Musik war und ist ihr Leben: Manfred Mons und Helmut Schmidt haben sich seit ihrer Jugend vor allem dem Dixieland-Jazz verschrieben. 1989 gründeten sie den Mülheimer Jazzclub. In diesem Sommer, also 36 Jahre später, haben sie den Taktstock weitergegeben. Ein neues Duo soll den Verein nun leiten und in swingende Zeiten führen. Philipp Krumey (36) und Michael Reichwald haben auch schon einige Zukunftspläne geschmiedet.

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Der Jazzclub, zunächst im „Schifferhaus“ beheimatet, seit 1994 dann im „Hopfensack“ ansässig, war immer ein Wohlfühlort für regional bis international gefeierte Musiker und Bands sowie für die Mülheimer Jazzfans. Im Juni 1989 fand das erste Konzert am ersten Standort statt, im Jazzkeller im „Hopfensack“ (heute: Hotel T&T by Thiesmann) hat man bisher rund 1400 Konzerte veranstaltet. Und so rege wie bisher soll es auch weitergehen. „Das Programm bis zum Jahresende steht. Zwei Konzerte pro Monat soll es geben. Dazu auch mal Sessions“, kündigen die beiden neuen Vorsitzenden an. Man setze weiterhin auf melodiöse und groovige Musik. „Jazz galt früher schließlich als Tanzmusik. Ohne Groove kein Move!“, sagt Michael Reichwald und schmunzelt.

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Mülheimer wissen: „Musik führt Menschen jeden Alters zusammen“

Der 67-jährige Personal- und Organisationsentwickler gehört seit 2000 dem Mülheimer Jazzclub an, der insgesamt rund 400 Mitglieder zählt. Er spielt selber Schlagzeug und Gitarre, unter anderem in der Vera Wilm Music Band. In jüngeren Jahren war er Stammgast im Jazzclub „Domizil“ in Dortmund. „Ich kenne die Musikerseele“, sagt Reichwald. Uns als neues Vorstandsteam fange man ebenfalls „nicht bei null an“. Er selbst habe als Mitglied der Werbegemeinschaft Heißen Erfahrungen im Organisieren von Veranstaltungen gesammelt, wisse beispielsweise auch, wie man mit der GEMA abrechne. „Wir haben auch schon unsere Homepage aktualisiert. Außerdem wollen wir neue Flyer erstellen und mehr auf den Sozialen Medien präsent sein.“

Sein 36-jähriger Mitstreiter Philipp Krumey, Softwareentwickler von Beruf, bringt technisches Know How mit. Er ist schon als Jugendlicher zum Jazzclub gestoßen, spielt Kontrabass und Gitarre in der Band „Jazzpresso“ und auch in einer Rockband und ist schon seit längerer Zeit schon für die Technik im Jazzkeller zuständig. Die Jugendförderung liegt ihm und Michael Reichwald sowie ihrem Clubkollegen Bernhard Hehn am Herzen, man wolle die Kooperation mit der Städtischen Musikschule suchen, auch Schulen ansprechen. Denn: Der Jazz solle bei jungen Menschen (wieder) populärer werden. „Bei aller Berücksichtigung der Tradition wollen wir den Jazzclub in die Zukunft führen, auch junge Musiker herholen und junges Publikum.“ Musik könne Menschen jeden Alters zusammenführen.

Klein und gemütlich ist der Jazzkeller im T&T an der Kalkstraße in Mülheim. Unser Bild zeigt ein Konzert der Dutch Allstars Jazz Band.
Klein und gemütlich ist der Jazzkeller im T&T an der Kalkstraße in Mülheim. Unser Bild zeigt ein Konzert der Dutch Allstars Jazz Band.© FUNKE Foto Services | Rainer Hoheisel

Mülheimer Jazzclub-Team würde gerne wieder ein Festival etablieren

Neben den Konzerten soll es vielleicht auch Zusatzveranstaltungen in der Stadthalle geben. Das frühere „Riverboat-Shuffle“ sei eine „coole Sache“ gewesen, die man wiederaufleben lassen könnte. Auch Jazz-Festivals wie es sie früher in Mülheim gab, zum Beispiel das „Jazz im Zett“ oder das Jazz-Festival im Schloß Broich, würde das Führungsduo gerne initiieren. Man könne auf viele engagierte Ehrenamtliche bauen. Auf jeden Fall sei es wichtig, die Konzerte zu moderieren, dem Publikum, den Jazz mit seinem Zauber „zu verkaufen“. „Bei uns im Club sollte jeder Musiker das Publikum ansprechen, und dabei freundlich und humorvoll sein“, wünschen sie sich.

Ihre Vorgänger erinnern sich noch an ein ganz besonderes Konzert im Laufe ihrer Amtszeit: 1996 gelang es, den legendären Saxofonisten Benny Waters nach Mülheim zu holen. Der amerikanische Star, geboren 1902 und bereits etwas gebrechlich und erblindet, spielte vier Stunden lang, bot einen mitreißenden Song nach dem nächsten. „Ein absolutes Erlebnis!“, so Manfred Mons.

Die Konzerte finden an jedem 1. und 3. Samstag eines Monats um 19 Uhr statt. Infos und Kontakt zum Mülheimer Jazzclub: jazzclub-muelheim.de