung als Ausrichtungsort der Olympischen Spiele in der Region KölnRheinRuhr. Damit können vier Millionen Menschen über Olympia in NRW abstimmen.
KölnRheinRuhr rechnet mit 14 Millionen Tickets für die Wettkämpfe. Damit wäre Olympia in der Region größer als alle bisherigen Spiele – inklusive der nächsten in Los Angeles.
Konkurrenz aus Deutschland gibt es bei der Bewerbung als Austragungsort aus Berlin, Hamburg und München.
Gegner der Bewerbung gibt es in Duisburg ebenfalls: Linke und BSW befürchten hohe Kosten für Duisburg, soziale Verdrängung und ökologische Belastungen.





