Zum ersten Mal in ihrer 13-jährigen Geschichte hat die Altenessen-Konferenz (AEK) in einem anderen Stadtteil getagt: Die 25. Ausgabe des Formats fand in der Gesamtschule Nord in Vogelheim statt. Neben einem Rahmenprogramm mit Musik und Poetry-Slam, das die Schule organisiert hatte und das vom Konferenz-Team großes Lob bekam, ging es inhaltlich um die Themen, die die Menschen vor Ort beschäftigen.

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„Knapp unter 100 Besucher“ hätten an der Konferenz teilgenommen, schätzt Peter-Arndt Wülfing von der Interessengemeinschaft Altenessen und Mitorganisator der AEK. In Kleingruppen tauschten sie sich zum Einzelhandel, zum Themenkomplex Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit, zur Verkehrsproblematik, zu Anliegen von Kindern und Jugendlichen und zum Großprojekt „Freiheit Emscher“ aus.
Vogelheim bleibt ohne Supermarkt – Versorgungslücke bis mindestens 2028
Annegret Böckenholt, ebenfalls im Organisationsteam, und Peter-Arndt Wülfing beschreiben Vogelheim als gutes Wohnumfeld, allerdings mit deutlichen strukturellen Schwächen. Das sei auch bei der Konferenz noch einmal deutlich geworden. Die Menschen würden zwar gern hier leben, doch es fehle nach wie vor an Angeboten des täglichen Bedarfs: Supermarkt, Bäcker, Post- und Bankfiliale.
Für Senioren gebe es zwar das Angebot des Awo-Busses, initiiert durch den SPD-Ratsherrn Detlef Schliffke, der zwischen Altenessen und Vogelheim verkehrt, zudem ein „Agreement“ mit der Metro, die Vogelheimern den Einkauf ermöglicht – über Tageskarten, die der Arbeitskreis Vogelheimer Bürger und Bürgerinnen ausgibt. Dennoch müsse wieder ein Vollsortimenter vor Ort angesiedelt werden. Der Supermarkt, den Allbau auf einem Kirchengrundstück bauen wird, komme frühestens 2028, erklärt Walther Raffler vom Arbeitskreis Vogelheimer Bürger und Bürgerinnen. Eine Zwischenlösung, wie beispielsweise ein kleiner „Tante-Emma-Laden“ für den Grundbedarf, sei nicht in Sicht. Es mangele an passenden, verfügbaren Ladenlokalen.
Wochenmarkt soll bald wieder starten
Immerhin werde der Wochenmarkt auf dem Gelände des Vogelheimer Sportvereins im Frühling aus der Winterpause zurückkehren und den Betrieb wieder aufnehmen. „Er wurde aber bisher noch nicht richtig angenommen“, bedauert Peter-Arndt Wülfing. Die neue Saison wird zeigen, ob sich der Markt etablieren kann.
Immerhin sei er eine der wenigen Möglichkeiten für soziale Kontakte: Auch an Treffpunkten wie Restaurants oder Cafés mangele es nämlich im Stadtteil. Das könne nur zum Teil über das ökumenische Gemeindezentrum aufgefangen werden, so Walther Raffler. „Da müssen noch andere Angebote her.“
Vogelheimer besorgt über zusätzlichen Verkehr durch Bauvorhaben
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Ein anderes Thema, das die Bürger bewege, sei die Verkehrssituation. „Vogelheim ist als Stadtteil beinahe komplett verkehrsberuhigt, aber von Hauptstraßen umschlossen“, sagt Walther Raffler. Bei RWE-Spielen leide der Stadtteil stark unter der zusätzlichen Verkehrsbelastung. Viele würden deshalb mit Sorge auf den Stadionausbau blicken. „Einigen Bürgern, die in der Nähe des Stadions wohnen, macht das richtig Angst.“
Auch das Projekt „Freiheit Emscher“ werde Einfluss auf die Verkehrssituation haben, schließlich grenze das Gelände unmittelbar an den Stadtteil. Man habe deshalb beschlossen, dass ein zusätzlicher Informationstermin für interessierte Bürger und Bürgerinnen organisiert werden müsse.
Im Hinblick auf die Parkplatznot bei RWE-Spielen könnte sich allerdings etwas tun: So ist im Gespräch, das Parken bei Heimspielen auf der Fläche des Autokinos zu ermöglichen.





