Der Martinszug in der Emmericher Innenstadt ist gerettet. Ein neues Martinskomitee kümmert sich um die Organisation. Anke Neubauer, Leiterin der Rheinschule, Paul Münchrath und Gerhard „Gerd“ Wölki vom Bürgerverein sowie Martina Fingerhut, Emmericher Werbegemeinschaft EWG, sind bereits seit März bei der Arbeit, um die traditionsreiche Veranstaltung zu organisieren.

Gespräch auf dem Stiftungsfest des Bürgervereins

Anke Neubauer berichtet: „Als ich vom Ende des letzten Martinskomitees hörte, konnte ich nicht fassen, dass damit diese schöne alte Tradition vor dem Aus stand. Ich wollte selbst etwas unternehmen.“ Im vergangenen Herbst stellte sie ihr Bestreben beim Stiftungsfest des Bürgervereins vor und fand in Direktor Paul Münchrath einen Unterstützer. Sein Vorstandskollege Gerd Wölki und später auch Martina Fingerhut stießen als Mitstreiter dazu.

Ein Teil des neuen Martinszugkomitee: Paul Münchrath (von links), Martina Fingerhut und Anke Neubauer.
Ein Teil des neuen Martinszugkomitee: Paul Münchrath (von links), Martina Fingerhut und Anke Neubauer.© FUNKE Foto Services | Thorsten Lindekamp

Münchrath sah direkt mehrere Parallelen zum Bürgerverein: das Gründungsdatum am 11. November 1823 und „die Mantelteilung ist ein Sinnbild für Barmherzigkeit und Nächstenliebe, was dem Ethos des Vereins entspricht“.

Voriges Martinskomitee bestand zuletzt nur noch aus Lilian Baars

Für alle Beteiligten ist es wichtig, dass „die gute Tradition des Martinszugs attraktiv weitergehen soll. Unter anderem weil, damit mehr Leben in die Innenstadt kommt und die Martinstradition auch gelebte Integration ist. Alle sind eingeladen!“ Aus dem Rathaus unterstützt Bürgermeister Peter Hinze als Schirmherr.

Als im März die erste Arbeitssitzung stattfand, war auch Lilian Baars dabei. Allein aus Lilian Baars hatte zuletzt das vorherige Martinskomitee bestanden. Sie sei ganz froh, dass Anke Neubauer den Neuanstoß gegeben habe, war zu hören. Mit ihren sorgfältig geführten Unterlagen, Erklärungen und Kontaktdaten zum Sankt Martin (Johannes Piotrowski), erleichtert sie dem neuen Team die Arbeit enorm. Das vierköpfige Komitee ist Lilian Baars für die „super Übergabe sehr dankbar“.

Etwa 400 Kinder ziehen durch die Stadt

Damit die rund 200 Kinder der Rheinschule und insgesamt etwa 200 Kinder der Kindertageseinrichtungen St. Martini, St. Aldegundis und Sterntaler ihren nächsten Martinszug genießen können, ist viel – hauptsächlich ehrenamtlich – zu tun. Gespräche mit den Kindertageseinrichtungen und den Emmericher Geschäftsleuten, deren Läden am Zugweg liegen, müssen geführt werden. Martina Fingerhut von der EWG muss dazu auch Briefe an die Mitglieder verschicken. Denn es wäre schön, wenn die Schaufensterdekoration aller Läden mit Laternen für den Martinszug beleuchtet würde. Wenn nach dem nächsten Treffen im August der Zugweg und der Ablauf mit Mantelteilung und Lagerfeuer feststehen, erfolgen die Informationen an die Geschäftsinhaber.

Anke Neubauer hat ein neues Konzept für die Rheinschule entwickelt. Es sollen Fackeln gebastelt werden, die mit echten Kerzen leuchten. Das bekam bereits ein Okay der Feuerwehr. Hausmeister Rainer Koenen wird zum Einstieg für die Viertklässler die entsprechenden Stäbe anfertigen. Dann nach und nach für alle Klassen. „Nach dem Zug findet eine Fackelstabübergabe statt“, scherzt Paul Münrath.

Schulveranstaltung an der Rheinschule

Weil es sich an der Rheinschule um eine Schulveranstaltung handeln soll, sind Lehrer und Schüler verpflichtet, daran teilzunehmen. Im Ordnungsamt versicherte Lucca Kühnen seine Unterstützung bei Anträgen zu. Denn Zugweg und der Ablauf inklusive Martinsfeuer müssen genehmigt werden. Auch die Einsätze von Feuerwehr und Polizei müssen beauftragt werden. Traditionell spielen das Emmericher Blasorchester und ein weiterer Spielmannszug.

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Alle Kinder sollen einen Weckmann bekommen, dafür kommt der Bürgerverein auf und führt schon Gespräche mit einem ortsansässigen Bäcker. Die weitere Finanzierung wird noch geklärt, denn Spielmannszüge, Miete des Martinspferdes, Einsatz des Malteser Hilfsdienstes und Feuerwehr, sowie Beschallung auf dem Geistmarkt müssen bezahlt werden. Alle Aktiven glauben an den guten Erfolg ihrer Arbeit, damit sich Sankt Martin am Donnerstag, 2. November 2023, gegen 18 Uhr wieder auf sein Ross schwingen kann.