Die Pollensaison 2026 hat ungewöhnlich früh und offenbar mit voller Wucht begonnen. Laut Deutschem Wetterdienst sind aufgrund der milden Temperaturen bereits seit Januar beispielsweise Hasel- und Erlenpollen in hoher Konzentration unterwegs. Experten raten Allergikern, bei starken Beschwerden – gemeinhin unter der Bezeichnung „Heuschnupfen“ zusammengefasst – über eine langfristige Therapie nachzudenken.

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In Apotheken, sagt der Mülheimer Mediziner Dr. Slavomir Biedron, gebe es zahlreiche freiverkäufliche Medikamente, mit denen viele Betroffene ihre Symptome zunächst gut in den Griff bekämen. Doch das genügt nicht in jedem Fall. Der HNO-Arzt rät deshalb, rechtzeitig weitere Optionen in Betracht zu ziehen: „Wenn die Beschwerden stärker werden, sich durch die gängigen Medikamente nicht ausreichend unterdrücken lassen oder länger als vier Wochen während der Saison anhalten, sollte man über weitere Behandlungsmöglichkeiten nachdenken.“
Mülheimer Mediziner: Hyposensibilisierung kann Allergiesymptome langfristig lindern
Eine solche Möglichkeit ist die sogenannte spezifische Immuntherapie (SIT), auch Hyposensibilisierung genannt, die auch der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) als sichere und ursächlich wirkende Behandlungsmethode einstuft. Dabei wird der Körper schrittweise an den allergieauslösenden Stoff gewöhnt, um die übermäßige Reaktion des Immunsystems langfristig zu verringern.
Wer jedes Jahr stark unter Allergiesymptomen leidet, sollte sich dazu ärztlich beraten lassen.
Dr. Slavomir Biedron, HNO-Arzt aus Mülheim
Die Behandlung dauert in der Regel drei bis fünf Jahre und kann auf zwei Wegen erfolgen: per Spritze unter die Haut oder über den Mund – etwa als Tropfen oder Schmelztablette. In vielen Fällen, so Biedron, ließen sich die Beschwerden dadurch im Laufe der Zeit deutlich lindern und der Bedarf an rein symptombekämpfenden Medikamenten verringern. „Wer jedes Jahr stark unter Allergiesymptomen leidet, sollte sich dazu ärztlich beraten lassen“, so Biedron.
Frühe Pollensaison sorgt für mehr Patienten in Mülheimer HNO-Praxen
Auch in der HNO-Praxis am Berliner Platz sind die Auswirkungen der frühen Saison bereits spürbar. Und auch Facharzt Dennis Golev führt den Anstieg auf die frühlingshaften Temperaturen der vergangenen Tage zurück: „Gefühlt haben mehr Menschen als sonst zu dieser Zeit Probleme.“
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In seiner Praxis wird ebenfalls die Hyposensibilisierung angeboten. Je nach Fall, so Golev, sei zunächst aber auch eine rein medikamentöse Behandlung, sprich: Symptombehandlung, angezeigt – etwa mit einem Antihistaminikum oder Cortison. Wichtig sei jedoch eine klare Abgrenzung: „Gehen die Beschwerden schon Richtung Asthma, ist das ein Fall für den Hausarzt oder Spezialisten – unsere Praxis kann da nicht tätig werden.“ Als erste Anlaufstelle bei allergischen Beschwerden empfiehlt Golev grundsätzlich den Haus- oder HNO-Arzt: „Da kann man dann genau schauen, welche Therapie im Einzelfall sinnvoll ist.“







