Ein Großaufgebot der Polizei rückte am Sonntag zum Gurdwara-Tempel in Scherpenberg aus. Mehrere Polizeiwagen, ein Hubschrauber, Polizeihunde und ein Spezialeinsatzkommando waren im Einsatz, nachdem innerhalb des Tempels eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen ausgebrochen war. Es war der traurige Höhepunkt in einer langen Reihe von Zwischenfällen an der Siegfriedstraße. Allein seit August 2025 zählte die Kreispolizei auf Anfrage dieser Redaktion sieben Polizeieinsätze (der aktuelle Einsatz eingerechnet), bei denen Mitglieder der Sikh-Gemeinde involviert waren.

Auslöser für die teils hitzig geführten Auseinandersetzungen, die sich in der jüngeren Vergangenheit auch auf den Bereich vor dem Sikh-Gelände ausgewirkt haben, seien nach Angaben der Kreispolizei Streitigkeiten innerhalb der Gemeinde. „Es gab in keinem einzigen Fall Angriffe von außen oder Angriffe auf Anwohner oder Unbeteiligte“, so ein Sprecher. „Die hitzigen Diskussionen, die teilweise ausgeufert sind, haben sich ausnahmslos zwischen den Mitgliedern abgespielt.“

Sikhs Demo
Immer wieder kam es in den vergangenen Monaten auf der Siegfriedstraße in Moers zu Protesten von Sikh-Mitgliedern.© anonymes Sikh-Mitglied | anonymes Sikh-Mitglied

Vorfälle am Sikh-Tempel: „Polizei konnte keine strafrechtlichen Verstöße feststellen“

Immer wieder ist es in den vergangenen Wochen und Monaten zu Demonstrationen vor dem Sikh-Tempel gekommen, bei denen dutzende Mitglieder vor dem Tempel protestiert haben. Auf Fotos, die Anwohner unserer Redaktion zugespielt haben, ist zu sehen, wie Mitglieder Schilder hochhalten und auf der Straße sitzen. Hintergrund der Demonstrationen ist nach Angaben einiger Mitglieder ein seit Jahren bestehender Konflikt auf Vorstandsebene.

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Auch die Polizei spricht auf Anfrage dieser Redaktion von verbalen Auseinandersetzungen in teils „rustikaler Sprache“, die wohl auf Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Gemeinde zurückzuführen seien. Allerdings habe es bei keinem der sechs vorangegangenen Polizeieinsätze Hinweise auf Straftaten gegeben: „Die Polizisten vor Ort konnten keine strafrechtlichen Verstöße feststellen“, sagte ein Polizeisprecher. Wenn überhaupt sei es um Verstöße „vereinsrechtlicher Natur“ gegangen, weil einzelne Mitglieder in dem Tempel nicht mehr erwünscht seien. Genauere Details konnte die Polizei nicht nennen.