Olga Diederen von der Caritas Kleve begrüßte die Gäste bei einsetzender Dämmerung, danke allen für ihr Mitwirken und das Engagement. Sie betonte zu Beginn des ersten multikulturellen Lichterfestes unter dem Motto Lichter-Vielfalt: „Vielfalt ist nicht immer einfach, aber heute schauen wir auf das Positive und auf die Bereicherung. Wir feiern die Vielfalt und setzen uns für ein friedliches Miteinander ein.“

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Dann hatte Bürgermeister Markus Dahmen das Wort: „Die Veranstaltung in dieser Art und Weise ist eine Premiere in Kleve und ich freue mich sehr, dass sie hier stattfindet.“ Sie sei motiviert durch viele schmerzhafte Erfahrungen, die an die beteiligten Organisationen des Festes Lichter-Vielfalt herangetragen worden seien.
Markus Dahmen sagt Rassismus den Kampf an
„Rassismus hat schließlich viele Formen – seien es physische und gewaltvolle Übergriffe, Erniedrigungen, Einschüchterungen, Benachteiligungen, Ausschluss, Rassismus-fördernde Darstellungen oder auch die Bagatellisierung von Diskriminierungserfahrungen und vieles mehr“, so der Bürgermeister.

Janna Völpel von Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit der Awo berichtete von solchen alarmierenden Vorkommnissen: „Wir sehen psychische und gewaltvolle Übergriffe aus unter anderem rassistischen Gründen. Wir sehen auch Rassismus und Diskriminierung fördernde Darstellungen in Medien und Schulmaterial. Populistisches Denken heize auf Social Media an und scheine dort Rassismus zu legitimieren.“
Völpel schildert Diskriminierung im Kreis Kleve
Dann listete sie besorgniserregende, konkrete Beispiele aus dem Kreis Kleve auf: „Eine Person wird nur aufgrund des Aussehens zusammengeschlagen. Ein Nachbar schlagt seinen Mieter aufgrund seiner Herkunft mit einem Baseballschläger. Eine Person im Rollstuhl kommt nicht in ein Restaurant. Eine Person wird wegen psychischer Erkrankung vom Sport ausgeschlossen. Eine Person wird wegen ihrer sexuellen Identität und ihres Geschlechts aus dem Team gemobbt.“
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„Eine Frau mit Kopftuch kauft nur noch in den Niederlanden ein, aus Angst vor den Blicken der Menschen im Kreis“, führt Völpel fort: „In der Schule wird ein Kind bestraft, weil es sich nach rassistischer körperlicher Gewalt wehrte. In Unterkünften für Geflüchtete im Kreis erleben Menschen, dass ihre Rechte eingeschränkt werden.“

Jede einzelne Form von Diskriminierung sei in keinster Weise mit unserem Demokratieverständnis vereinbar, betonte auch der Klever Bürgermeister. Die lebendige Vielfalt sei spannend und bereichere zudem die Schwanenstadt sowie deren Alltag. „Vielfalt ist wichtig für unsere Demokratie“, fasste es Dahmen zusammen.
Ein fröhliches, buntes Miteinander
Dies drückt auch das Banner der Stadt Kleve aus, das beim Lichterfest am Spoykanal zum ersten Mal zum Einsatz kam. Dann entzündete das Stadtoberhaupt symbolisch ein weiteres Licht und stellte es auf die Fußbrücke über den Spoykanal und die multikulturelle Feier konnte so richtig beginnen.

Gut gelaunte Menschen aller Altersklassen, verschiedener Hautfarben und Herkunft feierten fröhlich mehrere Stunden und die Lichter entfalteten mit zunehmender Dunkelheit mehr und mehr ihre Wirkung. Anfangs noch etwas dürftig besucht, drängten sich die Besucher nach etwa einer Stunde entlang der über ein Dutzend Stände zwischen der Straße Opschlag und dem Spoycenter.
Gemeinsames Essen, Feiern und Singen
So gelang auch das erklärte Ziel dieser Lichter-Vielfalt, ein starkes, buntes und leuchtendes Zeichen in dieser eher dunklen Jahreszeit zu setzen – ein Zeichen für ein buntes, friedliches und respektvolles Miteinander – unabhängig von Alter, Herkunft, Sprache, Geschlecht, Religion oder Lebensweise. Menschen kamen miteinander ins Gespräch, aßen gemeinsam, tranken, spielten und musizierten.

Eine große Gruppe von Together, einem queerem Jugendtreff in Kleve, bot nicht nur nette Gespräche und Info-Fleyer, sondern auch leckere Waffeln und das Gestalten von Buttons an.
Ein Familienvater: „Wir müssen Haltung zeigen“
Einen dieser Buttons hatte die zweijährige Melke gebastelt, die mit ihrer Schwester Hannah (zwölf Wochen alt) sowie ihren Eltern Birte und Hendrik Schmiedeskamp zu dem Fest gekommen war. „Gerade in der heutigen Zeit ist es doch wichtig Haltung zu zeigen, da sind wir gerne dabei“, erklärte Hendrick Schmiedeskamp die Motivation seiner Familie zur Lichter-Vielfalt zu kommen.
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Und es ging auch im Weiterbildung: Unter anderem informierten Bildungsreferentin Mandy Stalder-Thon und FSJ-ler
Felix Trausch über die Angebote der Wasserburg Rindern. „Lichter für Vielfalt und Ermutigung, das passt auch sehr gut zu unserem Programm. Also sind wir gerne dabei“, so Stalder-Thon.
Solidarität, Inklusion, Respekt und Zusammenhalt
Das Fazit von Bürgermeister Markus Dahmen: „Die Veranstaltung trägt dazu bei, unsere Gesellschaft in Kleve offener, solidarischer und widerstandsfähiger zu machen, wofür ich sehr dankbar bin. Die Organisatorinnen und Organisatoren machen hiermit hervorragende Werbung für die Werte Solidarität, Inklusion, Respekt und Zusammenhalt.“




















































