Gerade erst sind die ersten Abteilungen von Evonik in den ehemaligen RWE-Tower gezogen, da müssen sie schon wieder raus: Wegen „massiver Brandschutzmängel“, wie die Stadt auf Nachfrage mitteilt, ist das höchste Hochhaus der Stadt gesperrt.

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Die Bauordnung habe eine Nutzungsuntersagung ausgesprochen, sagt Stadtsprecherin Silke Lenz. Das Gebäude musste geräumt werden. Die Mieter, die Anwaltskanzlei Luther und der Chemiekonzern Evonik, hätten schon am Donnerstag mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Hochhaus verlassen.
Hunderte Beschäftigte müssen ins Homeoffice
Bei Evonik sind etwa 400 Beschäftigte betroffen. Sie arbeiten entweder mobil von zu Hause aus oder sind in ihre alten Büros in der Rellinghauser Straße zurückgekehrt. Der Vorstand von Evonik ist noch nicht in den Turm gezogen. Er ist als eine der letzten Abteilungen an der Reihe. Der Mietvertrag von Evonik am bisherigen Standort der Zentrale läuft noch bis Ende September. Auch wenn Evonik schnell Lösungen gefunden hat, „mindert das natürlich die Umzugsfreude“, sagt ein Sprecher.
Bei der Wirtschaftskanzlei Luther haben sich die meisten der rund 100 Mitarbeitenden seit Freitag im Homeoffice eingerichtet. Nur das Notariat ist kurzfristig in einem Hotelzimmer in Essen untergekommen, um weiter beurkunden zu können. „Wir haben über Nacht umgestellt und arbeiten remote. Wir sind zu hundert Prozent arbeitsfähig“, betont der Standortleiter Klaus Thönißen. Die Kanzlei Luther war bereits Ende vergangenen Jahres in das Hochhaus am Opernplatz gezogen.
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Evonik-Tower in Essen: Sprinkleranlage und Aufzüge funktionieren nicht
Im Detail geht es um eine nicht funktionierende Sprinkleranlage sowie defekte Fahrstühle, teilt die Stadt mit. Zudem löse zwar die Brandmeldeanlage aus, sende aber kein Signal an die Feuerwehr. Das war bereits bei einem Einsatz im Juni aufgefallen. Die anderen Mängel seien von der Bauordnung im Rahmen des Genehmigungsverfahrens festgestellt worden. Bislang sind noch nicht alle Arbeitsplätze in dem 127 Meter hohen Gebäude bezogen, es wurden bisher nur Teilgenehmigungen zur Nutzung erteilt.
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Bis Sonntag soll der Vermieter der Stadt ein Konzept vorlegen, wie und in welchem Zeitrahmen die Mängel behoben werden sollen. „Noch können wir nicht sagen, ob die Nutzung des Gebäudes für Tage, Wochen oder Monate untersagt bleibt“, so Silke Lenz. Die Immobilie gehörte zuletzt der Vivion-Gruppe mit Sitz in Luxemburg. Gemanagt wird sie von der Lianeo Real Estate aus Berlin. Auf Anfrage hat sich Lianeo bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Bei Evonik hält man sich mit Bewertungen zurück. „Als Mieter können wir über die technischen Details keine Auskunft geben. Wir gehen aber davon aus, dass der Vermieter uns zeitnah eine klare Perspektive geben wird, wie die weiteren Schritte zur Behebung der technischen Themen gestaltet werden“, erklärte der Sprecher. Auch bei Luther heißt es, man arbeite gemeinsam konstruktiv an Lösungen. Informierte Kreise sagen, es handle sich in erster Linie um ein Kommunikationsproblem zwischen Stadt und Immobilieneigentümer. Die Probleme seien allem Anschein nach kurzfristig lösbar.
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Muss Evonik jetzt doch länger an der Rellinghauser Straße bleiben?
Sollte die Sperrung des Turmes allerdings doch länger andauern, müsste Evonik wohl über eine Verlängerung des Mietvertrages in der Rellinghauser Straße nachdenken. Dabei hatte das Unternehmen den repräsentativen Turm am Opernplatz als neuen Sitz der Konzernzentrale auch deshalb gewählt, weil das Gebäude an der Rellinghauser Straße zu groß geworden war und auch in die Jahre gekommen ist.
Das markante Hochhaus am Opernplatz war 1996 als Zentrale des Energiekonzerns RWE errichtet worden. Zwischenzeitlich nutzte es die Eon-Tochter Westenergie als Unternehmenssitz. Nach deren Auszug Ende 2024 gewann der Eigentümer mit Luther und Evonik neue Mieter und baut seither das Gebäude um.

































