Rollt bald radioaktiver Müll durch Oberhausen? Die örtliche Linkspartei hat sich jetzt gegen mögliche Castortransporte über die Autobahn A2 im Sommer ausgesprochen. Im Detail geht es um 152 Behälter mit 300.000 Brennelementen, die vom Versuchsreaktor in Jülich in das Zwischenlager Ahaus gebracht werden sollen.

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Demnach genehmigte das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) bereits Mitte 2025 den Transport. Ein genaues Datum dafür steht allerdings bisher nicht fest, die offizielle Genehmigung reicht bis zum 31. August 2027. Allerdings ist die Route nicht festgeschrieben, sie muss nicht über die A2 laufen. Die Linke beruft sich aber auf die Umweltverbände, die von dieser Strecke ausgehen. Die Fraktion teilt mit den Verbänden außerdem die Sorgen vor möglichen Zwischenfällen.

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Linke kritisiert Transport des Atommülls als „widersinnig“

„Transporte von radioaktiven Stoffen durch dicht besiedelte Stadtgebiete und Ballungszentren wie das Ruhrgebiet sind unverantwortlich und müssen dringend verhindert werden“, sagt Linken-Stadträtin Heike Hansen. Die Fraktion fordert, den Atommüll in Jülich zu lassen, da er in Ahaus auch nur bis 2036 gelagert werden dürfe. Gerade dieser Aspekt mache den möglichen Transport „widersinnig“.

Transporte von radioaktiven Stoffen durch dicht besiedelte Stadtgebiete und Ballungszentren wie das Ruhrgebiet sind unverantwortlich und müssen dringend verhindert werden.

Heike Hansen, Linke Oberhausen

Das Bundesamt BASE erteilt diesem Vorschlag eine klare Absage, denn das Jülicher Zwischenlager kann nicht weiterbetrieben werden. Schon 2013 lief die Genehmigung ab, unter anderem wegen möglicher Erdbeben in der Region. Ein neues Sicherungskonzept lehnte das Bundesamt schließlich im Oktober 2024 endgültig ab. Die Castoren müssen deswegen jetzt nach Ahaus. Die Diskussion könnte sich daher auch in Oberhausen über Monate ziehen, da ein Transport maximal drei Behälter hat.

Castor-Demonstration
Bereits Ende Januar 2026 demonstrierten in Bottrop Aktivisten gegen mögliche Castor-Transporte.© FUNKE Foto Services | Foto: Lars Fröhlich /FUNKE Foto Services

Wie und wann die Brennelemente ihren Standort wechseln, ist allerdings unklar. Das NRW-Umweltministerium erklärt hierzu: „Zum Schutz vor Einwirkungen auf den Transport können der Öffentlichkeit aus Gründen des staatlichen Geheimschutzes keine konkreten Informationen oder Auskünfte erteilt werden.“ Davon ist auch der genaue Routenweg betroffen.

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Auch die Stadt kennt keine Details zum Transport

Die Oberhausener Linke bekam dies bereits zu spüren. Die Fraktion stellte eine „Kleine Anfrage“ bei der Stadtverwaltung, inwieweit das Rathaus Kenntnis über den möglichen Transport der Brennelemente habe. Die Antwort: Weder Stadt noch Feuerwehr wissen etwas, da das Thema unter Verschluss sei. Die Einsatzkräfte gehen aber von keiner Gefahr aus, da die Castorbehälter „als extrem sicher, robust und strahlungsabschirmend gelten“. Selbst bei Unfällen würde keine radioaktive Strahlung austreten.

Schon Anfang des Jahres rückten mögliche Castortransporte von Jülich nach Ahaus über die Autobahn A2 in den Fokus. In Bottrop demonstrierten am 24. Januar 2026 rund 110 Teilnehmerinnen und Teilnehmer friedlich. Unter anderem beteiligten sich die Bottroper Grünen und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen an dem Protest.