Zusammenfassung

  • In Goch wurde im Oktober 2025 ein Feuer in einer Leiharbeiterunterkunft gelegt, das vermutlich einen Mordanschlag darstellen sollte. Alle Bewohner konnten gerettet werden.
  • Ein 33-jähriger Bewohner steht unter Verdacht, das Feuer absichtlich verursacht zu haben, wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.
  • In Kleve startet nun der Prozess vor dem Landgericht.

Im Oktober 2025 brannte nachts in Goch der Dachstuhl einer Leiharbeiterunterkunft. Die Staatsanwaltschaft Kleve geht davon aus, dass ein 33-jähriger Mann Feuer gelegt hat, um die Menschen, die dort wohnten, zu ermorden. Am Montag, 22. Juni, um 9 Uhr startet vor dem Landgericht in Kleve der Gerichtsprozess. Der Angeklagte muss sich für versuchten Mord in Tateinheit mit schwerer Brandstiftung verantworten.

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Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte in der Nacht vom 18. auf den 19. Oktober 2025 um kurz vor 0.30 Uhr in einem Zimmer einer Dachgeschosswohnung in Goch an mehreren Stellen Feuer entzündet haben. Der Brand soll dann, wie vom Angeklagten jedenfalls für möglich gehalten, auf das gesamte Dachgeschoss, den Dachstuhl und das benachbarte Gebäude übergegriffen haben. Hierbei soll der Angeklagte billigend in Kauf genommen haben, dass die weiteren Hausbewohner schlafen, den Brand nicht rechtzeitig bemerken und durch diesen zu Tode kommen.

Zwei Sachverständige und elf Zeugen zum Gerichtsprozess geladen

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Da der Brand rechtzeitig bemerkt wurde, seien die weiteren Hausbewohner nicht verletzt worden. Das Gebäude, in dem sich die Dachgeschosswohnung befindet, sei durch den Brand unbewohnbar geworden. An dem Nachbargebäude sei ein Sachschaden entstanden.

Zum Hauptverhandlungstermin sind zwei Sachverständige und elf Zeugen geladen. Eine Fortsetzung ist für den 25. Juni angesetzt.

>>> So hatten wir nach dem Brand berichtet <<<

Einen raschen Fahndungserfolg meldete die Polizei am Dienstagmittag nur zwei Tage nach dem Brand in einer Gocher Leiharbeiterunterkunft.

In der Nacht zu Sonntag ereignete sich ein Brand auf der Kalkarer Straße in Goch. Ein 32-jähriger Bewohner der Leiharbeiterunterkunft steht im Verdacht, für das Feuer verantwortlich zu sein. Doch er war flüchtig.

Haftrichter ordnete Untersuchungshaft an

Dienstagmorgen konnte der Verdächtige dann in der Nähe der Unterkunft durch die Polizei festgenommen werden. Anschließend wurde er auf Antrag der Staatsanwaltschaft einem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft wegen des Verdachts auf versuchten Totschlag und schwere Brandstiftung anordnete.

Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern an, teilen Polizei Kleve und Krefeld sowie die Staatsanwaltschaft Kleve in einer gemeinsamen Erklärung mit.

>>> So berichtete die NRZ bisher zu diesem Fall <<<

Brand in Goch
In Goch gab es in der Nacht zu Sonntag einen Dachstuhlbrand. Jetzt gibt es einen schlimmen Verdacht.© Feuerwehr Goch | Torsten Matenaers

Dramatische Neuigkeiten zu einem Feuer in der Gocher Innenstadt: Wie berichtet, brannte es am Sonntag gegen 0.30 Uhr in einem Mehrfamilienhaus auf der Kalkarer Straße in Goch.

Alle Bewohner der Leiharbeiterunterkunft konnten das Haus zum Glück unverletzt verlassen und wurden anderweitig untergebracht. Die Gocher Feuerwehr löschte den Brand.

Kripo fahndet nach einem flüchtigen Mann

Doch jetzt teilen Polizeistellen aus Kleve und Krefeld sowie die Staatsanwaltschaft Kleve in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit, dass der Brand in dem Mehrfamilienhaus womöglich absichtlich gelegt worden sei.

Ein 32-jähriger Bewohner des Hauses stehe im Verdacht, den Brand gelegt zu haben. Die Fahndung nach dem flüchtigen Tatverdächtigen sei eingeleitet worden. Eine Mordkommission, bestehend aus Kriminalbeamten der Polizei Krefeld und Kleve, habe die Ermittlungen übernommen.

>>> So hatten wir bereits am Sonntag berichtet <<<

In der Gocher Innenstadt hat es in der Nacht zu Sonntag gebrannt. Betroffen war ein Haus in der Kalkarer Straße, dort brannte der Dachstuhl vollständig aus. Knapp fünf Stunden haben die Löscharbeiten an dem Reihenhaus gedauert, schreibt die Gocher Feuerwehr. Verletzt wurde niemand, es ist ein hoher Sachschaden entstanden. Die Brandursache ist unklar. Das Haus sei unbewohnbar.

Guido Schulmann
In der Gocher Innenstadt gab es einen Dachstuhlbrand. Die Polizei ermittelt jetzt. © TV Niederrhein | Guido Schulmann

Haus ist unbewohnbar

Die Feuerwehr habe ein Übergreifen der Flammen auf andere Häuser verhindern können. Um 0.30 Uhr wurde Alarm zunächst für die Löschzüge Stadtmitte ausgelöst. Schon bei Eintreffen der ersten Kräfte brannte das Obergeschoss des Reihenhauses in voller Ausdehnung. Ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbargebäude links und rechts stand unmittelbar bevor. Zudem war zunächst noch unklar, ob sich noch Personen in dem Gebäude aufhielten. Bereits in dieser ersten Phase des Einsatzes wurden die Löscheinheiten Asperden und Pfalzdorf zur Unterstützung nachalarmiert.

Die Löscharbeiten wurden mit massivem Wassereinsatz eingeleitet. Sogenannte Riegelstellungen zu den Nachbargebäuden verhinderten ein Übergreifen der Flammen. Über die Drehleiter mussten im weiteren Verlauf die Dachpfannen des Brandhauses entfernt werden, um Glutnester ausmachen zu können. Atemschutztrupps durchsuchten die Räumlichkeiten nach Personen, wurden aber nicht fündig.

24 Personen waren betroffen

Guido Schulmann
Laut den Ermittlern dürfte der Brand in Goch bewusst gelegt worden sein.© TV Niederrhein | Guido Schulmann

Insgesamt 24 Personen hielten sich in dem betroffenen Gebäude sowie im Nachbargebäude rechts zum Zeitpunkt des Brandes auf. Sie wurden durch das Ordnungsamt anderweitig untergebracht. Das Brandobjekt selbst ist unbewohnbar und auch das rechte Nachbargebäude konnte vorerst nicht genutzt werden.

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Vor Ort waren 55 Einsatzkräfte unter der Leitung von Stadtbrandinspektor Marc Derksen. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.