Die Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft (KKLE) und die Cusanus-Trägergesellschaft Trier (ctt) stellen die nächsten Weichen für die anstehende Krankenhaustransformation im Kreis Kleve. Hinter dem schlichten Projekttitel „KarL32“ verbirgt sich eines der größten Fördervorhaben im Kontext der Krankenhausplanung Nordrhein-Westfalens. Die weitreichenden Pläne wurden am Donnerstagnachmittag, 21. Mai, im Kreistag vorgestellt.

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Demnach soll der Standort Kleve in den kommenden Jahren zu einem leistungsstarken Schwerpunktversorger ausgebaut werden. Ab 2031/2032 wird das stationäre medizinische Angebot des Wilhelm-Anton-Hospitals Goch an den Standort Kleve verlagert. Das aktuell von der ctt betriebene St.-Clemens-Hospital in Geldern soll mittelfristig in die Trägerschaft der KKLE übergehen und ebenfalls umfassend aus- und umgebaut sowie zu einem Schwerpunktversorger weiterentwickelt werden. Das stationäre medizinische Angebot des Marienhospitals Kevelaer wird ab 2031/2032 an den Standort Geldern verlagert.
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Zwei moderne medizinische Zentren
„Mit der Transformation entstehen zwei moderne medizinische Zentren mit in vielen Bereichen deutlich erweiterten Leistungsangeboten und einer verbesserten Versorgungsqualität“, heißt es in einer Pressemitteilung der KKLE. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung der Notfallmedizin. Künftig sollen die Menschen im Kreis Kleve direkten Zugang zur höchsten Stufe der Notfallversorgung („Umfassende Notfallversorgung – Stufe 3“) erhalten. Damit werde die medizinische Versorgung in der Region nachhaltig gestärkt, so der Krankenhausträger.
„Damit bekommen die Menschen im Kreis Kleve Zugang zu diesem hohen Niveau der Notfallversorgung. Bereits mit der erfolgreichen Integration der Neurologie der Föhrenbachklinik haben wir neue Maßstäbe im Bereich der Notfallmedizin gesetzt. Im nächsten Schritt werden wir alle Maßgaben für die höchste Versorgungstufe erfüllen“, sagt KKLE-Geschäftsführer Sadık Taştan.
Gesamtvolumen rund 300 Mio. Euro
Das Gesamtinvestitionsvolumen für den Ausbau beider Standorte beträgt rund 300 Millionen Euro. Hiervon entfallen etwa 60 Millionen Euro als Eigenmittelanteil auf die KKLE.
KKLE-Geschäftsführerin Dr. Sabine Kisselbach zu den finanziellen Aspekten: „Der Eigenmittelanteil stellt für uns als Krankenhausträger selbstverständlich einen großen Kraftakt dar. Gleichzeitig steht die KKLE wirtschaftlich auf einem sehr soliden Fundament. Die kommenden Jahre werden umsichtiges Handeln und kluge wirtschaftliche Entscheidungen erfordern. Wir sehen in diesem Projekt eine einmalige Chance, die Krankenhausversorgung am unteren Niederrhein langfristig zu stärken, und sind deshalb sehr gerne bereit, unseren Beitrag zu leisten.“
„Unsere Pläne heute im Kreistag vorzustellen, ist einer der letzten Schritte unsererseits, bevor wir der Bescheidung unseres Förderantrags entgegensehen. Das Antragsverfahren ist bereits sehr weit fortgeschritten, sodass wir aktuell damit rechnen, den endgültigen Bescheid um den Jahreswechsel in den Händen zu halten“, so Dr. Kisselbach weiter.

Trägerwechsel werden angestrebt
In der Zwischenzeit arbeiten KKLE und ctt nach eigenen Angaben weiter mit Hochdruck an dem angestrebten Trägerwechsel des St.-Clemens-Hospitals, der Gelderland-Klinik und des MVZ Gelderland.
ctt-Geschäftsführerin Ulrike Schnell dazu: „Die Gespräche mit der KKLE verlaufen konstruktiv, partnerschaftlich und zielgerichtet. Für die ctt ist wesentlich, dass die geplante Überführung geordnet, wirtschaftlich tragfähig und verantwortungsvoll gestaltet wird – im Interesse der Patientinnen und Patienten, der Mitarbeitenden, der ctt insgesamt und der langfristigen Stärkung des Standortes Geldern. Aktuell laufen intensive Gespräche insbesondere zu Detailfragen. In diesem Zusammenhang prüfen wir außerdem verschiedene Varianten für den zeitlichen Ablauf des Übergangs.“
Weiterentwicklung beider Standorte
Das Wilhelm-Anton-Hospital in Goch und das Marienhospital Kevelaer werden mindestens bis zum Abschluss der Ausbauarbeiten in Geldern und Kleve – voraussichtlich bis 2032 – weiterbetrieben, stellt die KKLE klar. Im Anschluss sei die Weiterentwicklung beider Standorte zu Gesundheitscampussen geplant, die ihren Schwerpunkt auf ambulante und ergänzende Gesundheitsleistungen legen sollen. Die konkreten Planungen sollen ab 2028/2029 unter Einbeziehung von Politik, Krankenkassen und Öffentlichkeit erfolgen.
Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter wird gebraucht. Wir werden allen Beschäftigten auch künftig mindestens gleichwertige Arbeitsplatzangebote machen.
Sadık Taştan, KKLE-Geschäftsführer
Die KKLE betont ausdrücklich, dass die Transformation mit einem steigenden Personalbedarf verbunden ist. „Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter wird gebraucht. Wir werden allen Beschäftigten auch künftig mindestens gleichwertige Arbeitsplatzangebote machen“, so Sadık Taştan.
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Weitere berufliche Perspektiven
„Für uns ist die Transformation eine Herzensangelegenheit und zugleich ein Gewinnerthema“, sagt Sadık Taştan. „Für die Menschen, die sich hier im Kreis behandeln lassen, steigt die Qualität des medizinischen Angebots und der Notfallversorgung. Für die Menschen, die bei uns arbeiten, schaffen wir ein modernes Arbeitsumfeld und weiterführende berufliche Perspektiven. Und für alle Menschen, die hier leben und arbeiten, ist dieses Projekt ein echter Beitrag zur Stärkung des Wirtschafts- und Arbeitsplatzstandorts Kreis Kleve.“




