Buddy, der pubertierende Rüde mit Flausen im Kopf. Finchen, die sensible Hundeoma. Monti, der sichergestellt wurde und viel Zeit brauchte, bis er Vertrauen fasste. Sie alle schauen auf der Homepage des Tierheims Duisburg dem Betrachter direkt ins Herz. Weil sie Hunde sind, die ein neues Zuhause suchen. Und weil Pascal Wieczorek sie fotografiert hat.

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Zum Shooting an diesem Morgen bringt der Fotograf vor allem drei Dinge mit: seine Erfahrung aus zweieinhalb Jahren Tierheimfotografie. Seine 135-Millimeter-Festbrennweite. Und seine Liebe zu Hunden.
Der schwerhörige Rob ist der Erste, der in den großen Auslauf kommt. Für die Porträts bindet Tierheimmitarbeiterin Anna ihn an einen Baum. Mit seinen über zwölf Jahren ist Rob ein Senior. Ein Fundhund, wie so viele. Rob hat beginnende Demenz. Wenn er schläft, vergisst er, dass er im Tierheim ist. „Wenn er wach wird, sucht er einen Menschen, weil er das kennt“, erzählt Anna, die im Tierheim die Hundeabteilung leitet. „Dann steht er am Gitter und heult.“


Fundhund im Tierheim: Hinter dem harmlosen Wort steckt ein hartes Schicksal
Fundhund. Ein harmloses Wort für das Schicksal, das sich dahinter verbirgt, jedenfalls bei vielen Tieren. „Ich hab‘ es ausgerechnet“, sagt Anna. „Im Duisburger Tierheim werden nur 16 Prozent der Fundtiere wieder abgeholt.“ Für 84 Prozent interessieren sich die Menschen, die diese Tiere für ihre Familie hielten, nicht mehr. Viele werden ausgesetzt. „Dieser extreme Wechsel von Familie zu Tierheim, das macht schon was mit den Tieren.“
Pascal Wieczoreks Fotos bedeuten für sie eine neue Chance. Auf eine wahre Familie. Auf Glück.
Hinter Pascal winkt Anna, damit Rob in die Kamera hechelt. Für ein Action-Bild motiviert sie ihn mit einem Spielzeugstofftier, und plötzlich tollt Rob herum wie ein junger Hund. Sein Alter hat er gerade vergessen.
Bis zu 200 Fotos pro Hund: Pascal fotografiert ehrenamtlich im Tierheim
Fünf Hunde wie Rob wird Pascal an diesem Vormittag fotografieren. Nahaufnahme, Ganzkörperbild, Action. Videos für Social Media. „Am Ende sind es pro Hund 150, 200 Fotos.“
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Einmal im Monat kommt er für ein Fotoshooting ins Tierheim, seit zweieinhalb Jahren. Über 200 Hunde hat er mit seiner Kamera schon von ihrer besten Seite gezeigt. Ehrenamtlich. „Ich hab’ 15 Jahre im Vertrieb gearbeitet“, erzählt er. „Mir fehlte die Sinnhaftigkeit. Ich wollte unbedingt etwas mit Tieren machen.“ Also schrieb er das Tierheim Duisburg an. Am Schluss fiel ihm noch etwas ein, er schob hinterher: „P.S.: Ich kann auch Fotos machen.“
Dieser Satz hat sein Leben verändert. Das Datum weiß er aus dem Kopf, so wie andere Leute Hochzeitstage: „Am 14. Januar 2024 war die erste Session. Das war schicksalhaft. Die Hündin, die ich später adoptiert habe, war dabei. Vier Wochen später ist sie bei mir eingezogen.“ Längst hat sie zu Hause Gesellschaft bekommen. Auch Hund Nummer zwei lernte Pascal im Tierheim kennen und lieben. Heute sind Syra und Maxi auf seinem Logo verewigt.
Mir fehlte die Sinnhaftigkeit. Ich wollte unbedingt etwas mit Tieren machen.
Pascal Wieczorek, Hundefotograf
88 Hunde leben im Tierheim Duisburg – jeden Tag kommen neue dazu
Auf das Glück, das Syra und Maxi schon haben, warten im Tierheim aktuell 88 Hunde. „Jeden Tag“, sagt Tierheimmitarbeiterin Anna, kommen neue dazu, zwei bis fünf pro Woche. Rund 100 Hunde werden pro Jahr vermittelt. „Wir kriegen mehr Bewerbungen, als wir Tiere bekommen.“
Doch da sind auch die Schwervermittelbaren. Hunde, die zum Teil Jahre im Tierheim verbringen. Pascals Fotos zeigen sie von ihrer besten Seite.

Banno stürmt in den Auslauf, als wollte er der Kamera alle seine guten Seiten gleichzeitig zeigen. Der Beagle-Mix ist hyperaktiv, „der ist nicht taub“, sagt Anna lachend, nicht wie Rob, „aber das sieht gleich bestimmt so aus.“ Pascal Wieczorek schmunzelt und drückt den Auslöser. Vielleicht wird es dieser Klick sein, der für Banno ein neues Leben bedeutet. Eine neue Familie.
Es ist ein Klick Hoffnung.







