• In Mülheim und Essen kommt es am 27. und 28. Februar wegen eines Warnstreiks bei der Ruhrbahn zu Ausfällen im Nahverkehr.
  • Die Gewerkschaft Verdi fordert bessere Arbeitsbedingungen und will vor der nächsten Tarifverhandlung den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.
  • Betroffen sind nahezu alle Bus- und Bahnlinien der Ruhrbahn, Ausnahmen gibt es nur für spezielle Schüler- und Shuttleverkehre.

Wer in Mülheim und Essen auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen ist, muss sich auf massive Einschränkungen einstellen: Die Gewerkschaft Verdi ruft die Beschäftigten der Ruhrbahn erneut zum Warnstreik auf – im Rahmen von bundesweiten Streikmaßnahmen sollen sie am Freitag und Samstag (27./28. Februar) ganztägig die Arbeit niederlegen. Dadurch werde es von Betriebsbeginn bis Betriebsende zu erheblichen Einschränkungen im Bus- und Bahnverkehr in den beiden Städten kommen, heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft.

Täglich (außer Samstag)

Mülheim-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!

Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Hintergrund ist die laufende Tarifrunde mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband NRW. In der ersten Verhandlungsrunde legten die Arbeitgeber kein Angebot vor. Vor der nächsten Verhandlungsrunde, die am 2. und 3. März stattfinden wird, will Verdi deshalb den Druck erhöhen. Die Gewerkschaft fordert insbesondere die Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich, verlässliche Ruhezeiten zwischen den Schichten sowie höhere Zuschläge für Sonntagsarbeit.

Lesen Sie hier mehr zur Ruhrbahn

„Die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr arbeiten seit Jahren unter einer sehr hohen Belastung. Wenn die Arbeitsbedingungen nicht spürbar verbessert werden, wird sich der Personalmangel weiter verschärfen – mit direkten Auswirkungen auf Fahrgäste und das Angebot“, erklärt Michael Sievers, Gewerkschaftssekretär im Verdi-Bezirk Ruhr-West. „Unsere Kolleginnen und Kollegen brauchen dringend eine echte Entlastung im Arbeitsalltag. Mit dem Streik machen wir deutlich, dass wir in dieser Tarifrunde konkrete Fortschritte erwarten. Jetzt ist es an den Arbeitgebern, für die nächste Verhandlungsrunde ein ernsthaft verhandelbares Angebot vorzulegen.“

Bereits beim vorangegangenen Warnstreik am 2. Februar beteiligten sich landesweit tausende Beschäftigte. Auch in Essen, Mülheim und Oberhausen (dort ist die Stoag ebenfalls zum Streik aufgerufen) und weiteren Nachbarstädten wird mit deutlichen Auswirkungen auf den Nahverkehr gerechnet. Der Betrieb von S-Bahnen und Regionalzügen der Deutschen Bahn ist nicht betroffen.

Warnstreik in Mülheim und Essen: Ruhrbahn stellt Angebot fast komplett ein

Laut Ruhrbahn werden am 27. und 28. Februar in Mülheim und Essen keine regulären Busse und Bahnen fahren. Vom Streik nicht betroffen sind die Fahrten zur Beförderung von Schülerinnen und Schülern zwischen Schule und Sportstätte sowie die Beförderung von Förderschülern in Kleinbussen. Auch Bussi werde zu den gewohnten Zeiten unterwegs sein.

Es sei dem Verkehrsunternehmen zudem gelungen, eine Lösung für die Besucherinnen und Besucher der internationalen Messe „Reise & Touristik – Camping & Caravaning“ zu finden: Es werde ein Bus-Shuttle für Messe-Gäste durch einen von der Ruhrbahn beauftragten Subunternehmer eingerichtet. Der Bus-Shuttle pendelt zwischen dem Essener Hauptbahnhof (Bussteig 4/5) und dem Messegelände. Ebenso pendelt ein Shuttle zwischen den Parkplätzen P2 und P10 und dem Messegelände.