Der VSR-Gewässerschutz hat die Ergebnisse seiner Brunnenwasseranalysen im Kreis Kleve veröffentlicht. In den vergangenen Jahren wurden insgesamt 1646 Wasserproben auf Belastungen mit Nitrat, Eisen und Bakterien untersucht. Die gemeinnützige Organisation war mit dem Labormobil in mehreren Städten aktiv, darunter in Kleve, Geldern, Goch und Rees. Brunnenbesitzer hatten die Möglichkeit ihre Wasserproben direkt zum Labormobil zu bringen oder sie per Post an die Gewässerexperten zu senden.

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Die Analysen der Brunnenwasserproben ermöglichte dem VSR-Gewässerschutz einen umfassenden Überblick über die Grundwasserbelastungen zu erhalten. „Außerdem helfen wir mit den Untersuchungen gesundheitliche Gefahren bei der Nutzung im Garten auszuschließen“, erzählt Harald Gülzow, der am Informationsstand den Brunnenbesitzern beratend zur Seite stand. Jeder Brunnenbesitzer erhielt ein ausführliches Gutachten, das die Messergebnisse sowie eine Bewertung für die Nutzung des Wassers beinhaltete.

Besonders alarmierend ist, dass 8,6 Prozent der Brunnen sogar über 100 mg/l Nitrat lagen

Harald Gülzow, VSR-Gewässerschutz

Über 32% der Brunnen überschreiten Nitratgrenze

Harald Gülzow hat in den vergangenen Wochen eine Auswertung der Brunnenwasserproben der vergangenen sechs Jahre im Kreis Kleve durchgeführt. Als Physiker engagiert er sich schon seit über 40 Jahren für den Gewässerschutz. Er stellte bei der jetzigen Auswertung immer noch eine zu hohe Nitratkonzentration im Grundwasser aus der intensiven Landwirtschaft fest. 32,3 Prozent der Brunnen überschritten bedauerlicherweise den Grenzwert der Nitratrichtlinie von 50 mg/l Nitrat.

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„Besonders alarmierend ist, dass 8,6 Prozent der Brunnen sogar über 100 mg/l Nitrat lagen“, erklärt Harald Gülzow. Bestimmte Gemüsesorten wie Blattsalat, Radieschen, Spinat und Rettich würden besonders viel Nitrat aufnehmen, wenn hohe Konzentrationen im Boden vorhanden sind. Neben stickstoffhaltigem Dünger erhöhe auch das Nitrat im Gießwasser den Nitratgehalt in den Pflanzen.

Technische Geräte durch Ablagerungen gefährdet

Als weiteres Hindernis bei der Nutzung des Brunnenwassers sieht Harald Gülzow im Kreis Kleve die erhöhten Eisenwerte. „Unsere Analysen ergaben, dass in 12,4% der untersuchten Brunnen die Eisengehalte über 0,8 mg/l liegen“, berichtet er. Hohe Eisenkonzentrationen führten nicht nur zu einer Verfärbung des Wassers, sondern auch zu Ablagerungen. Diese könnten technische Geräte beeinträchtigen und böten zudem einen Nährboden für Keime in den Leitungen.

Der VSR kritisiert zu hohe Nitratwirte durch intensive Landwirtschaft.
Der VSR kritisiert zu hohe Nitratwirte durch intensive Landwirtschaft.© PR | Anja Roth

Sorge bereitet Harald Gülzow die Zunahme der Bakterienbelastung im Brunnenwasser. Die Ursache dafür sieht er bei den Starkregenfällen. Das mit coliformen Keimen belastete Wasser dringe in undichte Brunnen ein. „Bei unseren Wasseruntersuchungen im Kreis Kleve fanden wir diese Bakterien in 18,5 Prozent der getesteten Brunnen“, berichtet der Physiker.

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Checkliste hilft: Ursachen der Belastung finden

Eine zusätzliche Gefahr sieht er in defekten Abwasserleitungen im Untergrund. In solchen Fällen können Fäkalien ins Grundwasser gelangen und dieses mit Escherischia Coli (E.Coli) kontaminieren. „Diese Darmbakterien haben wir in 5,5 Prozent der untersuchten Brunnen festgestellt“, berichtet Harald Gülzow. Er weist darauf hin, dass das Wasser dann auch mit weiteren Viren und anderen Bakterien belastet sein kann, die zu schwerwiegenderen Krankheiten führen.

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Der VSR-Gewässerschutz hat eine Checkliste erstellt, anhand derer jeder prüfen kann, welche Ursachen für die Bakterienbelastung vorliegen könnten. Auf diese Weise lassen sich viele Probleme schnell beheben.

Brunnenwasserergebnisse jetzt online verfügbar

Die umfassenden Auswertungen der Brunnenwasserergebnisse hat der VSR-Gewässerschutz auf der Homepage mit Diagrammen veranschaulicht dargestellt. Hier erfahren die Bürger auch, wann das Labormobil wieder in der Region hält. Auf die Informationen zum Kreis Kleve gelangt jeder Interessierte über die interaktive Karte auf der Homepageseite vsr-gewaesserschutz.de/regionales/nordrhein-westfalen.