Fast jede Woche flattern neue Auswertungen aus dem großen Bereich der Immobilienwelt in die Postfächer der Redaktionen. In den vergangenen Tagen gab es gleich zwei Pressemitteilungen desselben Anbieters, die auf den ersten Blick gegensätzlich erschienen.
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Immowelt hatte nämlich zum einen errechnet, wie weit Mieter mit einem Budget von 1000 Euro im Monat heute im Vergleich zu vor vier Jahren noch kommen. Ergebnis: Gegenüber 2022 ist die damit zur Verfügung stehende Wohnfläche um bis zu zwei Zimmer gesunken. Mehr Raum für gleiches Geld gibt es in den meisten Großstädten hingegen beim Wohnungskauf. Während die Mietsituation in Mülheim in etwa dem Durchschnitt entspricht, ist im Ruhrgebiet auch die Lage auf dem Kaufmarkt deutlich schlechter.
Warum der Mietmarkt in Mülheim so überhitzt ist
Vor vier Jahren bekamen Mülheimerinnen und Mülheimer für eine Kaltmiete von 1000 Euro zumindest statistisch betrachtet noch eine Wohnfläche von 139 Quadratmetern. Mittlerweile ist die Fläche für den gleichen Preis auf 119 Quadratmeter geschrumpft. Ein Minus von 14,4 Prozent innerhalb von vier Jahren.
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Die Gründe liegen auf der Hand. Durch die Krise im Bausektor aufgrund gestiegener Kosten für Material, Energie und Personal liegt der Neubaubereich brach. Viele Projekte rechnen sich für Investoren nicht, so dass weniger neuer Wohnraum geschaffen wird. Der bestehende wird zudem teurer in der Instandhaltung. Die gestiegenen Kosten geben die Vermieter an die Mieter weiter. Durch den Anstieg der Bauzinsen ab 2022 ist für viele der Traum vom Eigenheim geplatzt. Sie bleiben als Mieter im Markt und erhöhen den Druck.
Großstädte strahlen auf die Randlagen aus
Außerdem schlägt die Überhitzung der Großstädte auch auf die Randgebiete über. Wohnungssuchende weichen auf umliegende Städte und Gemeinden aus, wo die große Nachfrage oft auf ein zu geringes Angebot trifft. Mülheim ist als Nachbar von Essen und nicht weit entfernt von Düsseldorf ein gutes Beispiel. Andererseits herrschte in vielen Ruhrgebietsstädten lange ein vergleichsweise niedriges Mietniveau. Jede absolute Erhöhung schlägt daher prozentual besonders hart zu Buche.
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Gleichzeitig waren die Korrekturen nach dem Hoch im Juni 2022 im Ruhrgebiet nicht so deutlich wie in vielen anderen teuren Großstädten. Dies führt dazu, dass Käufer bei einem Budget von 350.000 Euro heute weniger Fläche bekommen als noch vor vier Jahren. In einem großen Teil der deutschen Großstädte ist das Gegenteil der Fall. Von den 18 (von 80) Städten, in denen die zu kaufende Fläche gesunken ist, gehören sechs Ruhrgebietsstädte - neben Mülheim (-1,7 Prozent) auch Oberhausen (-0,6), Essen (-6,6), Bottrop (-6,9), Recklinghausen (-11,3) und Gelsenkirchen (-11,9). Bochum hat sein Niveau gerade so gehalten.






