Die irische Fluggesellschaft Ryanair erweitert ihr Angebot am Flughafen in Weeze. Ryanair-Marketingchef Dara Brady kündigt im Gespräch mit der NRZ an, dass man in den kommenden fünf Jahren die Flugverbindungen deutlich ausweiten möchte, sofern die staatlichen Rahmenbedingungen passen und der Flughafen weiterhin so kostenbewusst agiert. In diesem Frühjahr stationiert Ryanair ein neues Flugzeug in Weeze und wird damit die Kapazitäten ab Weeze um 150.000 zusätzliche Sitzplätze erweitern. Die neuen Reiseziele sind, wie berichtet, in Crotone (Italien), Paphos (Zypern), Sarajewo (Bosnien und Herzegowina) und Olsztyn im polnischen Masuren.
Ryanair setzt auf Weeze
Das Geschäft in Weeze hat nach der Corona-Pandemie für Ryanair wieder die richtige Flughöhe erreicht. Neben Berlin ist Weeze der wichtigste Flughafen für Ryanair in Deutschland geworden und daher habe man sich auch entschieden, einen siebten Flieger am Niederrhein zu stationieren, so Brady.
Man freue sich über mehr als zwei Millionen Passagiere im Jahr und honoriere, dass der Flughafen die Kostenseite im Griff habe. Trotz der Steuern und Abgaben, mache das Flughafenmanagement um Sebastian Papst gute Arbeit. Weeze habe sei als einer der wenigen Flughäfen in Deutschland seit der Corona-Pandemie um fast 160 Prozent gewachsen: „Also, der Flughafen hat einen guten Job gemacht“, so Brady auf die Frage, was in Weeze besser laufe als in Dortmund.

Wer ist Dara Brady?
Dara Brady ist Marketing-Chef bei Ryanair in Irland. Er hat verschiedene Positionen innerhalb des Unternehmens bekleidet und ist für Marketing, Kundenservice und digitale Initiativen verantwortlich.
Brady ist für die strategische Ausrichtung des Marketings und Kundenservices in 37 Ländern verantwortlich.
29 Maschinen der Boing 737 Max
Die Lieferprobleme für die Boing 737 Max haben in der Vergangenheit auch Ryanair getroffen. Man könne über das Jahr 2025 auf rund 29 neue Maschinen zurückgreifen: „Das ist eine ganze Menge“, so Ryanair-Sprecher Marcel Meyer. Die Fluggesellschaft wolle die Maschinen effizient einsetzen: „Am Ende ist das Geschäft kostengetrieben“, sagt Meyer. Und da sei der Flughafen Weeze attraktiv. Dennoch stehe er auch in Konkurrenz mit dem europäischen Ausland.

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Brady verdeutlicht im Gespräch mit der NRZ, dass die Flugsteuer in Deutschland bei 15,53 Euro liege und sich damit im Vergleich zum Jahr 2019 (7,38 Euro) verdoppelt habe. Auch die Flugsicherung sei enorm teuer geworden. Im Januar seien die Kosten um 50 Prozent gestiegen, im Jahr 2028 könnten sie bei 20 Euro pro Fluggast liegen. In anderen europäischen Staat lägen sie bei zwei Euro. „Die Kosten in Deutschland betragen also pro Passagier gut 40 Euro, ohne dass wir auch nur ein Flugzeug getankt haben“, so der Ire.
Brady erwartet viel von Flügen nach Sarajewo und Paphos
„Unsere durchschnittlichen Flugticketpreise lagen im vergangenen Jahr bei 50 Euro. Es gibt also eindeutig ein Problem in Deutschland, wo Steuern und Nebenkosten eine echte Rolle spielen.“ Fairnesshalber müsse man aber anerkennen, dass Regionalflughäfen wie beispielsweise Weeze sehr hart arbeiten, um die Airlines zu halten.
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Für die neue Saison wird Ryanair vier neue Reiseziele ab Weeze ansteuern. Brady ist gespannt, wie sich Sarajewo schlagen wird und auch Paphos könnte ein sehr gutes Reiseziel für Deutsche werden. „Wir sind optimistisch, ich denke, dass alle vier Reiseziele gut laufen werden. Aber wenn ich zwei herauspicken müsste, dann würde ich Paphos oder Sarajewo nehmen.“ Bei der Auswahl der Ziele würden für Ryanair auch die Kosten eine wichtige Rolle spielen. So halte man Ausschau nach Low-Cost-Flughäfen und man gucke, ob das Reiseziel interessant für Geschäftsreisende ist oder für Familienflüge ist.
Palma bleibt ein wichtiges Urlaubsziele
Nach wie vor spiele Mallorca für Ryanair eine wichtige Rolle. Palma sei nun mal das 17. Bundesland und nach wie vor ein wichtiges Reiseziel für viele Deutsche. Das wolle man auch bedienen. Ryanair versuche seine Präsenz auf der Strecke zu maximieren. „Aber das ist schwierig, weil Palma so voll ist und es daher nicht einfach ist, Flugslots zu bekommen. Das ist also die Herausforderung bei Palma.“

Dass die Flugkosten für Mallorca weiter steigen werden, sieht Brady noch nicht. Wichtig sei auch hier das Abgabensystem. Für Spanien sei der Tourismus und die Luftfahrt weiterhin enorm wichtig und man habe eine Menge unternommen, um die Kostenbasis für Fluggesellschaften attraktiv zu halten. Das sei auch der Grund, warum Spanien und insbesondere Mallorca sich am schnellsten nach der Corona-Pandemie erholt hätten. Ganz im Gegensatz zu Deutschland.
Ich denke, dass die Deutschen einen großen Tunnel graben sollten und die Niederlande abschneiden müssen. Die Steuererhöhungen färben offensichtlich ab.
Dara Brady, Marketing-Chef von Ryanair
Die Ziele von Raynair
Das Weezer Flughafenmanagement unter Sebstian Papst laufe gut, so Brady: „Wenn das nicht so wäre, würden wir auch kein weiteres Flugzeug in Weeze stationieren. Wir arbeiten eng mit dem Flughafen zusammen, um neue Dinge voranzutreiben und Wachstumsanreize zu schaffen“, so Brady.
Aus seiner Sicht habe der Flughafen noch viele Möglichkeiten zu wachsen. „Deutschland hat es selbst in der Hand. Wir möchten unseren Flugverkehr hier in den kommenden fünf bis sieben Jahren verdoppeln. Also von 17 Millionen Passagiere auf 34 Millionen. Dann müsste sicherlich auch die Infrastruktur angepasst werden, um das Wachstum zu ermöglichen. Kurzfristig reichen die Kapazitäten am Flughafen Weeze, da machen wir uns keine Sorgen. Aber wenn wir unsere Passagierzahlen verdoppeln wollen, dann müsste auch der Flughafen wachsen, sicherlich.“
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Luftverkehrssteuer der Niederlande funktioniere nicht
Der Flughafen Weeze werde zudem auch in den kommenden Jahren von den Entwicklungen in den Niederlanden profitieren, so Brady. In den Niederlanden seien die Kosten deutlich gestiegen und das sei „nicht besonders intelligent“, so der Marketingchef. Die Niederlande hätten sich ein Strafsystem für die Luftfahrt ausgedacht, das zweifelhaft sei. „Ein Teil davon dient wahrscheinlich nur dem Schutz von KLM, aber das ist äußerst wettbewerbswidrig geworden“, so Brady.
Eine Luftverkehrssteuer funktioniere nicht, es komme nicht der Umwelt zugute und hemme das Wachstum. Die Restriktionen in den Niederlanden werden weiter dafür sorgen, dass der Weezer Flughafen wächst. „Es wird für viele Leute kein Problem sein, ein oder zwei Stunden zum Flughafen zu fahren.“
Schleppendes Wachstum in den Niederlanden
Für den Weeze-Konkurrenten Eindhoven sieht Brady ein schleppendes Wachstum. „Aufgrund der Einschränkungen wird es schwierig, Eindhoven auszubauen. Das Gleiche gilt für Amsterdam.“ Ryanair agiere in 37 Ländern und strebe nach Wachstum. In Deutschland und den Niederlanden seien die Steuern nun mal am höchsten: „Ich denke, dass die Deutschen einen großen Tunnel graben sollten und die Niederlande abschneiden müssen. Die Steuererhöhungen färben offensichtlich ab.“
Abschließend appellierten Dara Brady und Marcel Pouchain Meyer die Luftverkehrssteuer schnellstmöglich abzuschaffen, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu fördern.




