Die Militärübung des niederländischen Pionierbataillons 101 geht am Mittwoch, 26. März, zu Ende. Luitenant-Kolonel Harold Dubbelhuis teilt der NRZ mit, die Übung sehr erfolgreich verlaufen ist und man zufrieden mit den eingespielten Abläufen sein könne. Man bereite sich jetzt auf eine weitere Übung im April in Ostdeutschland vor.

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In der Nacht zu Montag wurden auch einige Panzer an den Niederrhein gebracht, die dann in der Nacht über den Rhein gebracht worden sind. Auch mit diesen schweren Fahrzeugen verlief die Operation gut. Die Panzer der 43. Brigade wurden jetzt nach Tschechien gebracht. Dubbelhuis kann viele lehrreiche Rückschlüsse aus der Übung ziehen. Es sei vor allem wichtig gewesen, die jungen Kollegen einzuarbeiten.
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So verhält man sich bei Militärkolonnen
Bis 12 Uhr wird noch in Kalkar gearbeitet: „Danach räumen wir auf und fahren in Etappen zurück in die Niederlande“, so Dubbelhuis. Für Autofahrer in der Region gilt der Hinweis, dass man auf der Autobahn sich grundsätzlich nicht in eine Militärkolonne einreihen soll. Die Kolonne darf nicht durch zivile Fahrzeuge getrennt werden. Auf der Autobahn dürfen Militärkolonnen überholt werden.
Verkehrsrechtlich darf ein geschlossener Verband auch bei Rot über die Ampel fahren, wenn das erste Fahrzeug bei Grün rübergefahren ist.
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Auf niederländischen Autobahnen ist immer wieder zu sehen, dass Autofahrer, die eine Militärkolonne überholen, sich auch in den Verband einreihen.
>> So haben wir am 24. März berichtet

Hier muss jeder Handgriff sitzen: Rampe ausfahren, Fähre mit Drähten sichern, Fahrzeuge richtig verstauen, Schwimmweste überziehen, Drähte noch mal kontrollieren, alles ein bisschen Zack-Zack – und dann geht es ab: Mit ordentlich Schub wird die provisorische Fähre der niederländischen Landmacht von Kalkar-Grieth über den Rhein nach Emmerich-Dornick geschoben. In wenigen Augenblicken haben die Schubboote die Fracht sicher über den Rhein gebracht.

Kommandant Harold Dubbelhuis ist zufrieden mit seinen Männern und Frauen. Der Leiter der Militärübung sieht, dass hier ein gut eingespieltes Team am Werk ist und dass die Abläufe für eine Querung großer Flüsse funktionieren. 160 Fahrzeuge werden bei den Fahrten sicher über den Fluss geschippert. Im Ernstfall müssten es tausende Fahrzeuge sein, die man etwa in Osteuropa über einen Fluss mit starker Strömung bringt. Die Querung eines Flusses ist für Militäroperationen auch im 21. Jahrhundert eine heikle Sache.

Für Harold Dubbelhuis und seine Kollegen vom 101. Pionierbataillon ist das eine Militärübung, wie sie häufiger trainiert wird. Doch am Niederrhein hat sie in diesem Jahr auch eine besondere, historische Bedeutung. Vor 80 Jahren querten die Alliierten mit 250.000 Mann den Rhein zwischen Rees und Wesel und sorgten mit der Operation Plunder für einen entscheidenden Vorstoß gegen Nazi-Deutschland. Die Bilder von Winston Churchill auf dem Rhein machen aktuell wieder die Runde. Für die niederländische Landmacht ist die Übung zwischen Grieth und Dornick quasi so eine Art Winston Churhill-Moment. Damit auch künftig in West-Europa Frieden herrscht.
Kalkar/Emmerich: 25 Bilder zur Militärübung auf dem Rhein
Bloß nicht zu lange am Wasser stehen
Die niederländischen Militärs waren am Sonntagabend angerückt und haben auf dem Gelände des Wunderlandes in Kalkar Station gemacht. Von hier aus werden die Fahrzeuge gruppenweise an den Rhein geführt. Auch diese Vorgehensweise gehört zur Taktik: „Wir versuchen, die Zeit am Wasser so kurz wie möglich zu halten. Denn an der Fähre ist man eine ‚sitting duck‘“, sagt Dubbelhuis der NRZ. Das Schlimmste, was geschehen kann, ist ein Stau auf der Zufahrtsrampe.

Um 9 Uhr am Montagmorgen rückten die ersten Transporter mit ihren Fährteilen an der Nato-Rampe in Grieth an. Ein Expertenteam schraubte die Teile zusammen, die am Ende auch einen Frachter oder einen Leopard-II-Panzer mit 70 Tonnen Gewicht tragen können. Alle Fährteile sind mobil und schnell einsatzbereit. „Innerhalb von zehn Tagen müssen wir startklar sein, um einen Einsatz in Osteuropa durchführen zu können“, sagt Dubbelhuis.
Niederländer bauen Fähren und Brücken am Niederrhein
Dass die Niederländer in Deutschland üben, sei nicht ungewöhnlich. Die Verbindungen zwischen der niederländischen Landmacht und der deutschen Bundeswehr sind sehr eng. Das 101. Pionierbataillon ist Teil des 4. Panzerpionierbataillons der Bundeswehr in Bogen (Bayern). Die Bedingungen für eine Übung seien am Niederrhein gut, sagt Dubbelhuis. Vertreter der Bundeswehr sind in Kalkar und Emmerich nicht vor Ort.

Die Nato-Straßen in Grieth und Dornick wurden schon seit Jahren nicht mehr militärisch genutzt. Entsprechend war auch das Interesse von Schaulustigen groß, die am Rhein bei Dornick auf einer Buhne standen, um sich das Schauspiel anzusehen. Das niederländische Militär kann eine Fähre von einer Länge von 150 Meter maximal zusammenbauen. Bei längeren Abständen kann man auch eine Brücke errichten. Bei der Überfahrt müssen die Schubboote auch die Rheinschifffahrt im Auge haben. Denn die Frachter und Containerschiffen sind auch weiterhin zahlreich unterwegs.

Von Friedensmissionen zu Gefechtsvorbereitungen
Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine hat sich für das deutsche und niederländische Militär vieles geändert. Dubbelhuis erklärt, dass man den Schalter umgelegt habe. Lange Zeit habe man sich auf Friedensmissionen vorbereitet und jetzt bereite man sich auf konkrete Gefechtssituationen vor, um Nato-Gebiete zu verteidigen, so der Kommandant. Die Ausrüstung der niederländischen Landmacht sei gut, aber wie in Deutschland auch, könne es nie genug sein. Ähnlich wie in Deutschland gibt es in den Niederlanden aktuell ein Debatte über zusätzliche Ausgaben für die Aufrüstung in der EU.

+++ So haben wir am 23. März über die Militärübung berichtet ++

Das niederländische Militär wird vom 23. bis zum 26. März 2025 eine große militärische Übung auf dem Rhein im Kreis Kleve durchführen. Das teilt jetzt das Landeskommando Nordrhein-Westfalen der Bundeswehr mit. Die niederländischen Streitkräfte üben eine Optimierung ihrer logistischen Abläufe und die Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen den niederländischen Streitkräften und deutschen Behörden.

Rampen in Grieth und Dornick werden genutzt
Durchgeführt wird die Rheinquerung zwischen den Nato-Rampen in Grieth und Dornick. Am 23. März wird der Anmarsch von 160 niederländischen Militärfahrzeugen erwartet. Der Schwerpunkt der Übung wird dann am 24. und 25. März erfolgen. Mit Hilfe einer Fähre sollen die Fahrzeuge von Grieth nach Dornick gebracht werden.
Am Montag, 24. März, soll die Fähre um 12 Uhr in Grieth einsatzbereit sein. Dann erfolgt auch die erste Abfahrt der Militärs Richtung Dornick. Weitere Fahrten am 24. März sind für 18 Uhr und 22 Uhr geplant. Am Dienstag, 25. März, soll die Fähre dann um 2 Uhr nachts, um 6 Uhr morgens, um 10 Uhr und um 12 Uhr verkehren. Abgeschlossen wird die Übung am Mittwoch, 26. März um 12 Uhr mittags.
Niederländer proben häufiger in Deutschland
Während des Übungszeitraums werden etwa 160 niederländische Militärfahrzeuge im Einsatz sein. Es handelt sich um eine reine Transportübung. Gefechtsübungen oder ähnliche Manöver sind nicht geplant. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf einer Rheinüberquerung mittels Fähre zwischen Kalkar und Emmerich. Dazu wird rechtsrheinisch die Nato-Rampe in Höhe des Ortsteils Dornick und Teile des ehemaligen Pioniergeländes genutzt. Linksrheinisch wird es eine größere Aufstellfläche für Fahrzeuge in der Nähe des Wunderlands Kalkar geben. Auch hier wird eine bestehende Nato-Rampe nahe dem Ortsteil Grieth für die Übung genutzt.

Das niederländische Militär übt regelmäßig in Deutschland. So nahmen im April vergangenen Jahres 4500 Militärs an der Nato-Übung Steadfast Defender in der Altmark teil. Die Niederländer suchen aktuell selbst auch nach zusätzlichen Übungsmöglichkeiten in ihrem Land. Das Programm Ruimte voor Defensie stößt allerdings auf erheblichen Widerstand in der Bevölkerung, da Schieß- und Explosionsübungen nicht allen Bürger gefallen. So will die niederländische Luftwaffe in Deelen bei Arnheim zusätzliche Flächen für Hubschrauberübungen nutzen.
Verkehrsbeeinträchtigungen sind möglich
Die Bürger im Kreis Kleve müssen sich zwischen dem 23. und 26. März auf mögliche Verkehrsbeeinträchtigungen einstellen. Im genannten Zeitraum kann es durch militärische Fahrzeugkolonnen zu Verzögerungen und kleinere Staus auf den Straßen in Emmerich, Kalkar und auch Rees kommen. Insbesondere die L7 zwischen Emmerich und Rees und die B67 samt Rheinbrücke zwischen Rees und Kalkar werden davon betroffen sein.






















