Massive Polizeipräsenz an den Hotspots, mobile Einheiten und sogar eine Videobeobachtung: Mit einem Großeinsatz will die Duisburger Polizei Krawalle am Halloween-Wochenende unterbinden. Erste Details und Beobachtungen aus den Vorjahren lassen Schlüsse zum Einsatzkonzept zu.

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Am Donnerstagmorgen bestätigte das Polizeipräsidium zunächst, dass es einen immer noch seltenen Schritt gehen wird: An der Pauluskirche in Hochfeld wird eine mobile Videoüberwachung – ein Anhänger mit ausfahrbarem Teleskop-Kamerasystem – installiert. Das System ist dann von Donnerstagabend, 18 Uhr, bis Montagmorgen, 10 Uhr, scharfgestellt. Die Aufnahmen werden in der Leitstelle von speziell geschultem Personal gesichtet. Gespeichert werden nur Sequenzen, die Straftaten zeigen.

Die Videobeobachtung war bereits 2025 ein wichtiger Baustein in der Einsatzplanung. Denn Erfahrungen zeigen: Die Kameras schrecken Täter an dem Hotspot ab. Im Vorjahr war es rund um die Pauluskirche deutlich ruhiger als in den Jahren zuvor.
Doch die Kamera ist nur ein Teil des Großeinsatzes. „Das Konzept mit der Mischung aus starken Kräften in Uniform und Zivil im gesamten Stadtgebiet rund um und an Halloween hat in der Vergangenheit Wirkung gezeigt. Somit halten wir auch in diesem Jahr an dieser Konzeption fest und sind in der Lage, auf verschiedenste Einsatzsituationen flexibel und angepasst zu reagieren“, erklärt Polizeisprecherin Julia Tekock.
Konkret heißt das: Auf der Wanheimer Straße wird eine erhebliche Anzahl an Einsatzkräften postiert. Am Halloween-Abend 2025 standen dort allein bis zu zehn Mannschaftswagen. Beamte in Zivil ergänzen dieses Aufgebot. Und: Mit mobilen Teams kann die Führungsstelle auf unterschiedliche Szenarien reagieren.
Halloween in Duisburg: Polizisten wurden bereits im Vorfeld mit Pyrotechnik beworfen
Welche Orte in Duisburg stehen an diesem Wochenende besonders unter Beobachtung? „Das gesamte Stadtgebiet liegt im Fokus der Polizei. Selbstverständlich nehmen auch die jüngsten Ereignisse im Bereich Hochheide Einfluss auf die polizeiliche Einsatzvorplanung“, erklärt Tekock.
Dort kommt es nach Anwohner- und Polizeiberichten seit Anfang Oktober immer wieder zu Explosionen. Jugendliche böllerten im Bereich der „Weißen Riesen“ etwa mit Gaskartuschen und selbstgebauten Molotow-Cocktails und warfen Eier und Pyrotechnik auf Einsatzkräfte.
Ein Blick in die jüngere Vergangenheit offenbart, warum die Polizei in Duisburg mit einem solch großen Aufgebot gegen Randalierer vorgeht: Jugendgruppen bewarfen Straßenbahnen immer wieder mit Pflastersteinen und Böllern. Teenager und Kinder ließen ihrer Zerstörungswut freien Lauf. Ein trauriger Höhepunkt: Im Jahr 2024 zerstörten junge Krawallmacher die Bahnhaltestelle Pauluskirche komplett.

Im vergangenen Jahr konnte die Polizei diese Krawalle eindämmen. Dennoch: Allein in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November registrierte die Behörde 163 Einsätze. In Aldenrade sprengte sich ein 14 Jahre alter Junge mit einem Böller die Hand ab. Sie konnte nicht mehr gefunden werden.
Schwappt Krawall-Welle aus Frankreich hinüber?
In Duisburg und anderen Großstädten gibt es vor dem Halloween-Wochenende jedoch ein neues Fragezeichen: Animieren die Krawalle in Frankreich Randalierer in Deutschland eventuell zum Nachahmen? „Die Polizei bewertet die derzeitige Lage und Entwicklungen fortlaufend und richtet ihre Maßnahmen an den jeweils vorliegenden Erkenntnissen aus. Die Polizei kann die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger in Anbetracht der Ausschreitungen in Frankreich nachvollziehen. Bislang liegen jedoch keine Erkenntnisse vor, die für einen unfriedlichen Verlauf sprechen“, ordnet Julia Tekock ein.
In Essen muss die Polizei auf eine große Demo der Bewegung „Gen Z steht auf“ reagieren. Für Duisburg liegen nach Behördenangaben bislang nur drei Versammlungsanzeigen für Freitag und Samstag vor, unter anderem eine Veranstaltung in Hamborn mit dem Thema „Gegen Krieg und Sozialabbau“. Nach Angaben auf der Homepage genz-regelt.de haben sich die Organisatoren der Bewegung zumindest angeschlossen.
Polizei und DVG in engem Austausch
Mit der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) steht die Polizei an Halloween in engem Austausch. So wird ein DVG-Mitarbeiter im Lagezentrum der Polizei ein wichtiges Bindeglied sein.
Das Verkehrsunternehmen hat bereits angekündigt, Haltestellen und Bahnen im Stadtgebiet mit zusätzlichen Sicherheitsteams zu besetzen.




