Es war ein vermeintlicher Hilferuf unter Vereinskollegen, der für einen 75-jährigen Emmericher in einem finanziellen Desaster endete: Der Mann wurde Opfer einer perfiden Betrugsmasche und verlor einen mittleren vierstelligen Geldbetrag. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

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Alles begann am Montag, 11. Mai 2026, mit einer simplen SMS. Ein bislang unbekannter Täter kontaktierte das Vorstandsmitglied aus Emmerich des namentlich nicht genannten Vereins und gab sich als ein anderer Kollege aus der Führungsetage aus. Die Begründung für die fremde Absendernummer: Man habe schlicht eine neue Erreichbarkeit.

Trotz Rückruf keinen Verdacht geschöpft

Kurz darauf folgte die dreiste Lüge: Der angebliche Vorstandskollege behauptete, in einer akuten Notlage zu stecken und dringend eine Rechnung begleichen zu müssen. Um die Sache abzusichern, rief der 75-Jährige die Nummer sogar zurück. Obwohl die Telefonverbindung denkbar schlecht war, schöpfte der Emmericher keinen Verdacht – er war fest davon überzeugt, tatsächlich mit seinem Vereinskameraden zu sprechen.

Da die Überweisung angeblich nicht über das Mobiltelefon des Absenders funktionierte, bat dieser den Emmericher, finanziell einzuspringen. Im guten Glauben, einem Freund in der Not zu helfen, tätigte der Senior schließlich zwei Überweisungen. Das böse Erwachen folgte erst Tage später, als das echte Vorstandsmitglied unter seiner alten, bekannten Nummer anrief. Da wurde dem 75-Jährigen schlagartig klar, dass er Betrügern auf den Leim gegangen war.

Telefonnummern standen auf Internetseite des Vereins

Die Ermittler der Kriminalpolizei vermuten derzeit, dass der oder die Täter ihre Opfer gezielt ausgesucht haben: Die Mobilfunknummern der beiden Vorstandsmitglieder wurden höchstwahrscheinlich auf der öffentlich zugänglichen Internetseite des Vereins ausgespäht.

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Betrugsversuche zum Nachteil von Vereinen sind in der jüngsten Vergangenheit vermehrt bekannt geworden, berichtet die Polizei des Kreis Kleve. Ob gefälschte Anschreiben über angebliche Steuernachforderungen, Bitten um Überweisungen per E-Mail, bei denen an sich bekannte E-Mail-Adressen leicht abgeändert verwandt werden, oder auch dieser Betrug per SMS und WhatsApp: Die Varianten sind ebenso facettenreich wie bei den bisher bekannten Betrugsversuchen gegenüber Privatpersonen.

Polizei rät: Nicht unter Druck setzen lassen

Die Polizei rät, bei Geldwünschen oder -forderungen immer den direkten Kontakt zu den vermeintlichen Nachrichtenerstellern zu suchen, um hundertprozentig sicherzugehen, dass es sich wirklich um die richtige Person handelt.

Sollte die Identität nicht eindeutig klar sein, sollten Geldüberweisungen oder die Übergabe von Bargeld oder Wertsachen nicht durchgeführt werden. Man sollte sich auch nicht unter Druck setzen lassen. Ein Freund oder Verwandter, der tatsächlich Hilfe benötigt, wird Verständnis dafür haben, wenn man sich vorher vergewissert.

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Grundsätzliche Präventionshinweise zum Thema Betrug und wie man sich davor schützen kann, finden Interessierte unter anderem unter https://kleve.polizei.nrw/kriminalpraevention-kleve