Mehrere hundert Tonnen Hilfsgüter, mobile Kliniken und zwei große Hilfsflüge: Unter anderem so hat das Friedensdorf auch 2025 wieder alles gegeben, um Kindern aus Krisengebieten ein besseres Leben zu ermöglichen. Nun zieht die Hilfsorganisation Bilanz: Wie lief das Jahr 2025?

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Im Friedensdorf-eigenen Medizin-Zentrum für kleinere Eingriffe, zum Beispiel im (hand-)chirurgischen Bereich, haben ehrenamtliche Ärzte im vergangenen Jahr 105-mal operiert. Bei zwei großen Hilfsflügen nach Angola und Afghanistan nahm die Organisation 150 Kinder auf und brachte 77 Kinder zu ihren Familien zurück, teilt das Friedensdorf mit.
Die Not wächst besonders in Afghanistan rasant
„Wir freuen uns, dass die Einzelfallhilfe im letzten Jahr stabil geblieben ist, gleichzeitig registrieren wir drastisch steigende Bedarfe“, erläutert Friedensdorf-Leiterin Birgit Stifter. „Vor allem in Afghanistan sind unsere Kolleg*innen von hilfesuchenden Familien quasi überrannt worden.“
Afghanistan ist zerrüttet, aber die Menschen vor Ort, die Kinder, kämpfen so tapfer und hart für ihre Zukunft.
Claudia Peppmüller, Pressesprecherin vom Friedensdorf International
Die Soforthilfe nach Katastrophen spielt eine größere Bedeutung als in der Vergangenheit: Schwere Erdbeben, Überschwemmungen und zuletzt tödliche Schneefälle beutelten Afghanistan. Daher schickte das Friedensdorf 2025 insgesamt 13 „Emergency Health Kits“ dorthin. Eines dieser Hilfspakete enthält medizinisches Material und Medikamente für bis zu 10.000 Menschen – und kostet etwa 30.000 Euro. „Afghanistan ist zerrüttet, aber die Menschen vor Ort, die Kinder, kämpfen so tapfer und hart für ihre Zukunft. Wir wollen sie nicht im Stich lassen“, so Friedensdorf-Sprecherin Claudia Peppmüller.
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434 Tonnen weiterer Hilfsgüter schickte die Organisation nach eigenen Angaben neben medizinischer Versorgung in sechs Länder: Lebensmittel, Decken, Babynahrung und Hygieneartikel. Nachdem der Grenzkonflikt mit Thailand wieder aufgeflammt war, versorgte das Friedensdorf Familien in Kambodscha auf der Flucht mit Hygieneartikeln und Lebensmitteln.

Mit der mobilen Klinik unterwegs
Seit Ende 2023 ermöglicht es das Friedensdorf, Kinder mit leichteren Verletzungen oder Knochenentzündungen vor Ort in Kabul zu operieren. 2025 kam eine dritte Klinik als Kooperationspartner in der afghanischen Hauptstadt hinzu, die auch urologische Operationen übernimmt, sodass dort im vergangenen Jahr 57 OPs durch das Friedensdorf möglich wurden. In einer mobilen Klinik, die erste ihrer Art in Afghanistan, werden seit Ende 2025 in allen Landesteilen Kinder untersucht und behandelt.

In Dohuk (Kurdistan/Nordirak) finanziert das Friedensdorf ebenfalls Ärzte und Medikamente für eine mobile Klinik. In Armenien, Usbekistan und im Nordirak/Kurdistan bezahlt die Hilfsorganisation Operationen für Kinder, die dann nicht ausreisen müssen. Das erspart ihnen, lange Zeit von ihrer Familie getrennt zu sein.
Birgit Stifter, die Leiterin des Friedensdorfs, bedauert: „Wir müssen auch der Realität ins Auge blicken, dass sehr schwere Verletzungen zum Beispiel in Kabul nicht operiert werden können – und auch nicht in Deutschland. Zum einen bekommen wir insgesamt zu wenige Freibehandlungen, zum anderen braucht man für derart komplexe und ausgeprägte Verletzungen Spezialisten, die es auch bei uns nicht im Überfluss gibt. Solche Verletzungen kommen im Alltag in Deutschland schlichtweg nicht vor.“






