Der schwere Lkw-Unfall von Donnerstagabend, 26. März, auf der A2 kurz vor dem Kreuz Oberhausen wirft den bislang so superschnellen Brückenbau an der Autobahn 516 in Oberhausen zurück. Die acht noch ausstehenden Schwertransporte mit den über 40 Meter langen Beton-Fertigteilen für die neue A516-Brücke konnten in der Nacht zu Freitag nicht wie geplant in Spelle (Niedersachsen) starten. Neue Verzögerungen hat es zudem in der Nacht zu Samstag gegeben.

Täglich (außer Samstag)
Oberhausen-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Wegen des Lkw-Unfalls musste die A2 in Richtung Duisburg/Köln für längere Zeit gesperrt werden. Mehrere Lkw waren an den heftigen Kollisionen beteiligt. Einige der Fahrer sind schwer verletzt worden. Wie die Autobahnpolizei auf Nachfrage mitteilte, übersah ein Lkw-Fahrer gegen 18.30 Uhr am Donnerstagabend mutmaßlich ein sich bildendes Stauende und fuhr auf vorausfahrende Lkw auf. In der Folge kam es offenbar zu einer Kettenreaktion, bei der weitere Lastwagen ineinander geschoben wurden.
Um drei Uhr sollte der Brückenbau starten
Um drei Uhr in der Nacht zu Freitag sollte eigentlich der Brückenbau an der A516 in Oberhausen-Sterkrade weitergehen. Zu diesem Zeitpunkt sollte dort der erste Schwertransporter aus dem Betonwerk Rekers, das in Spelle beheimatet ist, in Oberhausen eintreffen, um das noch fehlende mittlere Fahrbahnfeld der insgesamt 120 Meter langen Autobahnbrücke zu bauen. Dafür wurden insgesamt acht Schwertransporte erwartet. Sie nutzen die Route über die A31, die A2 und A3 sowie die A42 nach Oberhausen. Der Ort des schweren Lkw-Unfalls liegt genau auf ihrer Strecke.
Brücken-Spektakel an der A516: Die besten Fotos von der superschnellen Baustelle
Eigentlich sollte das bislang noch fehlende Brücken-Fahrbahnfeld bereits am frühen Freitagmorgen gegen acht Uhr komplett sein. Wer sich allerdings am Freitag gegen 5 Uhr früh an der Baustelle umschaute, erlebte völlige Stille unter dem Baustellen-Scheinwerferlicht. Die Redaktion konnte kurz darauf vor Ort Tobias Fischer von der Autobahn GmbH Rheinland zu einem Gespräch treffen.
Keine Genehmigung der Polizei
Autobahn-Fachmann Tobias Fischer bestätigte, dass die A516-Brückenarbeiten wegen des Lkw-Unfalls auf der A2 und seiner Auswirkungen nicht wie geplant beginnen konnten. Die Polizei habe wegen der unfallbedingten Sperrung der A2 nicht die erforderlichen Genehmigungen erteilt. Man habe damit auch vermeiden wollen, dass die Schwertransporte aus Spelle nach einer etwaigen verzögerten Abfahrt womöglich mitten im morgendlichen Berufsverkehr des westlichen Ruhrgebiets landen würden.

Der Autobahn-Fachmann ging in der Nacht zum Samstag nach neuerlichen Verzögerungen davon aus, dass der Brückenbau an der A516 in Oberhausen-Sterkrade nun wohl in der Nacht von Freitag auf Samstag um etwa drei Uhr weitergehen kann und dann bis um sechs Uhr am Samstagmorgen abgeschlossen ist. Bis dahin herrscht also aller Voraussicht nach eine kurze Zwangspause auf der Großbaustelle, die bislang mit ihrem atemberaubenden Bautempo viele Beobachter beeindruckt hat.
A516-Projekt mit neuem Deutschland-Tempo
Zwei Fahrbahnfelder der neuen Autobahnbrücke sind bereits komplett. 16 bis zu 121 Tonnen schwere und passgenau vorproduzierte Beton-Fertigteile sind in dieser Woche bereits von zwei Spezialkränen in die Brücken-Fahrbahntrasse eingehoben worden. Das Oberhausener Projekt ist von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) bei einer Rede im Bundestag ausdrücklich gelobt worden. Es gilt als wegweisend für das vielfach geforderte neue Deutschland-Tempo bei der Sanierung maroder Infrastruktur.



































