Die Netze Duisburg heben in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt die vorsorglichen Einschränkungen für die Trinkwasser-Nutzung für weite Teile des Vorsorgebereiches in Duisburg-Huckingen mit sofortiger Wirkung auf. „Das Trinkwasser kann dort wieder uneingeschränkt zum Trinken, zur Zubereitung von Speisen und Getränken sowie für alle weiteren Anwendungen genutzt werden“, teilen die Netze mit.

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Aufrechterhalten bleiben die vorsorglichen Maßnahmen als Vorsichtsmaßnahme für einzelne Straßenabschnitte in Huckingen. Anwohner der Dauner Straße von Hausnummer 20 bis 65, der Bitburger Straße 1 bis 15 (nur ungerade Hausnummern) sowie die Bewohner der Remberger Straße 27 sollen das Trinkwasser weiterhin nicht nutzen.

Belastetes Trinkwasser: Erste auffällige Proben stammen aus April 2026

An der Dauner Straße wurden im April erstmalig die erhöhten Bleiwerte festgestellt. „Wir haben in diesem Bereich die Tests ausgeweitet, die Quelle der Bleibelastung allerdings nicht lokalisieren können“, erklärt Felix zur Nieden, Sprecher der Netze Duisburg, die Vorsichtsmaßnahmen.

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„Der Trinkwasserwagen steht aber erst seit dem 3. Juli bei uns in der Straße“, so ein Anwohner der Dauner Straße. „Von erhöhten Werten im April hat uns niemand etwas gesagt.“ Unverständlich für den Anwohner: „Warum haben die Netze erst vor wenigen Tagen das gesamte Wohngebiet über die zu hohen Werte informiert?“ Das sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen, so der Sprecher der Netze Duisburg. „Wenn wir erhöhte Werte feststellen, dann folgen weitere Eingrenzungen, Analysen und Messungen, um, wie in diesem Fall, die Quelle der Bleibelastung zu lokalisieren.“

Trinkwasser in Duisburg-Huckingen: Aktuelle Proben nicht mit Blei belastet

Die Proben von Montag seien nun aber befundfrei gewesen. „Sollten auch die Beprobungen der kommenden drei Tage befundfrei sein, werden die Einschränkungen auch für diese Bereiche aufgehoben“, erklären die Netze. Die Versorgung der Anwohnerinnen und Anwohner bleibt für die Dauer über Trinkwasserwagen an der Dauner Straße gesichert.

Auf der Dauner Straße in Duisburg-Huckingen bleibt der Trinkwasserwagen noch stehen. Dort darf das Trinkwasser nicht genutzt werden.
Auf der Dauner Straße in Duisburg-Huckingen bleibt der Trinkwasserwagen noch stehen. Dort darf das Trinkwasser nicht genutzt werden.© FFS/Katja Burgsmüller

Grundlage für diese Entscheidung sind die Ergebnisse eines umfangreichen Untersuchungsprogramms und der eingeleiteten technischen Maßnahmen. Seit Freitag haben die Netze Duisburg rund 40 Laboruntersuchungen sowie rund 100 Schnelltests im betroffenen Gebiet durchgeführt.

Bis auf eine einzige Ausnahme – an der Remberger Straße 27 – konnte dabei keine Überschreitung des geltenden Grenzwertes mehr festgestellt werden. Auch die jüngsten Laboruntersuchungsergebnisse vom Montagnachmittag bestätigen, dass sich keine Spur von Blei im Trinkwasser nachweisen lässt. Anwohnerinnen und Anwohner können sich über die Messergebnisse sowie über die einzelnen Standorte der Probeentnahmen auf einer Übersichtskarte informieren, die auf netze duisburg.de/trinkwasser-huckingen zu finden ist.

Leerstehende Häuser in Duisburg-Huckingen vom Trinkwassernetz getrennt

Parallel zu den umfangreichen Beprobungen wurden die Hausanschlüsse nicht mehr bewohnter Immobilien vom Netz getrennt. Zudem wurde das Trinkwassernetz gespült. „Wir haben unsere personellen und technischen Kapazitäten erheblich ausgeweitet, um dieses umfangreiche Untersuchungsprogramm kurzfristig und am Wochenende umzusetzen. Erst diese große Zahl an Labor- und Schnelltests ermöglicht die belastbare Aussage, dass kein Eintrag mehr im Netz vorhanden ist und die eingeleiteten Maßnahmen ihre Wirkung gezeigt haben“, sagt Andreas Massing, Geschäftsführer der Netze Duisburg.

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Die Aufhebung der vorsorglichen Maßnahmen für weite Teile des Vorsorgebereiches erfolgt in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt. „Die nun vorliegenden Untersuchungsergebnisse zeigen, dass keine Überschreitung der Grenzwerte mehr vorliegt. Wo zuvor Grenzwerte überschritten wurden, gehen wir aber auf Nummer sicher. Für die Dauer weiterer Proben halten wir die Einschränkung dort aufrecht“, erklärt Marina Lorsch, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamts Duisburg.

Gesundheitsamt Duisburg: Grenzwerte sollen nicht gesundheitsgefährdend gewesen sein

Nach Angaben des Gesundheitsamts lag auch zuvor keiner der Messwerte in einem Bereich, in dem eine akute Toxizität, also das Potenzial einer akuten Bleivergiftung, anzunehmen ist. Grundsätzlich beziehen sich Grenzwerte für Blei im Trinkwasser auf eine Menge, bei der auch bei andauernder Aufnahme keine Gesundheitsgefährdung anzunehmen ist. Es handelt sich bei den Grenzwerten nach Trinkwasserverordnung nicht um Grenzwerte, die bei zeitlich begrenzter Aufnahme als gefährdend eingestuft werden. Grenzwerte, die eine akute Bleivergiftung bei zeitlich begrenzter Aufnahme hervorrufen könnten, seien zu keinem Zeitpunkt festgestellt worden.

Mit mehreren Kanistern haben sich die Huckinger mit Trinkwasser versorgt.
Mit mehreren Kanistern haben sich die Huckinger mit Trinkwasser versorgt.© FFS/Katja Burgsmüller

Die Netze Duisburg hatten die vorsorglichen Maßnahmen am Donnerstag (9. Juli) in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt eingeleitet. Hierzu gehörten die Einrichtung eines Vorsorgebereiches, die Information aller betroffenen Haushalte, die Bereitstellung einer alternativen Trinkwasserversorgung über Wasserwagen sowie eine fortlaufende Information der Öffentlichkeit.