In der städtebaulichen Entwicklung des alten Post-Geländes in der Reeser Innenstadt geht es weiter. Wie die Stadt Rees ankündigt, sollen am kommenden Montag, 2. März, die Demontagearbeiten im Inneren des seit Mai 2017 leer stehenden Gebäudes an der Straße Vor dem Delltor beginnen. Auch der Parkplatz auf dem Gelände ist ab Montagmorgen um 6 Uhr gesperrt, wie auf Schildern zu lesen ist, die vor Ort bereits angebracht wurden.
+++ Abonnieren Sie den Kanal NRZ Emmerich auf WhatsApp +++
+++ Folgen Sie uns auf Instagram auf www.instagram.com/nrz_emmerich_kleve +++
Im April folgt nach Angaben der Stadtverwaltung der Rückbau der Bausubstanz, einschließlich der Garagen, sowie die Entfernung der versiegelten Fläche. „Die Arbeiten werden sowohl archäologisch als auch im Hinblick auf die fachgerechte Entsorgung der vorhandenen Schadstoffe eng begleitet“, betont die Verwaltung.

Abriss bis Ende Juni 2026
Der Abriss sei vom Eigentümer bereits lange geplant gewesen, stellte Bürgermeister Sebastian Hense am Donnerstagabend, 26. Februar, ergänzend in der Ratssitzung im Bürgerhaus fest. „Es musste allerdings noch ein Entsorgungskonzept aufgestellt werden. Das hat sich hingezogen. Jetzt geht es aber los.“

Im Anschluss an den Abriss werde die Baureife des Grundstücks hergestellt, so die Stadt Rees in ihrer Mitteilung. Dazu gehöre auch, dass die vorhandenen Kellerräume entfernt würden. Bis voraussichtlich Ende Juni 2026 soll die gesamte Maßnahme abgeschlossen sein.
Abriss soll altes Post-Gelände attraktiver für Investoren machen
Bekanntlich befindet sich das Grundstück im Eigentum der Familie Lütkenhaus aus Gescher. „Sowohl die Stadt Rees als auch die Eigentümer erhoffen sich, dass durch den Abriss der Gebäude das Interesse an einer innerstädtischen Entwicklung der dann brachliegenden Fläche wächst“, so die Verwaltung. Ein weiterer Vorteil des Rückbaus: Von dem abgängigen ehemaligen Post-Gelände gehen nach dem Abriss keine Gefahren im Sinne der Verkehrssicherung aus.
Mein Ziel ist es, dieses städtebauliche Projekt mit dieser Maßnahme einen entscheidenden Schritt nach vorne zu bringen.
Sebastian Hense, Bürgermeister der Stadt Rees
Wie und zu welchem Zeitpunkt es im Anschluss mit einer Bebauung weitergehen soll, bleibt jedoch unklar. Ziel der Stadt Rees sei es nach wie vor, das Areal gemeinsam mit dem ehemaligen Niag-Gelände zu entwickeln. Dazu befinde sich die Verwaltung im engen Austausch mit den Flächeneigentümern, wobei Bürgermeister Sebastian Hense auf Fortschritte drängt: „Wir befinden uns an einer städtebaulich höchst interessanten Lage am Eingangstor zur Reeser Innenstadt. Mit dem Abriss der alten Post gewinnt der Bereich für Investoren an Attraktivität. Mein Ziel ist es, dieses städtebauliche Projekt mit dieser Maßnahme einen entscheidenden Schritt nach vorne zu bringen.“
Lesen Sie auch diese Nachrichten aus Emmerich, Rees und Isselburg
- Emmerich/Goch: Leiharbeiter-Unterkünfte sind verbotene Herbergen – Auflösung stockt
- Rees: Stadt baut neue Sanitäranlagen für Flüchtlingsunterkunft – nur AfD dagegen
- Emmerich: Nach Brand in Steinstraße – tote Person ist wohl die 82-jährige Wohnungsinhaberin
- Emmerich: Überraschender Plan gegen extreme Sommerhitze
Planung reicht weit zurück
Die Pläne für eine Bebauung der großen Fläche im nördlichen Teil des historischen Stadtkerns von Rees reichen bis ins Jahr 2014 zurück. Damals einigten sich die Stadt Rees, Investor Paul Lütkenhaus (Post-Gelände) und die Bocholter Firma Hüls Baukonzepte (Niag-Gelände) darauf, das zusammenhängende Areal zwischen den Straßen Vor dem Delltor, Am Stadtgarten, Vor dem Falltor, Neustraße und Dellstraße grundsätzlich gemeinsam zu entwickeln. Möglich sei aber auch eine getrennte Entwicklung der Projekte, hatte die Stadt Rees in der Vergangenheit betont.

Zusammen mit externen Experten aus Planungsbüros für Stadtentwicklung und Architektur wurde ein Konzept erarbeitet, das „eine verträgliche Entwicklung und Erweiterung der Reeser Innenstadt vorsieht“, wie es hieß. Unter dem Namen Stadtgarten-Quartier war ein attraktiver Mix aus Handel, Dienstleistung, Wohnen und Gastronomie vorgesehen.
Zunächst entsteht eine begehbare Grünfläche ohne Bauzaun
Seit 2021 liegen die Baugenehmigungen vor. Doch nicht zuletzt der plötzliche Tod des Unternehmers Paul Lütkenhaus im März 2021, der die treibende Kraft bei dem Vorhaben gewesen war, sorgte für die bis heute anhaltende Verzögerung. Auch die zwischenzeitlich enorm gestiegenen Baukosten und Zinssteigerungen haben daran ihren Anteil.
Lesen Sie auch
Bis ein möglicher Neubau auf dem ehemaligen Post-Gelände entsteht, soll das circa 1800 Quadratmeter große Grundstück nach dem Gebäudeabriss „kostengünstig und pflegeleicht zu einer begehbaren innerstädtischen Grünfläche“ werden, die laut der Stadtverwaltung Rees ausdrücklich keinen umgrenzenden Bauzaun enthält.






