„Es gibt hier einfach so einen eigenen Vibe“, sagt die 21-jährige Luisa. Sie sitzt an diesem Abend im Finkenkrug an einem runtergerockten Tisch im Biergarten. Vor ihr steht ein Glas Almdudler, gegenüber rauchen zwei ihrer Freundinnen. Alles ist ein bisschen eng, die Tischnachbarn sitzen nah genug, dass man hört, worüber nebenan gelacht wird. „Für junge Menschen ist das eine gute Anlaufstelle und eine gute Alternative zu Kneipen.“

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Der Finkenkrug am Sternbuschweg in Neudorf liegt rund zehn Minuten zu Fuß vom Campus entfernt. „Wer in Duisburg studiert hat, kennt den Namen meistens“, sagt Victor Hansmann, der gemeinsam mit Anika Otter den Laden führt. Er selbst habe auch während des Studiums hier gearbeitet. Die Kneipe ist so etwas wie ein kollektiver Treffpunkt – und gerade bei schönem Wetter lockt zusätzlich ein Biergarten.
„Ich find’s ziemlich cool, dass hier sehr unterschiedliche Menschen sind“, sagt Luisa und schaut sich um. Als sie unter einem der Schirme eine Gruppe Rentner entdeckt, lacht sie. „Man hat hier jede Altersgruppe, das ist nicht nur eine Studi-Kneipe.“ Sie sei hier schon öfter von Leuten angesprochen worden, die sie vorher gar nicht kannte. „Die waren eigentlich alle ganz cool drauf, die Leute erlebe ich hier immer als sehr locker und gesellig“, sagt sie.
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Finkenkrug in Duisburg bietet rund 300 Biersorten
Über Duisburgs Stadtgrenzen hinaus ist der Finkenkrug vor allem für sein Bierangebot bekannt. Mehr als 300 Sorten stehen im Schnitt auf der Karte. Victor Hansmann winkt bei der Frage, ob diese Zahl eher Marketing sei, sofort ab. „Nee, nee, das stimmt schon so“, sagt er. „Das Bierangebot schwankt zwischen 280 und 350, je nach Saison, Verfügbarkeit, was es gerade gibt, was es nicht gibt oder was die Leute gerade wollen. Aber im Schnitt sind wir irgendwo bei 300.“

Im Sommer kommt der Biergarten dazu, und mit ihm mehr Platz für Fassbier. Mehr als 40 Biere aus dem Zapfhahn warten. In der Mitte des Biergartens steht ein kleiner Turm aus Fässern. „Der verschwindet quasi im Winter, wenn’s draußen zu kalt wird, um hier zu zapfen.“ Der Rest kommt aus Flaschen und Dosen, wobei Flaschen immer noch deutlich überwiegen.
Frisch gezapft im Sommer: Kokosbier ist bei Gästen ein besonderes Highlight
Das Sortiment ist dabei nicht einfach nur groß, sondern ziemlich speziell. „Wir haben einen kleinen Deal mit einer Brauerei namens Hoppa Cabana aus Dortmund“, sagt er. „Die brauen einen Tank Bier, füllen dann sechs Fässer für uns ab, und dann ist Feierabend. Der Rest ist dann für den Eigenbedarf. Mehr gibt’s nicht.“
Im Sommer gibt es ein ganz besonderes, tropisches Highlight: das Kokosbier. Gezapft wird es vom Fass und in einer Kokosnussschale serviert. „Das ist natürlich immer ein Hingucker“, sagt Hansmann lachend. „Da freuen sich unsere Stammgäste jeden Sommer drauf. Es wird auch immer gefragt, wann es das wieder gibt.“
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Im Finkenkrug gibt es auch eines der stärksten Biere der Welt
Die Preisspanne ist entsprechend groß. Ein großes Köpi kostet 3,80 Euro. Das teuerste ist ein Extremfall: eines der stärksten Biere der Welt, der Schorschbock 57. Vier Zentiliter gehen für 33 Euro über die Theke. „Das Bier hat 57 Prozent Alkoholanteil“, sagt Hansmann. „Die meisten Brauereien hören bei fünf, sechs oder sieben Prozent auf. Der Schorschbock ist sehr aufwendig in der Herstellung. Ein 10.000-Liter-Tank wird während des Brauprozesses auf nur wenige hundert Liter reduziert, das ist teuer.“

Wer kein Bier trinkt, fällt im Finkenkrug trotzdem nicht aus dem Konzept. An einem Tisch sitzt Jonas mit einer Spezi. Er ist zum ersten Mal hier und wäre grundsätzlich offen für das viel empfohlene Kokosbier. Heute aber nicht. „Ich bin der Fahrer“, sagt er und lacht. „Deswegen geht’s nicht.“
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Bierburger und Starkbiergulasch: Auch auf der Speisekarte spielt Bier eine Rolle
Natürlich gibt es im Finkenkrug zum Bier auch Essen. Schnitzel, Burger, klassische Kneipen- und Biergartenküche, dazu wechselnde Wochenkarten. Gerade stehen Sushi-Reis-Bowls auf der Karte. Und dann gibt es Gerichte, die das Bier nicht nur begleiten, sondern mitdenken. „Belgisches Starkbiergulasch“, zählt Hansmann auf. „Oder einen Bierburger mit selbstgemachtem Bierkäse und eingelegten Bierzwiebeln.“

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Der Finkenkrug war lange eng mit der Universität verbunden. Früher galt er sogar als Ersatzmensa. „Früher war das sehr stark ausgeprägt“, sagt er. „Da gab’s gerade erst die neue Mensa, und das fanden die Studis aber irgendwie nicht so toll und sind dann einfach hier rübergelaufen“, erklärt der Betreiber.
Man habe sogar Mensamärkchen einlösen können. Heute sei das anders. Die Preise seien gestiegen, auch im Finkenkrug. Für zehn Euro bekomme man mittags zwar noch ein Essen, aber mit der Mensa lasse sich das natürlich nicht mehr ganz vergleichen. „Es ist eher der After-Vorlesungs-Ort als der Mittagspausenort“, sagt Hansmann.
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Kneipenquiz und kreative Abende locken die Gäste
Dass der Finkenkrug aber längst nicht mehr nur ein Ort für Studierende ist, zeigt sich an fast jedem Tisch. Kinder laufen draußen herum, ältere Gäste sitzen dazwischen, junge Leute kommen nach der Schule, andere aus Mülheim oder Düsseldorf, weil sie die Bierauswahl kennen. Der Finkenkrug ist immer noch studentisch geprägt, aber nicht mehr ausschließlich studentisch.
Zum Finkenkrug gehören auch Veranstaltungen. Im Winter gibt es montags Kneipenquiz, dazu Klassiker wie Silvesterparty oder Tanz in den Mai. Aber auch kreative Zeichen-Formate wie „Bild und Bierchen“ finden regelmäßig statt. Gäste können sich hier durch die verschiedenen Biersorten probieren und ihrer Kreativität auf Leinwänden freien Lauf lassen.
Im Sommer ist der Biergarten von montags bis freitags von 12 bis 0 Uhr geöffnet, an Samstagen von 17 bis 3 Uhr und an Sonntagen von 10 bis 0 Uhr.









