Seit knapp drei Jahren ist die historische Eisenbahnbrücke über die Wilhelm-Nieswandt-Allee in Höhe der Zeche Carl gesperrt. Aufgrund von Mängeln an der Stahlkonstruktion ist die Tragfähigkeit beeinträchtigt – die Brücke muss umfassend saniert werden.

Täglich (außer Samstag)
Essen-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Die Kosten für Vorarbeiten und Planung sollen insgesamt 650.000 Euro betragen. Das geht aus einer entsprechenden Verwaltungsvorlage hervor. Der Ausschuss für Verkehr und Mobilität hat bereits zugestimmt, die Bezirksvertretung für den Bezirk 5 hat die Vorlage zur Kenntnis genommen.
Historische Brücke wurde 1990 zur Geh- und Radwegbrücke umgebaut
Die Brücke ist ein Stück Industriegeschichte: Ursprünglich fuhren hier Züge, 1990 wurde sie zur Geh- und Radwegbrücke umgebaut; ein Belag aus Eichenholz ersetzte die Gleise. Bis zu ihrer Sperrung verband die Überführung zwei Grünanlagen westlich und östlich der Wilhelm-Nieswandt-Allee.

Fußgänger und Radfahrer konnten so etwa von der Zeche Carl zum Allee-Center oder auf der Radstrecke von Katernberg nach Altenessen und zurück gelangen, ohne die stark befahrene Straße überqueren zu müssen.
+++ Social Media: Facebook, Instagram, WhatsApp und Tiktok | Unsere Schwerpunkte: Polizei- und Feuerwehr + Innenstadt + Rot-Weiss Essen + Lokalsport | Nachrichten aus ganz Essen: Süd + Rüttenscheid + Nord + Ost + Kettwig und Werden + Borbeck und West +++
Vor der Sperrung hatte die Stadt nach eigenen Angaben mehrfach Reparaturen an der Brücke durchführen lassen. Im Rahmen der Generalsanierung soll die Verkehrsfläche für Fuß- und Radverkehr komplett neu entstehen. Die Schäden an der Stahlkonstruktion sollen behoben und die Brücke mit einem neuen Korrosionsschutz überzogen werden. Die Holzkonstruktion wurde laut Stadt bereits abgebaut – damit keine Teile auf die Wilhelm-Nieswandt-Allee stürzen und um die Brücke gründlich untersuchen zu können.
Sanierungskonzept: Fachleute prüfen Schäden und Kosten für Bauwerk
Fachleute sollen dabei sämtliche Schäden dokumentieren – vor allem dort, wo Rost die tragenden Bauteile geschwächt hat. Im Anschluss soll ein Sanierungskonzept entwickelt werden. Erst dann folgen die konkrete Objektplanung und der Entwurf für die neue Verkehrsfläche samt Tragkonstruktion. Sobald eine entsprechende Kostenkalkulation vorliegt, muss die Politik einen Baubeschluss fassen, bevor die Stadt die Bauarbeiten ausschreiben kann.
- Die Lokalredaktion Essen ist auch bei WhatsApp! Abonnieren Sie hier unseren kostenlosen Kanal: direkt zum Channel!
Die Bezirksvertretung werde darauf drängen, dass die Sanierung nach der Mittelfreigabe zügig starte, sagt Bezirksbürgermeister Klaus Hagen: „Die Brücke ist eine wichtige Verbindung zur Mitte von Altenessen.“ Es sei dringend erforderlich, dass bald ein verbindlicher Zeitplan vorgelegt werde.
Laut städtischem Presseamt dürfte der Baubeginn allerdings noch auf sich warten lassen. Der Planungsauftrag sei noch nicht vergeben worden, teilt Jacqueline Riedel auf Anfrage mit. Die Ausschreibungsunterlagen für die Planungsleistungen befänden sich noch zur Prüfung bei der Vergabestelle. Daher gebe es auch noch keinen Zeitplan für die Sanierung. „Nach aktuellem Stand ist ein Beginn der Bauarbeiten frühestens ab dem Jahr 2028 zu erwarten.“
Von den 650.000 Euro, die laut Verwaltungsvorlage für Vorbereitung und Planung benötigt werden, sind rund 100.000 Euro bereits für den Rückbau geflossen. Für die Planung selbst kalkuliert die Verwaltung 550.000 Euro. Der Großteil davon – 490.000 Euro – soll erst 2027 kassenwirksam werden. Weil für dieses Jahr im entsprechenden Projekttopf nur noch rund 6000 Euro liegen, muss der Kämmerer 54.000 Euro überplanmäßig bereitstellen. Das Geld komme aus dem Projekt „Straßenüberführung (SÜ) Alfredstraße“, wo das Budget nicht vollständig gebraucht werde.
Eine belastbare Schätzung der Gesamtkosten ist laut Presseamt „zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht möglich“.




