- Fritzi, ein fünfjähriges Mädchen mit seltenem Gendefekt, macht dank intensiver Therapien wie der Hippotherapie große Fortschritte.
- Ihre Mütter kämpfen ständig mit Behörden und Krankenkassen, um die nötige Förderung und Hilfsmittel zu bekommen.
- Zur Finanzierung wichtiger Therapien ist die Familie regelmäßig auf Spenden und Unterstützung durch Vereine angewiesen.
Ihre Augen strahlen, der ganze Körper ist in Spannung, und dann legt Fritzi los: Einen Schritt nach dem anderen bewegt sich das Mädchen fort – mit Volldampf Richtung Küche. Nicht ungewöhnlich für eine Fünfjährige – für Fritzi aber doch so etwas wie ein Etappensieg. Denn die Kleine ist mit einem seltenen Gendefekt zur Welt gekommen und mehrfach schwerbehindert. Dass sie sich heute mithilfe eines Gehtrainers selbstständig fortbewegen kann, dass sie ihren Körper dafür aufrecht, ihren Kopf selbst oben halten kann, ist das Ergebnis zahlloser Therapien und endlosen Durchhaltevermögens – nicht nur von Fritzi, sondern auch von ihren Müttern.
„Fritzi ist eine Wundertüte“, sagt Lea Duckwitz lächelnd über ihre Tochter. Als das Mädchen im Oktober 2020 – noch mitten in der Corona-Pandemie – zur Welt kommt, scheint zunächst alles ganz normal zu sein. „Sie hat sich gedreht und war auf dem Weg zum Krabbeln, doch das hat sich wieder zurückentwickelt.“
Erste Befürchtungen tut der damalige Kinderarzt ab mit dem Hinweis, dass sich jedes Kind anders entwickele. Zudem war Fritzi ein Frühchen, weshalb ihre Entwicklung ohnehin verzögert war. Doch als die Kleine mit gut einem Jahr anfängt zu krampfen und Epilepsie festgestellt wird, folgt umfangreiche Diagnostik, bis feststeht, dass sie den seltenen Gendefekt SPATA 5 trägt. Seitdem kämpfen Lea und Silke Duckwitz, die mithilfe eines Kinderwunschzentrums Mütter geworden sind, unentwegt um Förderung und Inklusion für ihre Tochter.
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So viel Teilhabe und Normalität wie möglich wollen sie für Fritzi erreichen. Das Mädchen geht etwa in einen Regel-Kindergarten, wird dort von einer Inklusionshelferin begleitet und ist wie selbstverständlich Mitglied in der Gruppe. Auch trage der Gehtrainer, in dem sich die Fünfjährige mittlerweile selbstständig bewegen kann, dazu bei, dass Fritzi mithalten, einfach dabei sein kann, wenn die anderen Kinder sich bewegen, sogar mittanzen kann, denn Fritzi liebe Musik. „Bis der aber von der Krankenkasse genehmigt worden war, hat es ewig gedauert“, schildert Lea Duckwitz ein Beispiel, wie sie immer wieder mit Behörden zu kämpfen hat.

„Den hatten wir im November 2024 beantragt, im Juli 2025 ist er dann endlich geliefert worden“, blickt die Mutter zurück und verdeutlicht: „Wenn wir in der Zeit nicht einen gebrauchten hätten nutzen können, dann hätte Fritzi acht Monate lang nicht gehen können.“ Wer ein behindertes Kind habe, sei definitiv auf Eigenkapital und/oder Spenden angewiesen, lautet das Fazit der Mütter.
Die Alternative: Das Kind wird eben nicht so umfassend gefördert. Doch für die Mülheimerinnen ist das keine Option. Genauso wenig wie aufzugeben, als es hieß, ihre Tochter könne nicht gut genug schlucken, um Essen und Trinken oral aufnehmen zu können, und solle fortan nur noch über eine Magensonde ernährt werden. „Wir haben das konsequent weiter mit ihr geübt, denn sie hat so viel Spaß beim Essen, das bedeutet ja auch Lebensfreude.“ Ein Jahr später war der behandelnde Arzt überrascht, dass es trotz seiner Prognose gut klappt mit dem Essen. Vergnügt lässt sich Fritzi während des Besuchs der Redakteurin eine köstlich duftende Linsensuppe schmecken.
Hippotherapie stärkt bei Fritzi Körperkontrolle und bringt Lebensfreude

Als im Haus ein Treppenlift eingebaut werden musste, um Fritzi, die inzwischen rund 17 Kilo wiegt, sicher in die obere Etage bringen zu können, mussten die Mütter Eigenkapital aufwenden, stießen zudem eine Spendenaktion dafür an und letztlich steuerte der Verein Sonne, Mond und Sterne den fehlenden Betrag bei. Auch die Galileo-Platte, mit der das Mädchen im heimischen Wohnzimmer durch ihre Vibration Rumpfstabilität und Kopfkontrolle trainiert, hat die Familie mithilfe von Freunden, Bekannten und weiteren Spendern anschaffen können.
Gerade hinzugekommen ist ein Therapie-Dreirad, das Fritzi helfen soll, im Hüftbereich mehr Muskeln zu bekommen und so einer Hüft-OP entgegenzuwirken – neben dem Trainingseffekt sorgt das Dreirad ganz offensichtlich auch für jede Menge Spaß bei dem Kind. „Es sind die unterschiedlichen Bewegungsformen, die ihr helfen, mehr Körperspannung aufzubauen und ihre Muskeln entsprechend zu trainieren“, sagt ihre Mutter.

Regelmäßig besucht Fritzi Therapiestunden im Castillo Morales, dem Zentrum für neurologische Rehabilitation für Kinder, unter anderem, um etwa das Schlucken zu üben. Eine der Therapien, die ebenfalls große Wirkung zeigen, ist die Hippotherapie. Auf dem Rücken eines Therapiepferdes trainiert die Fünfjährige einmal in der Woche ihre Muskeln, muss ihren Rumpf stabilisieren und die richtige Balance finden, um nicht vom Pferd zu rutschen. Ganz alleine ist Fritzi dabei freilich nicht. Ulrike Wölker, die auf dem Carolinenhof, einem integrativen Reiterhof im Essener Süden, als speziell ausgebildete Physiotherapeutin arbeitet, unterstützt das Mülheimer Mädchen dabei, richtet ihren Körper aus und stützt sie.
Sichtbare Erfolge: Fritzi sitzt dank Hippotherapie selbstständig auf dem Pferd

„Mittlerweile sitzt Fritzi immer alleine auf dem Pferd, wir halten sie nur noch von rechts und links“, erzählt ihre Mutter strahlend. Vor anderthalb Jahren, als diese Redaktion Fritzi bei der Hippotherapie begleitet hat, wäre das noch vollkommen undenkbar gewesen, zu wenig Körperspannung und zu wenig Kontrolle über ihre eigenen Muskeln hatte das Mädchen damals noch.

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Inzwischen ist viel Zeit vergangen – in Fritzis Universum wahrscheinlich beinahe Lichtjahre, schaut man darauf, welche Fortschritte das schwerbehinderte Kind seitdem gemacht hat. „Ihre Wahrnehmung ist viel klarer geworden, sie ist mit Spaß dabei und gerne mittendrin“, sagt ihre Mutter. Heute hebt Fritzi eigenständig die Hand, als wir Tschüss sagen, und grinst verschmitzt – typisch Fünfjährige eben.
Spenden nötig für Fritzis Hippotherapie

Bei allen Kämpfen mit der Krankenkasse und sonstigen Behörden konnten Fritzis Mütter in der Vergangenheit auch auf die Unterstützung des Mülheimer Vereins Rolli Rockers Sprösslinge zählen – vor zwei Jahren profitierte das Mädchen auch von unserer Benefiz-Aktion Jolanthe, mit der wir den Verein unterstützten, der wiederum Fritzis Hippotherapie mitfinanzierte. Nun bitten Familie und Verein erneut um Spenden für diese bei Fritzi so durchschlagend erfolgreiche Therapieform.
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„Die Stunden sind wieder teurer geworden“, erzählt Lea Duckwitz. Damit das Mädchen weiterhin auf dem Rücken eines Therapiepferdes sitzen und von der spezialisierten Physiotherapeutin unterstützt werden kann, sammelt der Verein Rolli Rockers Sprösslinge Spenden für Fritzis Hippotherapie an: Sparkasse Mülheim an der Ruhr, IBAN: DE71 3625 0000 0175 1033 17, BIC SPMHDE3EXXX, Verwendungszweck: Fritzi. Auch Spenden über PayPal sind an den Empfänger Rolli-Rockers-Sprösslinge e.V. mit Hinweis auf Fritzis Therapie möglich.











