In einigen Stadtteilen gibt es sie bereits: Trinkwasserspender, an denen von Frühling bis Herbst kostenlos Trinkwasser gezapft werden kann. Als Erstes hatte der Kennedyplatz im Sommer 2023 einen solchen Brunnen erhalten, weitere folgten zum Beispiel am Altenessener und Katernberger Markt, am Rüttenscheider Stern und am Kupferdreher Markt.

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Auch der Karnaper Markt böte sich als Standort für einen Trinkwasserbrunnen an, ließ ein Essener Bürger kürzlich die Bezirksvertretung wissen. „Angesichts zunehmender Hitzetage und fehlender schattiger Aufenthaltsbereiche wäre ein Trinkwasserbrunnen ein niedrigschwelliges, gesundheitsförderndes und sozial gerechtes Angebot“, schrieb er in einer Bürgereingabe. Schließlich gebe es im Stadtteil derzeit keinen öffentlichen Ort, an dem sich Bürgerinnen und Bürger kostenlos mit Trinkwasser versorgen könnten.
Stadtverwaltung Essen: Keine Mittel für Bau und Betrieb weiterer Brunnen
Die Bezirksvertretung stand dem Vorschlag grundsätzlich wohlwollend gegenüber, die Verwaltung indes lehnte ihn kategorisch ab. Zur Begründung verwies das Umweltamt auf die aktuelle Haushaltslage der Stadt. Der Standort sei zwar als potenziell geeignet identifiziert worden, jedoch stünden keine Mittel für den Bau und vor allem den Betrieb weiterer Brunnen zur Verfügung. Speziell die Sicherstellung der Hygiene habe sich bei den vorhandenen Brunnen als „erheblicher Kostenfaktor“ erwiesen.
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Im Oktober 2022 hatte der Rat der Stadt Essen beschlossen, ein Umsetzungskonzept für die Sicherstellung einer kostenlosen und öffentlich zugänglichen Trinkwasserversorgung zu erarbeiten.
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Jedes Jahr Betriebskosten von 10.000 Euro pro Brunnen

Schon vor der Einrichtung des ersten Brunnens hatte die Verwaltung die Kosten für Beschaffung, Installation und Anschluss pro Brunnen auf 15.000 Euro beziffert. Die Unterhaltungskosten sollten sich pro Anlage auf 11.000 Euro bei einer achtmonatigen Betriebszeit belaufen – ausgenommen ist die Frostperiode. In der aktuellen Antwort des Umweltamtes ist die Rede von 10.000 Euro Betriebskosten je Brunnen.
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Als Alternative regt das Amt die „Aktivierung lokaler Gewerbe oder Geschäfte als Refill-Standort“ an. Das Projekt „Refill“ eines Berliner Vereins listet Adressen auf, an denen Menschen kostenfreies Leitungswasser für jedes mitgebrachte Trinkgefäß bekommen können.
Ein Blick auf die Karte des Projekts zeigt, dass es im Essener Norden zwar bereits Refill-Standorte gibt, etwa im Gustav-Heinemann-Jugendbibliothekszentrum in Schonnebeck oder im Geschäft „Saponeria sapor“ auf Zollverein, jedoch nicht in Karnap.





