In Ostasien gelten die Tiere als Symbole für Glück, Reichtum und ein langes Leben, in Europa wurden sie im Mittelalter mit Hexen in Verbindung gebracht und auch heute noch wecken Fledermäuse bei vielen Menschen eher ungute Gefühle. Dabei sind die lautlosen Jäger der Nacht sehr nützlich: Eine einzige Fledermaus frisst pro Stunde bis zu 1000 Insekten, darunter viele Mücken.

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Mehr Verständnis für diese geschützte Art zu wecken und über sie zu informieren, ist Ziel der alljährlichen Internationalen Fledermausnacht (Bat Night) Ende August. In Essen können Interessierte im Rahmen einer Fledermausführung den nachtaktiven Tieren näherkommen und jede Menge über sie erfahren: Der Freundeskreis Grugapark lädt in Kooperation mit der Schule Natur zu vier Terminen im August und September mit Fledermaus-Experte Olav Möllemann ein.

Die Termine für Führungen im August und September in Essen

Diese Termine finden am 15. und 29. August sowie am 12. September jeweils um 20.30 Uhr im Grugapark statt. Treffpunkt ist das Seerosenbecken vor der Orangerie. Am 22. August trifft sich die Gruppe nicht im Grugapark, sondern am Kupferdreher Markt, ebenfalls um 20.30 Uhr.

Während der Fledermausführung werden mit Hilfe eines Ultraschall-Empfängers für Fledermaus-Rufe die in Wald, Feld, Wiese und über dem Wasser vorkommenden Arten aufgespürt und hörbar gemacht. Der Fledermausschutz ist ein wichtiger Grundgedanke einer Fledermausführung. Deswegen werden keine Schlafplätze oder Winterquartiere während einer Führung aufgesucht.

Keine Anmeldung

Die Kosten für eine Fledermausführung betragen vier Euro für Kinder und sechs Euro für Erwachsene. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Gäste werden gebeten, eine Taschenlampe mitzubringen.

Weitere Termine zur Bat Night und andere Fledermausveranstaltungen sind auf der Homepage des Naturschutzbund Deutschland (NABU) gelistet, der in Deutschland die Bat Night organisiert.

Wo leben die Fledermäuse in Essen?

Fledermäuse jagen nachts Insekten, wobei sie sich in erster Linie mithilfe ihres Gehörs und ihrer Hochfrequenzrufe orientieren, die zur Echoortung genutzt werden. Den Tag verschlafen Fledermäuse in ihrem Quartier, das im Jahresverlauf immer wieder gewechselt wird. Einige Arten nutzen im Sommer und zur Fortpflanzung Quartiere an und in Gebäuden, wo sie entweder in enge Spalten kriechen oder sich in Dachstühlen aufhalten. Andere bevorzugen Baumhöhlen in Wäldern.

Fledermausquartier in Gewölben von alter Brauerei
Den Winter verbringen Fledermäuse in unterirdischen Quartieren wie Höhlen, Stollen, Tunneln oder Kellern (hier eine Wasserfledermaus im Kellergewölbe einer Brauerei).© Patrick Pleul/dpa | Patrick Pleul

Den Winter verbringen viele Arten in unterirdischen Quartieren wie Höhlen, alten Bergwerksstollen, Tunneln oder auch Kellern. Manche Arten, wie die Rauhautfledermaus, legen weite Strecken zwischen den Sommer- und Winterquartieren zurück, bei anderen sind diese Distanzen deutlich kürzer.

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Wie können Fledermäuse geschützt werden?

Fledermäuse sind durch unterschiedliche Faktoren gefährdet. Der Verlust von Quartieren für die Fortpflanzung und zum Überwintern, beispielsweise durch Renovierungsarbeiten an Gebäuden oder weil Höhlenbäume gefällt werden, ist dabei nur ein Problem. Auch der starke Rückgang von Insekten bedroht die Populationen, die dadurch allmählich ihre Nahrungsgrundlage verlieren.

Tiergarten Kleve
Durch das Aufhängen von Fledermauskästen kann man den Insektenjägern helfen.© FUNKE Foto Services | Socrates Tassos

Viele Arten sind sehr empfindlich gegenüber Lichtverschmutzung: Nächtliche Beleuchtung an Straßen, Gebäuden und sogar in Gärten sorgt dafür, dass ihr Lebensraum immer weiter eingeschränkt wird. So kann man die Zwergfledermaus fast überall im Stadtgebiet beobachten, weil sie mit Licht besser zurechtkommt, während man lichtempfindliche Arten wie die Fransenfledermaus kaum zu Gesicht bekommt.

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Insektenfreundliche Gartengestaltung hilft den Tieren

Der ehrenamtliche Naturschutz leiste einen wichtigen Beitrag, sowohl zum Schutz und zur Erfassung von Fledermäusen, als auch bei der Wissensvermittlung an interessierte Bürger im Rahmen von Führungen und Infoveranstaltungen, heißt es von der Stadt.

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Sonja Eisenmann, Fachbereichsleitung Umwelt, weist darauf hin, dass man Fledermäuse aber auch selbst unterstützen kann: „Durch das Aufhängen von Fledermauskästen, die den gebäudebewohnenden Arten die wichtigen Spaltenquartiere bieten, vor allem aber durch naturnahe, insektenfreundliche Gartengestaltung und den Verzicht auf überflüssige nächtliche Beleuchtung kann man den fliegenden Insektenjägern helfen.“