Ein Alarm aus der Forensik der LVR-Klinik in Bedburg-Hau hat am Samstagvormittag zu einem Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften geführt. Grund dafür: Ein aggressiver Patient schloss sich in einem Gebäude der LVR-Klinik ein, woraufhin sich mehrere Patienten mit ihm solidarisierten und es zu einem Brand kam. Das erklärte die zuständige Polizei in Essen.

Am Samstagmittag läuft ein Großeinsatz in der LVR-Klinik in Bedburg-Hau.
Am Samstagmittag lief ein Großeinsatz in der LVR-Klinik in Bedburg-Hau.© NRZ | Johannes Kruck

Polizeiaufgebot zwang Täter zur Aufgabe

Nach dpa-Informationen aus Polizeikreisen sollen sie Barrikaden gebaut und Möbel angezündet haben. Beim Anblick des massiven Polizeiaufgebots soll sich die Tätergruppe aber gestellt haben. 

Der Brand wurde durch die in großer Präsenz ausgerückte Feuerwehr gelöscht. Das Gebiet wurde für den Einsatz weiträumig abgesperrt.

Am Samstagmittag läuft ein Großeinsatz in der LVR-Klinik in Bedburg-Hau.
Das Gebiet in Bedburg-Hau wurde großräumig abgesperrt.© NRZ | Johannes Kruck

Klinikpersonal evakuiert Patienten in gesicherten Bereich

Gegen 10 Uhr sei die Polizei alarmiert worden, berichtete ein Sprecher. Eine große Anzahl Polizei-, Feuerwehr- und Rettungsdienst-Fahrzeuge wurde gerufen und zur LVR-Klinik geschickt.

Lesen Sie auch diese Nachrichten aus Kleve und dem Umland

Das Klinikpersonal verließ mit den restlichen unbeteiligten Patienten das Gebäude und brachte diese im umzäunten Außenbereich der Klinik in Sicherheit. Noch am Mittag konnte die Störergruppe von insgesamt 17 Personen laut Polizei unter Kontrolle gebracht werden. Der 27-jährige deutsche Haupttäter wurde vorläufig festgenommen.

Am Samstagmittag läuft ein Großeinsatz in der LVR-Klinik in Bedburg-Hau.
Viele Feuerwehr-Kräfte, aber auch Polizei und Rettungsdienst waren im Einsatz.© NRZ | Johannes Kruck

Ermittlungen der Polizei dauern an

Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen des Geschehens dauern an, sagte ein Sprecher am Sonntag. Dazu müssten zahlreiche Befragungen durchgeführt werden. Zu klären sei unter anderem, welchen Beteiligten strafrechtlich relevante Vorwürfe zu machen seien. „Die Frage ist auch, wer den Brand gelegt hat“, so ein Sprecher. 

In einer ersten Reaktion am Vormittag erklärte Matthias Werk, Sprecher der für solche Einsätze zuständigen Polizei in Essen: „Es gab eine Sicherheitsstörung in der Forensik. Wir führen den Einsatz. Es ist gerade noch etwas wuselig. Es sind viele Kräfte vor Ort und es muss viel koordiniert werden.“ Es gebe einen nicht so großen Brand im Gebäude. Aber es habe keinen Ausbruch gegeben und es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung, konnte Werk schon zu dem Zeitpunkt beruhigen.

Auch interessant

Polizei: „Störer sind unter Kontrolle“

„Als die Kollegen eingetroffen sind, war relativ schnell klar, dass es sich nicht um einen Patienten handelt, sondern um mehrere“, so ein Sprecher der Polizei vor Ort. „Für uns war klar, das ist eine Lage, wo wir weitere Kräfte brauchen“, so der Sprecher weiter.

Großeinsatz Forensik LVR-Klinik Bedburg-Hau
Spezialkräfte der Polizei, schwer bewaffnet, wurden ebenfalls nach Bedburg-Hau gerufen. Inwieweit sie zum Einsatz kamen, lässt die Polizei offen.© TV Niederrheiin | Guido Schulmann

Einen Medienbericht, wonach es sich um eine „Revolte“ von Häftlingen handeln soll, mochte die Polizei nicht bestätigen. Sie sprach von „Störern“, die inzwischen „unter Kontrolle der Polizei stehen“, sagte der Sprecher. Anfängliche Befürchtungen einer Geiselnahme bestätigten sich ebenfalls nicht. Er bestätigte Informationen, dass auch Spezialkräfte der Polizei vor Ort sind. Inwieweit sie zum Einsatz kamen, dazu war bei der Polizei nichts zu erfahren.