„Vorsicht! Jetzt ist hier unser Spielbereich“, ruft Regisseurin Kerstin Schefberger. Sofort verlassen Mitarbeiter und Besucher das Bild oder suchen sich einen Platz hinter der Kamera. Am Set der WaPo Duisburg an der Sankt-Nikolaus-Statue an der Mühlenweide bricht für einen Moment leichte Hektik aus. Gleichzeitig peitscht vom Rhein der Wind an das Ufer.

Täglich (außer Samstag)
Duisburg-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
In Duisburg laufen derzeit die Dreharbeiten zur fünften Staffel der erfolgreichen Vorabendserie, die in der vierten Staffel im Schnitt mehr als 2,3 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer im Ersten verfolgten. An diesem Nachmittag birgt die Wasserschutzpolizei eine Leiche, die direkt an der Mühlenweide gefunden worden ist. Wir waren am Set dabei: Diese acht Dinge fallen bei den Dreharbeiten auf.
WaPo Duisburg dreht am Rhein: Diese acht Dinge fallen bei den Dreharbeiten auf
1. Verzögerungen durch niedrigen Rhein-Pegel
Die Schauspieler Markus John und Bianca Nawrath sowie andere Team-Mitglieder verspäten sich etwas auf dem Weg zum Medientermin. Im Laufe des Drehtags kommt es zu leichten Verzögerungen. Der Grund: der niedrige Wasserspiegel. Durch die längeren Hitzeperioden in den vergangenen Wochen ist der Rhein-Pegel immer weiter gesunken – und wird für die Dreharbeiten der Wasser- und Bootsszenen der WaPo Duisburg zur Herausforderung.
Gelegentlich komme es vor, dass bei niedrigem Pegel bestimmte Häfen für die größeren Spielboote nicht mehr passierbar seien, sagt Produzentin Hanna V. Kienbaum von der Produktionsfirma Warner Bros. „Das erfordert Flexibilität, auch kurzfristig Anpassungen an Spielszenen vorzunehmen.“
2. Boote zur Sicherheit bei Dreharbeiten am Wasser
Obwohl in diesem Moment nur am Ufer gedreht wird, sind ständig Boote der WaPo auf dem Rhein im Einsatz. Dabei wird an diesem Vormittag gar nicht direkt auf dem Wasser gedreht. „Sobald wir am Wasser drehen, haben wir immer Boote zur Sicherheit dabei“, erklärt Kienbaum. Denn selbst in den ufernahen Bereichen könne der Rhein eine überraschend starke Strömung entwickeln.

3. Leichenpuppe bei Dreharbeiten in schwierigen Gewässern
Die starke Strömung könnte der Leiche, die direkt am Ufer im Wasser treibt, das Leben gekostet haben. Nachdem die WaPo sie geborgen hat, liegt sie nur noch am Rande der Dreharbeiten an der Sankt-Nikolaus-Statue herum. Es handelt sich in diesem Fall selbstverständlich um keinen echten Menschen, sondern um eine Puppe, die aber abgesehen von ihrem Gesicht und ihren Händen verblüffend echt aussieht. Sie trägt eine Tarnhose, dunkle Kleidung und hat schwarzes Haar.
„Normalerweise spielen bei uns schon echte Menschen die Leichen. Wenn aber im Wasser gedreht wird und die Gefahr wie in diesem Fall mit der Strömung zu groß ist, setzen wir Puppen oder Kunstarme ein“, erklärt Ulrike M. Schlie, die am Set verantwortlich für Presse und PR ist. „Wenn dann ein echter Mensch die Leiche spielt, achten wir darauf, dass er genauso aussieht – zum Beispiel der Arm genauso eingefärbt ist.“
ARD-Vorabendserie dreht in Duisburg: Spaziergänger suchen den Weg auf das Set
4. Statistenleiche liegt eine Stunde im Fokus
Nur wenige Meter entfernt liegt dann die „echte“ Leiche, die in dieser Szene von einem jungen Mann gespielt wird. Er liegt knapp eine Stunde lang im Fokus und bewegt sich in dieser Zeit nur ein paar Zentimeter. So lange kann es mit allem Drum und Dran schon mal dauern, bis eine kurze Szene mit den Vorproben gedreht ist. Regisseurin Kerstin Schefberger tauscht sich nach den Proben immer wieder mit Gerhard Jäger (gespielt von Markus John) und Nadine Jäger (Karen Dahmen) aus.
Auch interessant
5. Spaziergänger suchen Weg auf das Set
Am Rhein sind rund um die Mühlenweide einige Spaziergänger unterwegs, die sich offenbar genauer anschauen wollen, was sich an der Sankt-Nikolaus-Statue abspielt. Ein Spaziergänger versucht, zum Set zu kommen. „Wat is denn hier los?“, fragt er einen der fünf Sicherheitsleute, die den Bereich des Sets für die Öffentlichkeit abriegeln und den Fußgänger aufhalten.
6. Duisburgerin bringt Stimmung ins Basecamp
Im Basecamp vor dem Museum der Deutschen Binnenschifffahrt stärkt sich die Crew mit einer Mahlzeit in der Mittagspause. Die Schauspieler haben die Möglichkeit, sich in den Trailern der Produktion zurückzuziehen. Eine Person sorgt hier zur neuen Staffel für ordentlich Stimmung und Energie: Schauspielerin Altine Emini, die als Teamassistentin Samira „Sam“ Leka zum Team dazugestoßen ist.
Sie rüttelt morgens immer wieder an den Wagen der anderen, „damit alle wissen, dass ich da bin“, sagt die Duisburgerin. Passend dazu ist ihr Lieblingsgerät im Basecamp: die Kaffeemaschine. „Da können wir richtig viel Koffein tanken.“

Einblick in die Dreharbeiten der WaPo Duisburg: Boot wird verdeckt gelenkt
7. WaPo-Revier ist das Stadtarchiv
Viele Duisburger spazieren regelmäßig daran vorbei, ohne es zu ahnen: Die Außenansichten der WaPo-Wache entstehen am Stadtarchiv am Karmelplatz. Im Fernsehen wird daraus das Revier der Wasserschutzpolizei.
8. Schauspieler sitzen nicht immer wirklich am Steuer
Für aufwendige Bootsszenen verfügt eines der WaPo-Boote über einen zweiten Fahrerstand. Während Timmi Trinks, der in der Serie Mark Neumann spielt, scheinbar das Polizeiboot lenkt, steuert es in Wirklichkeit ein Profi – verborgen am zweiten Steuerstand. In weniger anspruchsvollen Szenen übernimmt Trinks das Fahren dagegen selbst. Er besitzt einen Bootsführerschein.
Die fünfte Staffel der ARD-Krimiserie „WaPo Duisburg“ wird im kommenden Jahr im Ersten ausgestrahlt.






