• Von den 15 größten Städten in Nordrhein-Westfalen ist das Stauniveau in Oberhausen mit 43,4 Prozent am höchsten.
  • Oberhausen belegt zum wiederholten Male den traurigen Spitzenplatz.
  • Für eine Strecke von zehn Kilometern müssen Autofahrer im Schnitt 23 Minuten einplanen.

Autofahrer in der staugeplagten Stadt Oberhausen können es jetzt schwarz auf weiß nachlesen. In ganz Nordrhein-Westfalen verlängert sich die Fahrzeit durch Staus und Baustellen in Oberhausen am stärksten. Das zeigt eine Auswertung des Navigationsdienstes TomTom für die 15 größten Städte in NRW.

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Konkret hat der TomTom Traffic Index für das Jahr 2025 herausgefunden, dass das Stauniveau in Oberhausen bei 43,4 Prozent liegt.  Das bedeutet, dass Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer im Schnitt 43 Prozent mehr Zeit brauchten, um an ihr Ziel zu kommen, wenn das Verkehrsaufkommen erhöht war.

TomTom Traffic Index 2025

Der TomTom Traffic Index bewertet Städte auf der ganzen Welt und vergleicht die durchschnittlichen Fahrzeiten und zusätzlichen Minuten durch Baustellen und Staus. In unserer Auswertung beziehen wir uns auf eine Ergebnisübersicht, die TomTom für den Westdeutschen Rundfunk erstellt hat. Dabei wurden ausschließlich die Fahrten ausgewertet, die „innerhalb der politischen Grenzen der jeweiligen Städte“ gemacht wurden. In seiner weltweiten Auswertung hat TomTom Gebiete selbstständig definiert. Dadurch unterscheiden sich Daten an manchen Stellen.

Machen wir ein Beispiel: Brauchen Autofahrer für eine Strecke ohne Stau normalerweise 30 Minuten, kommen bei einem hohen Verkehrsaufkommen im Schnitt 13 Minuten dazu. NRW-weit liegt das Stauniveau übrigens bei 34 Prozent. Sieht man Oberhausen als negativen Spitzenreiter, dann bildet Krefeld mit 28,1 Prozent das Schlusslicht.

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Der Traffic Index hat außerdem herausgefunden, wo die durchschnittliche Reisezeit für eine zehn Kilometer lange Strecke liegt. Auch hier steht Oberhausen ganz oben in der Liste. Für diese Distanz brauchen Autofahrer 23 Minuten. In Dortmund sind sie nach 16 Minuten im Schnitt am schnellsten am Ziel. Ganz NRW kommt im Schnitt auf eine Zeit von 19 Minuten.

In Oberhausen fahren Autos im Schnitt nur 26 km/h

Und auch das Durchschnittstempo, mit dem sich die Verkehrsteilnehmer über die Straßen fortbewegen, ist in Oberhausen am geringsten. Hier fahren Autos im Schnitt nur 26 Kilometer pro Stunde, während NRW im Schnitt auf 31 km/h kommt. Auch hier steht die Stadt Dortmund mit durchschnittlichen 37 Stundenkilometern am besten da.

Centro in Oberhausen
Auf der Konrad-Adenauer-Allee Richtung Centro müssen Autofahrer in Oberhausen viel Zeit einplanen. © FUNKE Foto Services | Gerd Wallhorn

Im Vergleich zum Jahr 2024 zeigen die Werte nicht nur, dass Oberhausen den traurigen ersten Platz verteidigt hat. Das Stauniveau hat sich sogar noch um ein Prozent verschlechtert. Auch in den Nachbarstädten Duisburg (Stauniveau: 32,9 Prozent) und Essen (Stauniveau: 39,9 Prozent) ist die Situation im Vergleich zu 2024 noch schlechter geworden.

Baustellensituation verschärft Staulage

Nach Angaben von TomTom sind für die steigenden Stauniveaus Faktoren wie längere Pendelwege, weniger Homeoffice, mehr Autos und viele Baustellen verantwortlich. Tatsächlich zeigte schon der Baustellenatlas für 2025, dass Oberhausen überdurchschnittlich viele Baustellen hat. Vor allem die Baustellendichte, also die Anzahl an Baustellen pro Quadratkilometer, fällt in Oberhausen negativ auf.

Somit landet die Stadt in einem Ranking mit 34 ausgewerteten Städten auf Rang sieben. Pro Quadratkilometer hat Oberhausen 0,65 Baustellen. Im ganzen Stadtgebiet kamen zum Zeitpunkt der Auswertung (zwischen dem 9. September und dem 15. September 2025) auf 10.000 Autos 3,7 Baustellen.

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Der Navigationsdienst TomTom erwartet auch für 2026 keine Besserung der Stauzahlen. Auch in Oberhausen werden 2026 viele Großbaustellen die Stadt treffen. Eine davon ist der Neubau der A516-Brücke in Sterkrade. Weil die alte Brücke Mitte Januar abgerissen wurde, wurde die Kreuzung Dreilinden/Teutoburger Straße in Sterkrade für knapp fünf Tage gesperrt. Ab August steht die Sperrung einer weiteren wichtigen Unterführung an. Der Bahn-Tunnel in Osterfeld wird mindestens bis ins Jahr 2031 dicht sein. Dort sollen zwei Brücken erneuert werden.