Zusammenfassung
- Nach einem SEK-Einsatz in Ratingen-Breitscheid wurde der mutmaßliche Chef eines internationalen Drogenrings festgenommen.
- Die Polizei wirft dem 34-Jährigen vor, mit seiner Bande rund zwölf Tonnen Kokain im Wert von 100 Millionen Euro aus Südamerika importiert zu haben.
- Bei Durchsuchungen wurden Luxusgüter und Immobilien im Millionenwert sichergestellt, während die Ermittlungen auch Komplizen im Ausland betreffen.
Der Einsatz eines Spezialkommandos (SEK) in einer Villa hatte am vergangenen Dienstag (24. Februar) viele Fragen bei den Nachbarn und Anwohnern in Ratingen-Breitscheid aufgeworfen. Warum haben Spezialkräfte das Haus am Kahlenbergsweg gestürmt? Was steckt hinter dem Einsatz an der Mülheimer Stadtgrenze?

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Diese Redaktion hatte zunächst exklusiv von einer Durchsuchung berichtet, bei der die Polizei eine Person festgenommen hat, gegen die zuvor ein Haftbefehl erlassen worden war. Der Person wird laut Staatsanwaltschaft „bandenmäßiges Handeltreiben in nicht geringer Menge“ vorgeworfen – also Drogenkriminalität im großen Stil. Inzwischen sind neue Hintergründe zu der Aktion bekannt: Bei der festgenommenen Person soll es sich laut einem Medienbericht um einen mutmaßlichen Drogenboss handeln.
Drogenring: Über mehrere Jahre zwölf Tonnen Kokain importiert
Der 34-Jährige befindet sich in Untersuchungshaft, bestätigte die Polizei Düsseldorf. Er wird verdächtigt, einen international agierenden Drogenring geführt zu haben. Die beachtlichen Zahlen: Über mehrere Jahre soll die Bande mindestens zwölf Tonnen Kokain aus Südamerika importiert haben. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf bestätigt die Menge auf Nachfrage dieser Redaktion. Der Wert: rund 100 Millionen Euro.
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Nach einem Bericht von „Bild am Sonntag“ sind in der auffälligen Villa des Hauptbeschuldigten im beschaulichen Ratinger Stadtteil Breitscheid unweit von Selbeck Luxusgüter im Wert von fast 800.000 Euro sichergestellt worden. Zudem seien bei nahen Verwandten des Mannes, der laut Staatsanwaltschaft seinen Wohnsitz in Breitscheid hat, Immobilien im Wert von beinahe 15 Millionen Euro beschlagnahmt worden.
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Betäubungsmittel, Waffen oder Bargeld in größerer Menge seien bei der Durchsuchung in Breitscheid nicht gefunden worden, wie Staatsanwalt Julius Sterzel gegenüber dieser Redaktion erklärt. „Wir haben keine Erkenntnisse, dass die Meldeanschrift ein Umschlagplatz war.“
„Drogenbarone sollten sich nicht zu sicher fühlen“
Drei Jahre lang ist laut Bild im Vorfeld ermittelt worden, insgesamt 16 Objekte seien im Rahmen des Zugriffs durchsucht worden – in NRW, Hamburg und München. Der Schwerpunkt der Maßnahme ist laut Sterzel jedoch Düsseldorf gewesen. Vier bisher nicht gefasste Komplizen hätten nach dem Bild-Bericht auch in Serbien, Kanada und Montenegro agiert.
„Drogenbarone sollten sich nicht zu sicher fühlen. Vermögensarreste im Millionenbereich sind kein Zufall, sondern das Ergebnis harter, akribischer Ermittlungsarbeit“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) der Boulevardzeitung. „Wir treffen die dicken Fische dort, wo es weh tut – bei ihrem Geld, bei ihren Immobilien, bei ihrer Freiheit.“
jl/dpa








